Znüni

Gesunde Energie für die Pause

Schulkinder brauchen ein feines und vor allem gesundes Znüni. Die besten Tipps vom Profi.

Wir haben bei einigen der Erstklässler einen Blick ins Znüni-Böxli werfen dürfen. Und mit der diplomierten Ernährungsberaterin Lina Martin, die am Universitäts-Kinderspital beider Basel arbeitet, die Inhalte studiert.

Marco, 7

Kiwi, Messer, Löffel, Laugensandwich mit Salami und Gurke

Ernährungsberaterin Lina Martin: Eine Kiwi deckt den Fruchtanteil, zu dem wir jeweils raten. Die Frucht hat viel Vitamin C und bringt Abwechslung. Allerdings empfehlen wir, nicht allzu oft auf exotische Früchte zurückzugreifen, dies aus ökologischen Gründen. Ab und zu ist das in Ordnung, weil abwechslungsreiche und bunte Vitamine Freude bereiten. Statt Salami würde sich Frischkäse oder ein Hartkäse als Kalzium- und Eiweissquelle anbieten. Ab und zu sind Wurstwaren im Sandwich in Ordnung.

Luca, 7

Pistazien, Vollkorn-Cracker mit Avocado-Creme gefüllt und ein kleines Sandwich mit Kernenbrot und Avocado

Ernährungsberaterin Lina Martin: Das ist mal ein kreatives Znüni! Wahrscheinlich braucht Oliver viel Energie, weil die Eltern das Znüni-Böxli mit reichlich Kohlenhydraten in Form der Cracker und Brot füllen. Die Avocado gehört zu den Ölfrüchten und ist exotisch. Sie liefert aber auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe sowie einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Was hier fehlt, ist eine Eiweissquelle, aber womöglich war beim Zmorge bereits ein Milchprodukt enthalten.

Emma, 7

1 kleines Rüebli, 1 kleine Gurke, Trauben, Pekannüsse und ein Toastbrot-Sandwich mit Lyonerwurst

Ernährungsberaterin Lina Martin: Bunt, abwechslungsreich, Gemüse und Früchte sind dabei – und auch naturbelassene Nüsse ohne Salz. Sie sind den gesalzenen Snack-Nüssen unbedingt vorzuziehen! Ein Toastbrot mit Vollkorn würde etwas länger nähren und bei der Lyoner gilt das Gleiche wie bei der Salami: Frischkäse oder Käse liefern wertvolles Kalzium und sind längerfristig die bessere Alternative.

Rahel, 7

2 kleine Mini-Bananen und Käse-Vollkorn-Cracker

Ernährungsberaterin Lina Martin: Die Mini-Bananen liefern schnelle Energie. Bananen haben mehr Zucker als andere Früchte, aber in dieser Menge ist das in Ordnung. Man könnte eine kleine Banane aber durch eine andere Frucht, eine Birne oder einen Apfel, ersetzen. Das macht das Znüni farbiger. Viele Kinder mögen Vollkorn-Cracker mit zusätzlichem Geschmack, etwa mit Käse. Da hier der Fett- und Salzgehalt höher ist als bei «Nature»-Crackern oder Knäckebrot, lohnt es sich auch hier, abzuwechseln.

Matteo, 7

Vollkorn-Cracker, Haselnüsse, getrocknete Mangoschnitze, Cherrytomätli, Greyerzerkäse-Möckli

Ernährungsberaterin Lina Martin: Hier haben wir von allem etwas, wobei bei den getrockneten Mangoschnitzen gilt: Trockenfrüchte sind generell sehr viel zuckerhaltiger als frische Früchte. Es lohnt sich, auf die Packung zu achten, um wirklich naturbelassene Früchte ohne Zuckerzusatz zu kaufen. Cherrytomätli sind immer gut, sie passen gut ins Znüni-Böxli und sind bei Kindern dank der Farbe und des milden Geschmacks hoch im Kurs. Käse-Möckli sind zur Abwechslung eine gute Idee, wir empfehlen eine Portion von etwa 30 Gramm, was etwa der Grösse einer Zündholzschachtel entspricht.

Anna, 7

Ein halbes Vollkorngipfeli

Ernährungsberaterin Lina Martin: Gipfeli nähren per se nicht so gut und enthalten viel Fett. Besser ist ein Vollkornbrötli. Womöglich blieb heute bei Laura wenig Zeit fürs Znüni, sonst hätte man das Znüni-Böxli gut und einfach noch mit einem Apfel oder einem Rüebli aufpeppen können.

Elias, 7

Zwei halbe Äpfel und eine Mandarine

Ernährungsberaterin Lina Martin: David hat seine Tagesration Früchte mit dem Znüni schon geschafft. Natürlich stellt sich die Frage, ob das für ihn bis zum Mittagessen reicht. Wenn er noch Turnen hat, dürfte gut und gerne eine Kohlenhydrat-Quelle hinzukommen: Reiswaffeln, Vollkorn-Cracker, ein Brötli oder Knäckebrot.

Nina, 7

Quetschi (Pfirsich, Banane, Apfel), Vollkorn-Cracker

Ernährungsberaterin Lina Martin: Ein Quetschi ist komfortabel zum Mitgeben, aber auch trügerisch: Die pürierten Früchte aus dem Quetschbeutel sättigen weniger lange, da weniger Nahrungsfasern (Ballaststoffe) drin sind. Ganze Früchte sind deswegen die bessere Alternative. Man darf die Kinder gerne auch an frisches Obst gewöhnen, nicht bei einem Nein gleich aufgeben. Es gibt so viele tolle Apfel- und Birnensorten und es lohnt sich, gemeinsam herauszufinden, was den Kindern schmeckt.

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Drogistenstern

  • Diplomierten Ernährungsberaterin Lina Martin