Ernährungstipps bei Heuschnupfen

Müssen Pollenallergiker auf Wurst, Käse und Wein verzichten? Nicht unbedingt, sagt die Expertin.

Wer Heuschnupfen hat, sollte keinen Rotwein trinken, weil der vergleichsweise viel Histamin enthält. Dieser oft gehörte Rat hängt mit der zentralen Rolle des Histamins bei allergischen Reaktionen zusammen. Histamin ist ein Gewebshormon im menschlichen Körper und hilft, Krankheitserreger abzuwehren. Sobald potentiell gefährliche körperfremde Stoffe eindringen, schlägt das Immunsystem Alarm. Das ist grundsätzlich gut. Bei Pollenallergikern reagiert das Immunsystem jedoch auf die an sich harmlosen Eiweisse der Pollen. Durch das Einatmen oder den direkten Kontakt mit den Pollen schüttet der Körper Histamin aus, was dann zu einer Entzündung der Bindehaut der Augen und der Nasenschleimhaut führt.

Histamin im Essen

Histamin kommt auch in Nahrungsmitteln vor. Es entsteht in manchen Lebensmitteln, wenn sie vergären, reifen oder verderben. Viel Histamin enthalten zum Beispiel Wurstwaren, Trockenfleisch, lang gereifter Käse, Wein, Sekt, Bier oder Essig. Es gibt ausserdem Lebensmittel, die Stoffe (Histaminliberatoren) enthalten, die die Ausschüttung des körpereigenen Histamins verstärken wie zum Beispiel Schokolade, Krustentiere oder Orangensaft.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Pollenallergiker ein absolutes Wein- und Wurstverbot haben, wie Sereina de Zordo von aha! Allergiezentrum Schweiz sagt: «Einem Pollenallergiker wird nicht grundsätzlich empfohlen, auf histaminreiche Nahrungsmittel zu verzichten. Es kommt auf die Menge an. Stellen Sie sich ein Fass vor. Sein Inhalt ist der Kontakt zu Allergenen oder verstärkenden Faktoren. Bei einem Pollenallergiker ist das Fass während der Pollensaison schon ziemlich gefüllt. Isst er zusätzlich histaminreiche Nahrungsmittel, wird das Fass immer voller und kann schliesslich überlaufen. Die allergische Reaktion kann bei gleichzeitigem Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel also stärker sein, als wenn die Person nur mit Pollen Kontakt hätte.»

De Zordos Fazit: «Ein Verzicht auf histaminreiche Nahrungsmittel kann für einen Pollenallergiker während einer intensiven Pollensaison hilfreich sein, ist aber nicht zwingend.» Wer sich also trotz Heuschnupfen ab und zu ein Stück Käse geniessen möchte und sich dabei wohl fühlt, soll es auch tun.

Ein anderes Krankheitsbild, das ebenalls mit der Reaktion auf Histamin in Lebensmitteln zusammenhängt, ist die Histaminintoleranz.

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Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • aha! Allergiezentrum Schweiz

  • «Drogistenstern»

  • Christiane Schäfer, Anne Kamp, «Das TRIAS-Kochbuch für Kreuz-Allergiker», Trias Verlag, 2008

  • Armin Roßmeier, Karin Buchart, Gerd Schauerte, «Geniesserküche für Allergiker», Hubert Krenn VerlagsgesmbH, 2009

  • Susanne Balázs, «Wirkstatt Küche. Kochen und Backen bei Nahrungsmittelintoleranzen und Allergien», Appenzeller Verlag, 2009

  • «Der Brockhaus. Ernährung», F.A. Brockhaus, 2001