Interdentalbürste und Zahnseide anwenden

Die schwer erreichbaren Zahnzwischenräume zu reinigen ist mit einer Zahnbürste schwierig – besser geht’s mit speziellen Bürsten für die Interdentalpflege.

Interdentalpflege ist in aller Munde. Das merkt auch Drogistin HF Katja Moser. «Die Leute legen Wert auf eine gute Mundhygiene. Dazu gehört auch die Reinigung der Zahnzwischenräume.

Interdentalbürsten …

Während früher vermehrt Zahnseide und Zahnhölzer über die Ladentheke gingen, sind nun eher Interdentalbürstchen gefragt. Diese speziellen «Werkzeuge» eben für Zahnzwischenräume sind kleine Sticks mit extrem feinen Borsten. Man setzt sie schräg am Zahnzwischenraum an und führt sie anschliessend sorgfältig durch den Zahnzwischenraum. Anschliessend wird die Minibürste und daran haftende Essensreste rausgezogen. Sie nach jeder Anwendung zu wechseln, sei nicht zwingend nötig, sagt Katja Moser. «Sie kann gut drei bis vier Tage genutzt werden. Einfach das Bürstchen nach der Reinigung gut abspülen und trocknen lassen, damit es hygienisch bleibt.»

interdentalpflege

Wie oft reinigen Sie die Zahnzwischenräume?

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Aus eigener Erfahrung weiss Katja Moser, dass es etwas Geschick und Übung braucht bei der Anwendung der Interdentalbürstchen. «Am besten, man lässt sich vom Zahnarzt oder bei der Dentalhygiene gut instruieren», sagt die Drogistin. Wichtig sei, die richtige Grösse für sich zu finden. Häufig kämen Kundinnen und Kunden mit einem Muster in die Drogerie, das ihnen der Zahnarzt mitgegeben hat. «Und man sollte sich Zeit für die Reinigung nehmen. Wer zu fest drückt oder in Hektik mit dem Bürstchen herumhantiert, kann das empfindliche Zahnfleisch verletzen oder gar den Zahn zerkratzen.» Und falls doch einmal etwas schiefgeht: Auch bei verletztem Zahnfleisch kann Ihnen Ihre Drogerie weiterhelfen.

Warum Interdentalpflege so wichtig ist

Herr Dr. Eppenberger, warum ist die Interdentalpflege so wichtig für eine gute Mundgesundheit?

Zahnarzt Dr. Jürg Eppenberger: Mundbakterien können Karies oder Zahnfleischentzündungen verursachen. Deshalb ist es wichtig, diese Bakterien täglich und immer von Neuem zu entfernen. Mit Zahnbürsten gelingt dies nicht an allen Oberflächen. Dort, wo sich aneinandergrenzende Zähne berühren, lassen sie sich nur mit Putzinstrumenten reinigen, die genügend fein und klein sind, um zwischen die Zähne zu gelangen. Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist genauso wichtig wie die der gut zugänglichen Oberflächen, da die Schäden dort entstehen, wo die Bakterien nicht entfernt werden.

Was spricht für die Anwendung von Interdentalbürstchen, was sind die Vorteile von Zahnseide?

Die Zahnzwischenräume sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich gross. Bei grossen Zwischenräumen sind Interdentalbürstchen ein ideales Hilfsmittel. So kann es sein, dass es für einen Mund mehrere Grössen braucht, wobei Sie mit maximal vier verschiedenen Grössen auskommen sollten. Die Zahnseide ist dann geeignet, wenn die Zahnzwischenräume mit Zahnfleisch voll ausgefüllt sind – in gesunden Gebissen oder bei Jugendlichen – oder die Zahnstellung sehr eng ist. Auch kleine Interdentalbürstchen hätten hier keinen Platz. Bei korrekter Anwendung ist die Zahnseide ein sehr effektives und gutes Hygienemittel. Am besten, Sie lassen sich die Handhabung in Ihrer Zahnarztpraxis zeigen.

Inwiefern sind Zahnhölzer noch zeitgemäss?

Zahnhölzer sind heute bestenfalls geeignet, um Speisereste zwischen den Zähnen zu entfernen. Zur Entfernung von Bakterien sind sie zu grob. Zahnhölzer wurden ersetzt durch ähnlich geformte Instrumente aus Kunststoff, die mit feinen Härchen belegt sind und gleich angewendet werden wie die Interdentalbürstchen. Auch diese gibt es in verschiedenen Grössen. Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt oder Ihrem Dentalhygieniker Ihre persönliche und sinnvolle Interdentalpflege.

… oder Zahnseide?

Doch was spricht eigentlich für Interdentalbürstchen und gegen die Zahnseide? «Ich finde, dass man gut beide Instrumente kombinieren kann. Während man mit der Interdentalbürste besser Essensreste und Bakterienbelag aus dem Mundraum bekommt, hat die Zahnseide den Vorteil, dass man mit ihr in auch ganz enge Zwischenräume gelangt.» Wichtig ist immer, dass man den Mundraum nach der Interdentalpflege gut ausspült, mit Wasser oder noch besser mit einer Mundspülung. So dass die Bakterien und gelösten Essensreste ausgespült werden.

Wer noch immer auf die bewährte Zahnseide zurückgreift, kann sie in verschiedenen Ausführungen finden: gewachst oder ungewachst, mit Pfefferminz-, Eukalyptus- oder ohne Geschmack, mit Fluor oder ohne – auch hier finden Sie in Ihrer Drogerie ein breites Sortiment und kompetente Beratung. Für grössere Zahnzwischenräume gibt es ferner Zahnseiden mit abwechslungsweise dünnen und dicken Stellen – den sogenannten Superfloss.

Was ebenfalls zur Interdentalpflege dazugehört, sind die altbewährten Zahnhölzer. Auch diese finden Sie in der Drogerie. «Gerade ältere Menschen fragen ab und zu nach ihnen», sagt Katja Moser. Ein Zahnholz ist übrigens nicht einfach ein Zahnstocher, sondern für die Mundhygiene speziell mit einem dreieckigen Querschnitt und aus weichem Holz angefertigt. Hier ist die ökologische Komponente gegeben, allerdings gilt auch hier: Vorsicht vor Verletzungen im Mundraum. Und am besten gut in der Zahnarztpraxis instruieren lassen.

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Drogistenstern

  • Drogistin HF Katja Moser

  • Zahnarzt Dr. Jürg Eppenberger