Können Allergien geheilt werden?

Forschende des Instituts für Immunologie der Universität Bern haben herausgefunden, wie allergische Reaktionen bekämpft werden könnten: Durch ein künstliches Molekül, welches den Allergie-Auslöser hemmt.

Die Grundmechanismen allergischer Reaktionen sind gut erforscht. Dennoch gibt es nur begrenzte Möglichkeiten der Behandlung. 2012 hat ein Berner Forscherteam einen Weg gefunden, wie die Immunreaktion unterbrochen werden kann.

Bei Allergikern und Allergikerinnen produziert das körpereigene Immunsystem Antikörper, die sogenannten Immunoglobuline E (IgE), gegen allergene Eiweisse. Solche Eiweisse kommen beispielsweise in Pollen, Erdnüssen oder Hausstaubmilben vor. Diese IgE-Antikörper docken an spezifische Rezeptoren auf Entzündungszellen an. Treffen sie auf ein Allergen (beispielsweise Pollen), werden Botenstoffe freigesetzt, die innert kürzester Zeit Allergiesymptome hervorrufen. Es kommt zu Nasenrinnen, gereizten Augen, Atembeschwerden oder im Extremfall zu einem tödlichen Kreislaufversagen.

An der Universität Zürich wurden künstliche Bindungsmoleküle entwickelt, die «DARPins». Diese nutzen die Berner Forscher am Inselspital, um ein ganz spezifisches Bindungsmolekül gegen IgE zu finden.

Molekül arbeitet in zweifacher Weise

Dieses «DARPin» kann die Bindung von IgE an seinen Rezeptor verhindern. Zudem verursacht es das Ablösen von bereits an den Rezeptor gebundenem IgE, wie Dr. Alexander Eggel vom Institut für Immunologie der Uni Bern sagt.

Die aus der in der Fachzeitrschrift «Nature» publizierte Studie gewonnenen Erkenntnisse sind für die Entwicklung neuer Allergie-Medikamente wichtig und richtungsweisend. Weltweit steigt die Zahl von Allergikern stetig an, alleine in den USA leiden rund 50 Millionen Menschen an Allergien.

Autorin und Redaktion: Katharina Rederer