Action trotz Allergie

Heuschnupfen ist kein Grund, faul auf dem Sofa herumzuliegen. Im Gegenteil. Allergiker sollten sogar Sport treiben. Lesen Sie, worauf Sie dabei achten sollten.

In der Schweiz sind rund zwei Millionen Menschen Allergiker. Sie müssen sich in vielen Dingen einschränken, etwa beim Essen oder im Beruf. Nicht aber beim Sport. Richtig behandelte Allergikerinnen und Allergiker können genauso trainieren wie Gesunde. Sie sollten sogar. Sport schult die Koordinationsfähigkeit, steigert die Kondition und die körperliche Belastbarkeit. Ausserdem kräftigt regelmässiges Trainieren die Atemmuskulatur. Das vergrössert das Lungenvolumen und verbessert die Atemtiefe.

Allergiker können jeden Sport betreiben, wenn sie auf ihre Situation Rücksicht nehmen und ihr Training darauf abstimmen. Es ist sicher nicht sinnvoll, wenn ein Graspollenallergiker zur Zeit der Gräserblüte mit dem Velo übers Land fährt. Handball spielen oder Krafttraining in der Halle sind dagegen problemlos. Wer trotzdem nicht auf Natur und Outdoorsport verzichten möchte, sollte im Anschluss unbedingt gründlich duschen und die Haare waschen. Oder noch besser: Schwimmen gehen. Auch eine medikamentöse Behandlung der Symptome vor und nach dem Aufenthalt im Freien ist als Unterstützung sinnvoll, um die Symptome zu lindern.

Pollenallergie

Wer auf Pollen allergisch ist, leidet meistens unter roten, juckenden Augen, fliessender Nase und Atemnot. Insofern sollten Pollenallergiker Hallensportarten wie Tischtennis, Squash, Judo oder Hallenhockey bevorzugen, da die Pollenbelastung drinnen tiefer ist als draussen. Ideal sind auch alle Wassersportarten. Doch Vorsicht: Bei langandauernder Wärme kann sich im Sommer auf Gewässern eine sogenannte Algenblüte bilden. Empfindliche Allergiker reagieren unter Umständen darauf. Das perfekte Sportprogramm für Menschen mit einer Pollenallergie gibt’s im Winter: Skifahren, Schlitteln, Langlaufen oder Schneeschuhtouren können praktisch alle unbeschwert geniessen.

Neurodermitis

Die entzündliche chronische Hauterkrankung Neurodermitis tritt schubweise auf. Bei einer akuten, starken Entzündung ist eine Sportpause oft sinnvoll. Ansonsten können Neurodermitis-Patienten jeden Sport betreiben. Wassersportarten sind etwas weniger gut geeignet, da häufige Schwimmbadbesuche oft Hautreizungen verursachen und Ekzemschübe begünstigen. Wer trotzdem schwimme möchte, sollte die Haut mit rückfettenden Salben oder Crèmes pflegen. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie beraten, welches Produkt am besten für Sie geeignet ist.

Insektengiftallergie

Wer gegen Insektenstiche allergisch ist, ist in der Wahl der Sportart nicht eingeschränkt. Beim Velofahren sollte der Allergiker darauf achten, dass sein Oberteil am Hals geschlossen ist. So können sich keine Wespen oder Bienen im Ausschnitt verfangen. Barfuss auf einer blühenden Wiese Fussball zu spielen ist ebenfalls nicht ratsam. Hilfreich ist in jedem Fall ein zuverlässiger und zugleich hautverträglicher Insektenschutz, damit Mücken, Wespen, Stechfliegen & Co. gar nicht erst den Spass am Sport verderben können.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • aha! Allergiezentrum Schweiz

  • Lungenliga Schweiz

  • Sportklinik Basel

  • Lungenärzte im Netz