Kein Entspannen mehr möglich

Spannen, entspannen, spannen, entspannen. Das ist die lebenslange Aufgabe von Muskeln. Bleiben sie über längere Zeit oder immer wieder angespannt, kommt es zu Schmerzen und Verhärtungen.

Muskelverspannungen im Nacken-Rückenbereich sind weit verbreitet. Ursache ist fast immer eine Fehlbelastung einzelner Muskelgruppe oder eine Fehlhaltung des Kopfes, der Schultern oder des Rückens. Das Skelett wird falsch genutzt oder ungünstig ausgerichtet. Doch was genau passiert dabei im Muskel? Muskeln sind darauf ausgelegt, dass sie sich im Wechsel anspannen und wieder entspannen. Bleiben sie in einer Dauerbelastung (Anspannung) stecken, so kommt es zu einem Sauerstoffmangel in der betroffenen Region. Dieser Versorgungsmangel führt zu einer Stoffwechselstörung im Muskelgewebe, was man als schmerzhafte Verhärtung spürt. Bei einer chronischen Verhärtung der Muskeln bildet sich gar das Muskelgewebe zurück – konkret: der Umfang der Myofibrillen (Bestandteil der Muskelfasern) verringert sich. Der Muskel wird mit der Zeit weniger leistungsfähig.

Teufelskreis

Bei Muskelverspannungen besteht die Gefahr, dass ein Teufelskreis in Gang gesetzt wird: Durch unnatürliche und immer gleiche Sitz(fehl)haltungen – beispielsweise vor dem Computer – können sich Nacken-, Hals- und/oder Rückenmuskeln schmerzhaft verkrampfen. Der Körper versucht automatisch diesem Schmerz zu entkommen und nimmt eine möglicherweise noch ungünstigere Schonhaltung ein, was zu weiteren Verspannungen und damit neuen Schmerzen führt.

Ein ähnliches Problem spielt sich ab, wenn Lasten wie Taschen, Kleinkinder, Waschkörbe usw. einseitig getragen werden. Die überlasteten Muskeln werden überdehnt, ev. kommt es gar zu kleineren Zerrungen. Der Körper sucht den Ausgleich und übernutzt wiederum andere, meist gegenüberliegende Muskelgruppen. Diese laufen dann ihrerseits Gefahr, sich zu verspannen. Dasselbe Phänomen ist nach Rückenverletzungen zu beobachten: Als Antwort auf Problemstellen werden immer andere Muskeln die Arbeit von schmerzenden Muskelgruppen zu übernehmen versuchen. Diese verhärten sich in der Folge ebenfalls. Auch Stress oder Angst führen dazu, dass wir unseren Körper ungünstig beanspruchen: Schultern hochziehen, Kopf einziehen, das führt zu schmerzhaften Verspannungen im Nacken. Solche Verkrampfungen tun nicht nur weh, sie sind auch ganz schön hartnäckig. Es ist aber wichtig, dagegen anzutreten: Regelmässige Bewegung ist ganz wichtig. Gehen Sie das Training sanft an und holen Sie sich auch Hilfe aus der Drogerie.

Können Sie die Muskelverspannungen trotz Bewegung nicht mehr lösen, werden die Schmerzen gar schlimmer, ist professionelle Hilfe beim Physiotherapeuten nötig.

Autorin und Redaktion: Katharina Rederer