Gut riechen im Intimbereich

Frauen wollen gut riechen, auch im Intimbereich. Übertriebene Pflege kann aber das Gegenteil bewirken: Schlechte Gerüche bis möglicherweise Infektionen.

– Die Zeiten, in denen man wöchentlich einmal gebadet und die Intimregion nur einer «Katzenwäsche» unterzogen hat, sind vorbei. Penible Hygiene und Körperkult machen heute auch vor der heikelsten Zone nicht halt.

Doch zu häufiges Waschen und Duschen, womöglich mit ungeeigneten Duschgels und Seifen, kann der sensiblen Haut im Genitalbereich schaden. Der natürliche Säureschutzmantel der Vaginalflora wird verändert. Statt des erhofften angenehmen kann unangenehm riechender Geruch entstehen. «Es passiert genau das, was man eigentlich vermeiden will. Zudem ist die gestörte Vaginalflora auch Türöffner für Bakterien und Pilze», sagt Drogistin Marlis Cremer. Insbesondere dann, wenn die Vagina zu Trockenheit neigt.

Fischiger Geruch

Was die Düfte in der Intimregion angeht, muss laut Cremer zwischen einem normalen und kranken Geruch unterschieden werden. Wenn die Frau einen fischigen Geruch wahrnimmt, sollte sie den Frauenarzt aufsuchen. «Dieser ist immer ein Krankheitszeichen.» Andere Gerüche sind auf eine mangelnde oder übertriebene Pflege zurückzuführen.

Ausfluss analysieren

Auch beim Ausfluss sollten Frauen unterscheiden: «Flockiger Ausfluss weist oft auf eine Pilzinfektion hin und gelber auf Eiter. Rötlich gefärbter Ausfluss kann ein Zeichen für eine Entzündung oder eine Schleimhautveränderung sein», so Cremer. Ein leichter, farb- und geruchloser, glasig-schleimiger Ausfluss hingegen sei normal und sogar nützlich, «da er die Scheide feucht hält und so vor dem Eindringen von Bakterien und Pilzen schützt».

Weiter kann sich in den Hautfalten zwischen äusseren und inneren Schamlippen sowie der Klitoris sogenanntes Smegma bilden. Das Sekret aus Talg, Hautschüppchen und Bakterien sollten Frauen entfernen.

Milchsäure für das Scheidenmilieu

Um unangenehmem Geruch vorzubeugen, gibt es laut Cremer diverse Hausmittel. Sie stellen das gestörte Scheidenmilieu wieder her. So zum Beispiel Naturejoghurt oder Kapuzinerkresse-Tropfen. Das Joghurt können Sie mittels eines Tampons in die Scheide einführen und am besten mehrmals täglich 15 Minuten «wirken» lassen. Empfehlenswert ist auch eine Kur mit einem Milchsäure-Gel.

Autorin: Silvia Stähli-Schönthaler
Redaktion: Katharina Rederer / Vanessa Naef
Quelle
  • «Drogistenstern»