Reisen zu zweit – so klappt's!

Nie streiten Paare öfter als während der Ferienzeit. Sollten wir besser gar nicht mehr verreisen? Doch! Aber nur mit guter Vorbereitung.

Gebucht sind Ferien am Meer. Sie freut sich darauf spannende Bücher zu lesen und an der Strandbar zu sitzen. Er freut sich aufs Joggen am Meer und auf Velotouren im hügligen Hinterland. Beide sind zufrieden und freuen sich, aber nicht auf dasselbe. Denn keiner sprach vor der Abreise seine Wünsche aus, und keiner fragte nach jenen des andern. Man hatte wenig Zeit füreinander, wie immer, und jeder hetzte im gewohnten Tempo durch den Alltag. Und kaum angekommen, war das, worauf man sich so gefreut hatte, nichts als pure Ernüchterung. Man war enttäuscht – vom Strand, vom Hotel und vor allem vom Partner.

Gut geplant ist halb gewonnen

«Es geht nichts über eine gemeinsame Vorbereitung», sagt Markus Grindat, Paar- und Familientherapeut in Bern. «Man muss genau besprechen, wer welche Bedürfnisse hat. Und zwar vor den Ferien.» In seinen Beratungen stellt er immer wieder fest, dass sich Konflikte weg von zu Hause häufen. Die Ursache eines Konflikts liegt laut dem Paartherapeuten aber nie in den Ferien selbst. «Dort bricht er einfach aus. Dort entlädt sich alles, was zu Hause nicht gelöst wurde.» Im Alltag kann man den Konflikten besser ausweichen, weil man sich weniger sieht. In den Ferien aber muss man sich ertragen, ganz nah, und meistens 24 Stunden am Tag.

Deshalb rät er, die Partnerschaft im Alltag zu leben und nicht auf die Ferien zu verschieben. Schliesslich belegen Forschungen, dass Paare, die pro Woche eine Stunde zu zweit verbringen, länger zusammenbleiben. Eine Stunde, in der sie in Ruhe Dinge besprechen. Eine Stunde, in der sie nicht gestört werden dürfen, weder von Kindern noch vom Telefon.

Was also tun, damit es mit den Ferien klappt?

  • Setzen Sie sich mit Ihrem Liebsten/Ihrer Liebsten zusammen. Sprechen Sie Ihre Bedürfnisse und Wüsche aus. Der andere hört zu.

  • Unterschiedliche Wünsche sind nicht der Anfang vom Ende: Es sind die Grundlagen zum Planen.

  • Schaffen Sie Inseln für die individuellen Bedürfnisse: Er will Sport treiben, sie will lesen und zur Ruhe kommen. Beide kriegen einige Stunden für sich, an jedem Ferientag.

  • «Sowohl-als-auch-Strategien»: Andererseits braucht es auch Platz für gemeinsame Unternehmungen. Das könnte eine sanfte Velotour sein mit einem anschliessenden Besuch in der Wellnessanlage des Hotels.

  • Und: Am besten plant man die nächsten Ferien unmittelbar nach den letzten. Möglicherweise ist man so kurz nach einer Reise realistischer, was die nächste angeht.

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Autorin: Regula Tanner
Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • «Drogistenstern»