Verhüten in den Wechseljahren

Trotz reduzierter Empfängnisfähigkeit sind Frauen in den Wechseljahren nicht vor einer Schwangerschaft gefeit. Daher sollten alle, die nicht schwanger werden möchten, eine zuverlässige und altersgerechte Verhütungsmethode wählen.

Grundsätzlich steht auch in den Jahren vor der Menopause, in der sogenannten Perimenopause, eine grosse Auswahl von zuverlässigen Verhütungsmethoden wie die Pille, Kondome, Diaphragma, Spirale, Sterilisation der Frau oder des Mannes zur Verfügung. Dr. med. Petra Stute, Oberärztin am Berner Inselspital und Leiterin des Zentrums für Wechseljahre: «Die verschiedenen Formen der natürlichen Familienplanung sind aufgrund der unregelmässigen Blutungen in den Wechseljahren und damit nicht exakter Vorhersage des Eisprungs weniger zu empfehlen.» Die Wahl der Verhütungsmethode richtet sich nach der medizinischen Vorgeschichte, dem Lebensstil, den sexuellen Gewohnheiten und eventuellen anderen methodenbedingten Zusatznutzen. So besitzen beispielsweise kombinierte hormonale Kontrazeptiva (Pille) neben der Schwangerschaftsverhütung weitere Vorteile wie Zyklusregulierung, Abnahme der Blutungsstärke und dadurch seltener Eisenmangel und Blutarmut, Reduktion des Eierstock- und Gebärmutterkrebsrisikos, weniger Hitzewallungen und Aufrechterhaltung der Knochenmasse, wie Petra Stute sagt.

Wechseljahr-Test

Kündigen sich bei Ihnen die Wechseljahre an? Machen Sie den Test! (Foto: © S.G.S./pixelio.de)

Bin ich in der Menopause?

Die Pille hat aber auch gewisse Nachteile: «Da mit dieser Verhütungsmethode weiterhin Regelblutungen auftreten, können die Zeichen der herannahenden Menopause verschleiert werden.» Auch der FSH-Blutspiegel (Konzentration des Follikel stimulierendes Hormons im Blut) wird beeinflusst, so dass dieser Test zur Beurteilung des Menopausenstatus nicht aussagekräftig ist. «Einige Ärzte beenden deshalb den Einsatz von hormonalen Kontrazeptiva im Alter von 51, wenn das durchschnittliche Menopausenalter erreicht ist», sagt Oberärztin Petra Stute. «Auch die Dreimonatsspritze sollte aufgrund eines negativen Einflusses auf die Knochen in diesem Lebensabschnitt zurückhaltend eingesetzt werden.»

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Foto: © elektraVision
Autorin und Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • Zentrum für Wechseljahre, Inselspital, PD Dr. med. Petra Stute