Vier Elemente: Die Gelehrten

Die Humoralpathologie oder die Vier-Elemente-Lehre basiert auf dem Wissen von drei wichtigen Gelehrten: Hippokrates, Claudius Galen und Paracelsus.

Die Humoralpathologie geht davon aus, dass sich die Menschen in vier Grundtypen, Charaktere oder Temperamente, einteilen lassen. Den Choleriker, den Melancholiker, den Phlegmatiker und den Sanguiniker. An dieser Denkweise waren drei grosse Gelehrte beteiligt.

Hippokrates (460 bis 375 v. Chr.)

Hippokrates (Statue auf dem Bild oben), der berühmte Arzt der Antike, begründete seine Medizin in der Erforschung der Natur des Menschen und der Gesetze der Welt. Der Arzt ist laut Hippokrates der «Diener der Naturheilkraft». Er versuchte stets ein Gleichgewicht der im menschlichen Körper vorherrschenden Gegensätze herzustellen. Die «Säftelehre» spielte dabei eine zentrale Rolle. Hippokrates ging davon aus, dass Blut (Sanguis), Schleim (Phlegma), schwarze Galle (Melancholera) und Gelbgalle (Cholera) als die vier Kardinalsäfte Träger des Lebens sind und den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft sowie deren Primärqualitäten warm, feucht, kalt und trocken entsprechen. Das richtige Mischverhältnis dieser Säfte war laut Hippokrates die Grundvoraussetzung für die Gesundheit des Menschen.

Claudius Galen (129 bis 216 n. Chr.)

Claudius Galen war ein römischer Arzt und Philosoph griechischer Herkunft. Er hinterliess ein sehr umfangreiches Lebenswerk, das trotz mancher Irrtümer. Galen ging zum Beispiel davon aus, dass in den Arterien nur Luft und in den Venen nur Blut fliesst. Wie später Paracelsus lag ihm die theoretische Fundierung und Systematisierung des medizinischen Wissens besonders am Herzen. Dies gilt heute als Geburtsstunde der schulischen Medizin. Er fasste nochmals die hippokratischen Gedanken und Theorien zusammen und verschmolz diese mit der Lehre seiner Zeit. So konnte er die Säftelehre weiter vertiefen.

Paracelsus (1493 bis 1541)

Paracelsus wurde als Theophrastus Bombastus von Hohenheim im schweizerischen Einsiedeln geboren. Er begründete – in Anlehnung an Hippokrates – eine ganzheitlichere Medizin, was ihm viele Anfeindungen von Medizinern einbrachte. Er arbeitete stets nach dem Grundsatz «Zuallererst muss der Arzt Himmel und Erde kennen». Jeder Arzt solle die Natur untersuchen und lernen, alle Dinge (die vier Elemente) in das alchemistische Schöpfungsschema einzuordnen. So verlangte er von jedem Arzt nebst Tugendhaftigkeit Kenntnisse in Philosophie (als philosophische Prinzipien galten Sal, Sulfur und Merkur), Astronomie, Astrologie und Alchemie. Und: dass alle theoretischen Erkenntnisse stets in der Praxis überprüft werden. Deshalb wurde Paracelsus später als Begründer der wissenschaftlichen Medizin angesehen. Paracelsus war in erster Linie Alchemist, wobei er im Gegensatz zu anderen Alchemisten nicht versuchte, Gold herzustellen, sondern dank des «Spao» (trennen) und «Ageiro» (verbinden), also der Spagyrik, den leidenden Menschen zu helfen.

Foto: © Katharina Wieland Müller / pixelio.de
Autorin: Ann Kugler
Redaktion: Katharina Rederer
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • Christian Heimüller und Andreas Beutel: «Schüssler-Salze. Typgerechte Behandlung nach den vier Elementen», Südwest-Verlag, 2011

  • Christina Casagrande: «Praxis Spagyrik. Nach Alexander von Bernus», Haug Verlag, 2011