Der Zahnstein muss weg!

Eine gründliche Zahnpflege ist nur die halbe Miete, um Zahnstein effektiv Paroli zu bieten. Wer diese «steinharten» Ablagerungen entfernen will, lässt seine Zähne professionell auf Hochglanz bringen.

Zweimaliges Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gehören zur täglichen Mundpflege. Dabei werden Speisereste entfernt und Krankheiten vorgebeugt. Bei Zahnstein reicht alleiniges Zähneputzen jedoch nicht aus. Hier ist der Gang zur Dentalhygienikerin oder zum Dentalhygieniker angezeigt.

Zahnsteinbildung

Zahnstein entsteht einerseits durch die Plaquebeläge die beim Zähneputzen nicht entfernt werden. Andererseits sind auch die Bakterien im Mund und die Mineralisierung des Speichels für die Zahnsteinbildung verantwortlich. Da nicht alle die gleiche Mundflora haben, ist auch die Bildung von Zahnstein bei jedem unterschiedlich. Menschen mit einem basischen pH-Wert im Speichel haben meist häufiger und mehr Zahnstein. Grund dafür ist die schnellere Verkalkung der Plaque. Kleiner Vorteil: Die Zähne bleiben eher von Karies verschont. Wer einen saureren pH-Wert des Speichels hat, bildet weniger bis teilweise keinen Zahnstein – ist dafür aber allfälliger für Karies. Zahnstein lagert sich sowohl an Naturzähnen als auch an Prothesen, Kunststoff- und Porzellan-Zähnen ab. Und selbst bei braven Zähneputzern bleibt er an schlecht zugänglichen Backenzähnen und Zahnhälsen haften. So oder so gilt: Wer gesunde Zähne haben möchte, sollte sich mindestens einmal im Jahr einer professionellen Zahnreinigung unterziehen.

Übrigens: Zahnstein darf nicht mit hartnäckigen braunen oder gelben Flecken auf den Zähnen verwechselt werden. Diese Farbbeläge sind eher harmlos und bilden sich durch den Genuss von Kaffee, Rotwein oder Tee sowie durch Zigarettenkonsum. Verfärbungen lassen sich am besten mit einem Bleaching behandeln.

Ein Fall für den Profi

Wird Zahnstein über einen längeren Zeitraum nicht entfernt, wird er dicker und wächst im Extremfall auch ins Zahnfleisch ein. Es kommt zu Entzündungen und das Zahnfleisch wird nach und nach verdrängt. «Das kann soweit führen, dass die Zähne locker werden und im Zuge einer fortgeschrittenen Parodontitis gar ausfallen können», warnt Manuela Lo Bue, Vizepräsidentin des Berufsverbandes Swiss Dental Hygienists. Angesichts solch unerfreulicher «Aussichten» lohnt es sich, seine Zähne vom Profi reinigen zu lassen. Eine Zahnreinigung ist wenig schmerzhaft und dauert rund eine Stunde. In der Regel greift die Dentalhygienikerin zuerst zu einem Ultraschallgerät, mit welchem der gröbste Belag entfernt wird. Anschliessend werden die Zahnränder und –zwischenräume mit verschiedenen Handinstrumenten manuell gereinigt. Zu guter Letzt müssen die etwas rau gewordenen Zahnoberflächen noch gründlich poliert werden.

Zahnpasta allein reicht nicht

Im Handel sind Zahnpasten zur Reduktion von Zahnstein erhältlich. Diese können die Mineralisation von Plaque zwar etwas verzögern. Sie sind jedoch kein Ersatz für den Besuch einer Dentalhygiene-Praxis. Auch Zahnputzkaugummis wirken eher als Kariesprophylaxe als gegen Zahnstein. Grund: Da durch das Kauen die Speichelbildung gefördert wird, werden allfällige Speisereste besser entfernt. Der Griff zur Zahnbürste ersetzen jedoch auch Zahnputzkaugummis nicht.

Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quelle
  • Swiss Dental Hygienists