Gepflegte Zähne kennen kein Alter

Wer gesunde Zähne will, darf das Putzprogramm mit dem Älterwerden nicht vernachlässigen. Worauf es sich bei der Zahnpflege speziell bei älteren Menschen zu achten lohnt.

Ältere Menschen haben oft Probleme mit den Zähnen. Das sagt auch Dr. med. dent. Markus Neuwirth: «Weil die Prophylaxe bei reiferen Erwachsenen häufig zu kurz kommt, treten vermehrt Zahnfleischprobleme, Parodontitis und Zahnverlust auf.» Zudem können veränderte Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten sowie die Nebenwirkungen von Medikamenten zu verschiedenen Zahn- und Mundproblemen beitragen.

Ein weiteres Problem ist Mundtrockenheit, verursacht durch verminderte Speichelproduktion. Eine gute Mundhyigene kann Kranhkeiten frühzeitig vorbeugen oder Beschwerden lindern.

Probleme bei der Zahnpflege im Alter und was Sie dagegen tun können:

Karies

Karies tritt häufig an freiliegenden Zahnhälsen auf, wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht und Nahrungsreste liegen bleiben. Nach jedem Essen sollten Sie darum Beläge und Speisereste – auch aus den Zahnzwischenräumen – entfernen. Fluorhaltige Produkte bieten zudem einen guten Schutz. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume eignen sich Interdentalbürsten sowie Zahnhölzer, die in der Handhabung einfacher sind als Zahnseide. Wer sich für Zahnseide entscheidet, greift am besten auf die gewachsten Produkte zurück, die gleitfähiger sind.

Mundtrockenheit

Zu Mundtrockenheit kann es bei bestimmten Allgemeinerkrankungen oder durch Flüssigkeitsmangel kommen. Oft sind auch Medikamente die Ursache, wie Herz-Kreislauf-Präparate, Psychopharmaka oder Abführmittel. Wichtig ist, die Speichelproduktion mit genügend Flüssigkeit anzuregen. Lein- oder Olivenöle wirken bei trockenen Schleimhäuten oft Wunder. Einfach etwas Öl im Mund kreisen lassen, ausspucken und mit Wasser nachspülen. Wer den Geschmack nicht mag, greift zu speziellen Sprays oder zuckerfreien Kaugummis. Fluoridpräparate wie Gels oder Spüllösungen mit einem möglichst neutralen pH-Wert helfen zudem, die Speichelproduktion anzuregen. Eine ähnliche Wirkung erzielen auch das Schüssler-Salz Nr. 8 sowie spagyrische Essenzen auf der Basis von Rosskastanie und schwarzer Tollkirsche.

Schleimhautverletzungen / Druckstellen

Kaum wahrnehmbare Veränderungen des Kiefers, zum Beispiel durch Gewichtsabnahme, können dazu führen, dass die Prothese nicht mehr richtig sitzt. Hinzu kommen meist Entzündungen, denn eine schlecht sitzende und ungenügend gereinigte Prothese stellt auch ein Bakterienreservoir dar, das die Mundschleimhaut reizt. Einmal täglich sollten Sie deshalb gleichzeitig mit der Prothesenreinigung die von der Prothese bedeckten Schleimhautpartien mit einer weichen Zahnbürste massieren. Der Zahnarzt hilft, indem er eine Totalprothese regelmässig alle zwei bis drei Jahre unterfüttert und stark beanspruchte Prothesenzähne rechtzeitig durch neue ersetzt. Er glättet raue Oberflächen und schleift drückende Stellen ab. Die Prothese kann in der Praxis mittels Ultraschall gereinigt werden.

Teil- und Ganzprothesen sollten Sie immer mit einer speziellen Prothesenbürste reinigen. Zur Reinigung aber nie Zahnpasta, sondern ein mildes Handabwaschmittel oder eine pH-neutrale Seife brauchen. Wegen der Schleifkörper raut Zahnpasta die Oberfläche der Prothese auf und schafft so nur einen guten Boden für Bakterien. Zwei- bis dreimal wöchentlich sollten Sie die Prothese desinfizieren und desodorieren. Dazu die Prothese entweder in ein Glas mit einer gebrauchsfertigen Chlorhexidinlösung oder in ein Glas Wasser, in dem eine Prothesen-Reinigungstablette aufgelöst wurde, einlegen.

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Autorin: Christa Friedli
Redaktion: Didier Buchmann
Quelle
  • «Drogistenstern»