Die Vier Elemente

Der Begriff «Humoralpathologie» ist wenig bekannt, und doch findet man Ansätze davon in verschiedenen Heil- und Therapiemethoden wieder. Das uralte Wissen basiert auf den vier Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer.

Bereits vor über 2500 Jahren war den Menschen klar, dass Gegensätze wie Kälte und Wärme, Mond und Sonne, Feuer und Wasser, Luft (Himmel) und Erde untrennbar zum Leben gehören – ebenso wie die vier Jahreszeiten, die vier Himmelsrichtungen, die vier Lebensabschnitte und die vier Elemente.

Die vier Elemente im Ungleichgewicht

«So sind im Leib vier Elemente, die vierlei Krankheiten machen», schrieb der berühmte Arzt Paracelsus (1493-1541). Er wiederum berief sich auf den antiken Arzt Hippokrates (460-375 v.Chr.), der als Begründer der westlichen Medizin gilt. Hippokrates wie Paracelsus gingen davon aus, dass in jedem Menschen vier Elemente vorhanden sind – meisten in einem Ungleichgewicht. Es war Claudius Galen (129-216 n.Chr.), der die Lehre des Hippokrates systematisiert hat. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wusste man zwar von den vier Elementen, doch wusste man noch nicht, wie man dieses Wissen medizinisch nutzen könnte. Hippokrates ordnete den vier Elementen die sogenannten Säftequalitäten «warm, kalt, feucht und trocken» zu. Jedes Element bekam zwei Eigenschaften zugeteilt:

  • Feuer: warm und trocken

  • Erde: kalt und trocken

  • Wasser: kalt und feucht

  • Luft: warm und feucht

Die Kardinalsäfte und Temperamente

Bereits Hippokrates hatte den vier Elementen die Säfte oder Kardinalsäfte zugeordnet. Naturheilpraktikerin Karin Widmer: «Kardinalsäfte sind nicht bildlich als Körperflüssigkeiten zu verstehen, sie sind Funktions- bzw. Wirkprinzipien. Man könnte ihnen auch Informationsträger sagen, welche die physiologischen Funktionen regeln.» Diese «Säfte» werden auch Humores genannt, woraus sich der Begriff Humoralmedizin entwickelt hat. Eine Medizin, die auf der Grundlage der vier Kardinalsäfte und damit der vier Elemente basiert. Hippokrates ordnete die Kardinalsäfte den vier Elementen und den Temperamenten wie folgt zu:

  • Feuer: gelbe Galle, Xanthe Chole (griech.)

  • Erde: schwarze Galle, Melan Chole (griech.)

  • Wasser: Schleim, Phlegma (griech.)

  • Luft: Blut, Sanguis (lat.)

Daraus lassen sich die vier Temperamente ableiten: den Choleriker, den Melancholiker, den Phlegmatiker und den Sanguiniker. Gemäss der Humoralpathologie sind die verschiedenen Temperamente an bestimmten Verhaltensweisen erkennbar und haben typische Stärken und Schwächen, die es auszugleichen gilt.

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Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker, Choleriker: Hilft es, die verschiedenen Charaktere zu kennen?

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Foto: © Joujou / pixelio.de
Autorin: Ann Kugler
Redaktion: Katharina Rederer
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • Christian Heimüller und Andreas Beutel: «Schüssler-Salze. Typgerechte Behandlung nach den vier Elementen», Südwest-Verlag, 2011

  • Christina Casagrande: «Praxis Spagyrik. Nach Alexander von Bernus», Haug Verlag, 2011