Sonnenschutz fürs Baby

Zehn Tipps für coole Babys!

Der Sommer hat auch Schattenseiten: Sonne und Hitze können einem Neugeborenen zusetzen. Was Sie beachten sollten, damit es dem Baby an hitzigen Tagen gut geht.

Kaum auf der Welt, geht es für Sommerbabys heiss zu und her: Damit Ihr Liebling die hitzigen Tage gut übersteht und geniessen kann, hat Drogistin HF Manuela Kunz zehn Tipps:

1. Sonnenhut

Babys sollten grundsätzlich nicht an die Sonne. «Die Haut des Babys ist empfindlich, weil sie noch sehr dünn ist. Deshalb sollten Babys an schönen Tagen auch im Schatten einen Sonnenhut tragen, das schützt vor Sonnenbrand und Sonnenstich», sagt Drogistin Kunz. Ein Sonnenstich entsteht, wenn Kopf und Nacken zu viel Sonnenstrahlung abbekommen. Dadurch kommt es zu einem Wärmestau, was die Hirnhaut reizt. Das kann zu Kopfweh, Nackensteifheit, Schwindel und Erbrechen führen. «Erste Symptome sind meistens ein heisser, roter Kopf. Oft schreit das Baby.» Bringen Sie bei Verdacht auf Sonnenstich das Baby in den Schatten. «Ich empfehle, den heissen Körper des Kindes mit einem kühlen und feuchten Frotteetuch abzuwischen.» Falls keine Besserung eintritt, einen Arzt konsultieren. «Sofort zum Doktor sollten Eltern, wenn das Baby über 39 Grad Fieber hat.»

2. Mittagspause

Zwischen 11 und 15 Uhr ist es draussen am heissesten. «Dann sollten Eltern mit ihren Babys drinnen bleiben, weil auch Bäume und Sonnenschirme nicht genug vor Sonne und Hitze schützen», sagt Kunz.

3. Sonnencreme

Zwar sollte das Baby im ersten Lebensjahr nicht an die Sonne, aber gehen die Eltern doch mal raus, zum Beispiel auf den Spielplatz oder in die Badi, sollte das Neugeborene mit einer physikalischen Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 50 eingecremt werden. Physikalische oder mineralische Sonnencremes dringen im Gegensatz zu chemischen Filtern nicht in die Haut ein, sondern wehren die Strahlen auf der Haut ab und schützen so vor Sonnenbrand. Achten Sie darauf, dass die Haut trocken ist, dann lässt sich die Creme besser verstreichen. Wichtig: «Immer genug Sonnencreme auf die Haut streichen und nach dem Baden erneut eincremen», sagt Kunz.

4. Kind nicht im Auto lassen

«Selbst für kleine Erledigungen das Baby niemals allein im Auto lassen», sagt Kunz. «Die Temperaturen steigen darin sehr schnell auf 40 bis 50 Grad, das Kind könnte einen Hitzschlag erleiden und sterben.» Dieser entsteht, wenn der Körper überwärmt, weil er zum Beispiel zu lang in einem heissen Raum, an der Sonne oder zu warm angezogen war. Bei einem Hitzschlag fühlt sich die Haut trocken und überhitzt an, es kann zu Kreislaufbeschwerden, Schockzuständen und Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Bewusstseinsverlust kommen. Ist die Haut rot und sehr heiss, sollten Sie das Kind an einem kühlen Ort hinlegen und seinen Kopf hochlagern. Legen Sie feuchte Tücher auf seinen Körper, um die Körpertemperatur etwas zu senken. Kunz: «Wenn die Symptome nicht innert kurzer Zeit nachlassen, ist der Gang zum Arzt unerlässlich.»

5. Zimmer lüften

Abends, wenn die Temperaturen etwas kühler sind, das Kinderzimmer gut lüften. «So hat das Baby nicht zu heiss und kann besser ein- und durchschlafen», sagt Kunz. Tagsüber sorgen geschlossene Storen für kühlere Räume.

6. Kleidung

Ob das Baby zu warm gekleidet ist, erkennen Sie, «wenn der Nacken warm und verschwitzt ist», sagt Kunz. In diesem Fall dem Kind besser etwas luftigeres anziehen oder es nackt strampeln lassen. «Am besten eignen sich speziell atmungsaktive Babykleider oder solche aus Baumwolle, weil die Haut genügend atmen und Hitze abtransportiert werden kann.»

Hinweis: Babys können zwar schwitzen, aber die Schweissdrüsen sind noch nicht vollständig entwickelt. Daher schwitzen sie weniger stark als Erwachsene.

7. Genug trinken

«Babys bestehen zu einem grossen Teil aus Wasser. An Hitzetagen sollten sie also genug trinken. Schlimmstenfalls dehydrieren sie», sagt die Drogistin. Signale eines zu hohen Wasserverlustes sind: «Ein sehr harter Stuhl oder gar Verstopfung, weniger Harn als normalerweise und wenn die Fontanelle einsinkt und das Kind schläfrig wird.»

Damit die Mutter genug Muttermilch produzieren kann und selber genug Flüssigkeit zu sich nimmt, sollte sie «täglich mindestens 2,5 Liter Wasser oder Tee trinken», sagt die Drogistin. Um die Milchbildung zu fördern, haben Drogerien zudem spezielle Tees im Sortiment. Kunz empfiehlt stillenden Kundinnen eine Hausmischung mit Anis, Fenchel und Melisse. «Und zusätzlich noch ein bisschen Taigawurzel, sie gibt Energie!» Lassen Sie sich in der Drogerie beraten.

8. Mückenschutz

Vor Mücken schützen Moskitonetze. Diese einfach am Kinderwagen und über dem Bettchen befestigen. Achtung: Nicht den Regenschutz als Mückenschutz benutzen, wenn Sie mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Sonst droht ein Hitzestau.

9. Insektenstich

Wird das Baby von einer Biene oder Wespe gestochen, helfen folgende erste Massnahmen: Bienenstachel rausnehmen, dabei Giftblase nicht ausdrücken, die Stichstelle mit einem Eiswürfel kühlen. Kunz: «Das verhindert, dass die Stichstelle stark anschwillt. Zudem hilft zum Beispiel ein homöopathischer Roll-on aus der Drogerie gegen das Jucken, die Rötung und die Schwellung.» Bei Bienen- oder Wespenstichen am Kopf oder im Nacken- oder Halsbereich sollten Sie nach den ersten Hilfemassnahmen die Stichstelle gut beobachten. Schwillt diese stark an, sollten Sie zum Arzt. Sofort den Arzt besuchen ist wichtig, wenn das Kind im Mund- oder Rachenraum gestochen wird und bei einer Bienengiftallergie. «In diesem Fall schwillt die Stichstelle nicht nur stark an, sondern schmerzt auch sehr.» Es können zudem Nesselfieber, Atemnot oder Herzrasen auftreten und es kann zu Bewusstlosigkeit oder gar einem Herz-Kreislauf-Kollaps kommen.

10. Saubere Augen

«Ist dem Kind etwas in die Augen geraten wie Sonnencreme oder ein Insekt, kann das Auge mit einer physiologischen Kochsalzlösung gereinigt werden», sagt Kunz.

Drogistin Kunz: «Wenn kleine Kinder Beschwerden haben, wird der Gang zum Arzt offiziell schnell empfohlen. Aber Eltern spüren auch, wenn mit Ihrem Kind etwas nicht stimmt. Ich empfehle, diesem Gefühl zu vertrauen.»

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Drogistin HF Manuela Kunz