Naturkosmetik: nachhaltig und fair

Zertifizierte Naturkosmetik stammt meist aus nachhaltiger Produktion. Wie werden die Rohstoffe angebaut, verarbeitet und verpackt? Ein Blick hinter die Kulissen.

– Vielen Konsumentinnen und Konsumenten ist es wichtig, dass ihre Kosmetikprodukte ökologisch und fair hergestellt sind und die Umwelt nicht belasten. Als besonders nachhaltig gilt zertifizierte Naturkosmetik. Warum das so ist, weiss Moritz Aebersold. Seit über 20 Jahren ist er in leitenden Positionen und als Unternehmensberater in der Kosmetikbranche tätig. «Naturidentische Produkte, Naturkosmetik und vor allem Biokosmetik sind in der Regel umweltschonender als herkömmliche Produkte», sagt er. «Natürliche Substanzen belasten die Umwelt weniger als synthetische, weil sie abbaubar sind. Für zertifizierte Natur- und Biokosmetik werden die Rohstoffe zudem umweltschonend angebaut und energiesparender verarbeitet.»

Erfahren Sie mehr über die Herstellungsprozesse von Naturkosmetik – vom Anbau der Rohstoffe bis zur Verpackung.

Anbau

In zertifizierter Naturkosmetik stecken häufig Pflanzen aus kontrolliertem, in Biokosmetik aus biologischem Anbau. Das versprechen die Labels. Unabhängige Institute prüfen auf den Feldern, ob die Pflanzen ohne Pestizide und Herbizide gedeihen. Auch dürfen Hersteller aus Artenschutzgründen nur wenige Pflanzen wild sammeln. Viele Naturrohstoffe stammen zudem aus Fair-Trade-Projekten. Der Anbau sichert vielen Menschen in den betreffenden Regionen ein sicheres Einkommen. Auf Palmöl verzichten einige Hersteller ganz oder beziehen biologisch angebautes.

Herstellung

Naturkosmetik wird möglichst umweltfreundlich hergestellt. Aebersold: «Sie hat kaum komplexe und aufwendige chemische Prozesse hinter sich. Natürliche Ingredienzen wie Öle und Pflanzenauszüge können mittels einfacher Verfahren und mit weniger Energie aus den Rohstoffen gewonnen werden als synthetische Stoffe.» Einige Naturkosmetikhersteller würden zudem mit grünem Strom produzieren und auf eine neutrale CO2-Bilanz achten.

Verpackung

Einige Zertifizierungsstandards schreiben vor, welche Verpackungsmaterialien für Naturkosmetik erlaubt sind. Viele Hersteller setzen auf Kunststoffe, die von ihrer Ökobilanz mit Glas vergleichbar und recycelbar sind. Aus Haltbarkeitsgründen gibt es Naturkosmetik manchmal in kleineren Mengen und speziellen Verpackungen – zum Beispiel in Aluminiumtuben oder Behältern mit speziellen Systemen, die verhindern, dass das Produkt mit Sauerstoff in Kontakt kommt.

Stoffe im Abwasser

Shampoos, Duschgels und Co. landen nach dem Gebrauch im Abwasser. «Die eingesetzten Hilfsstoffe und natürlichen Substanzen in Naturkosmetik können in der Natur abgebaut werden», sagt Aebersold.

Exoten in Naturkosmetik

Granatapfelextrakte, Kokosöl, Jojobaöl, Manukahonig … In Naturkosmetik stecken manchmal exotische Ingredienzen aus fernen Ländern wie Südamerika, Afrika und Asien. Bis sie im Produkt in unseren Einkaufsregalen landen, müssen sie weit reisen. Aebersold: «Trotzdem ist Naturkosmetik von der Gesamtbilanz her, dank einer umweltschonenden Produktion, fairem Handel und abbaubaren Inhaltsstoffen, nachhaltig.»

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quelle
  • Moritz Aebersold, Unternehmensberater und Kosmetikexperte

  • Buch «Naturkosmetik: Was ist drin? Wie erkenne ich Qualität? Wie finde ich das Produkt, das zu mir passt?» von Elfriede Dambacher, 2015, Herbig Verlag