Naturcoaching

Hilfe in schwierigen Situationen

Der Aufenthalt in der Natur ist heilsam für die Seele.

Auf die Natur als Heilerin setzt Biologin und Coachin Annette Mäder*. Sie begleitet in sogenannten Naturcoachings Menschen in schwierigen Situationen. «Naturcoaching ist eine Wegbegleitung in und mit Hilfe der Natur. Der Beratungsprozess findet draussen in der Natur und nicht im Praxisraum statt», erklärt sie. Etwa an einem Ort, der dem Klienten spontan gefällt. So fördere der Aufenthalt in der Natur das Gefühl der Zugehörigkeit und des Verbundenseins. «Fühlt sich der Klient sicher und geborgen, fallen Alltagslasten oft weg. Er bekommt Distanz zum Alltag. Die Sinne werden frei für neue Eindrücke, wodurch die eigenen Aufgaben oder Ziele klarer erkannt werden und Raum für Kreativität und neue Handlungsmöglichkeiten entstehen.»

Annette Mäder

* Annette Mäder hat Neuro- und Verhaltensbiologie studiert und die dreijährige Ausbildung Integratives Coaching IBP (Integrative Body Psychotherapy) absolviert. Sie praktiziert in Brugg (AG).

Ein Gefühl der Freiheit

Mäder macht die Erfahrung, dass sich Menschen bei einem Coaching in der Natur anders öffnen als in der Praxis, dass sie mehr erkennen und auch annehmen können. «Viele fühlen sich freier, weniger kontrolliert. Die Natur dient als Spiegel des eigenen Erlebens. In der Natur erlauben sich die Menschen, so sein zu dürfen, wie sie sich in einem bestimmten Moment gerade fühlen. Das führt oft zu einer tiefen Versöhnung mit sich selbst. Jede Andersartigkeit wird in der Natur akzeptiert und kann so auch beim Klienten zum Erkennen, Annehmen und zum Integrieren all seiner verschiedenen Seiten führen», erklärt sie den Erfolg des Naturcoachings.

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Sie arbeitet auch mit sogenannten Ressourcengegenständen. «Das kann ein Stein sein, ein Baum oder ein Ort. Etwas, womit eine gute Erinnerung verbunden ist. Den Stein kann man beispielsweise immer bei sich tragen, und wenn man ihn berührt, weckt das positive Gefühle.»

Dem Stress begegnen

Insbesondere bei Stress hat sich Naturcoaching bewährt. «Der Aufenthalt in der Natur führt nachweislich zu einer Reduktion der Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch wird der Parasympathikus, also der Teil des Nervensystems, der für die Entspannung zuständig ist, aktiviert. Blutdruck und Puls sinken. Zusätzlich steigt durch das Sonnenlicht die Menge des Wohlfühlhormons Serotonin, was ebenfalls zur Stressreduktion und zur Stärkung des Immunsystems beiträgt.» Kurz: Die Natur wird zur eigentlichen Therapeutin.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Drogistenstern

  • Neuro- und Verhaltensbiologin Annette Mäder