Die wichtigsten Vitalpilze

Shiitake, Maitake und Co. unterstützen das Immunsystem. Die Vitalpilze schützen also vor Krankheiten und helfen dabei, Infekte schneller zu überstehen.

Es gibt rund 1,5 Millionen Pilzarten auf der Welt, bekannt sind etwa 120'000 Arten, zehn Prozent davon sind Grosspilze. Sie haben einen Fruchtkörper, der mit blossem Auge erkennbar ist. Diese Pilze sind sehr gesund.

Vielseitige Helfer

Zu den interessantesten Pilzinhaltsstoffen gehören die Beta-Glucane aus der Gruppe der Polysaccharide (Mehrfachzucker). Sie kommen vorwiegend als Gerüst- und Speichersubstanzen in Pilzen vor. Beta-Glucane steigern die Antikörperproduktion und aktivieren natürliche Killerzellen, die gegen schädliche Bakterien und Viren vorgehen. Dadurch unterstützen sie das Immunsystem, was vor Krankheiten schützt oder hilft, Infekte schneller und besser zu überwinden.

In der Mykotherapie (Pilztherapie) am häufigsten verwendet werden:

Brasil Egerling / Sonnen- oder Mandelpilz

Der Brasil Egerling (Agaricus brasiliensis) stammt aus Südbrasilien, wo der Japaner Takotoshi Furumoto auf ihn aufmerksam wurde. Er startete 1980 die Untersuchung der biochemischen und pharmakologischen Eigenschaften des Mandelpilzes. Der Egerling soll bei Autoimmunerkrankungen und begleitend zur Krebstherapie einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben. Die traditionelle chinesische Medizin setzt ihn vor allem zur Behandlung von Hauterkrankungen und Allergien, zur Verbesserung der Darmfunktionen und Blutdruckregulation ein.

Chinesischer Raupenpilz

Seit professionelle Suchtrupps hinter dem Chinesischen Raupenpilz (Cordyceps sinensis) her sind, kommt er nur noch in kleinen Mengen in den alpinen Graslandschaften Südwestchinas, in Mittel- und Nordchina sowie in Tibet in Höhenlagen von bis zu 5000 Metern vor. Der Raupenpilz soll als Nahrungsergänzungsmittel bei Stress unterstützen, helfen zu regenerieren sowie die Leistungsfähigkeit fördern. Das macht ihn im Westen so beliebt – und teuer. Ein Kilo gute Qualität des Pilzes kostet 6000 Dollar und mehr. So ist es kaum verwunderlich, dass Wissenschaftler und Biotechnologen begonnen haben, sich intensiv mit den Möglichkeiten einer Kultivierung auseinanderzusetzen.

Igelstachelbart

Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus) wächst in Spalten und Höhlen alter Laubbäume. Er ist ein vorzüglicher Speisepilz, aber relativ unbekannt, obschon er in unseren Breitengraden heimisch ist. Der Pilz hat einen beruhigenden Effekt auf die Schleimhautzellen im Darm, ausserdem wirkt er positiv auf die Psyche. Nach der chinesischen Medizin kann er einen aus dem Takt geratenen Lebensrhythmus wieder harmonisieren.

Maitake / Klapperschwamm

Der Maitake (Grifola frondosa) wächst an Eichen, Edelkastanien und gelegentlich an Rot- und Weissbuchen. Er kommt in Europa, Nordamerika und Ostasien vor. Wobei Ostasien nach wie vor die Hochburg der Maitake-Kultivierung ist. Der Maitake wird sowohl in der Heilkunde als auch als Speisepilz geschätzt. Ärzte und Therapeuten verabreichen ihn zur Unterstützung bei Krebspatienten und bei Autoimmunerkrankungen. Die traditionelle chinesische Medizin empfiehlt Maitake-Extrakte hauptsächlich zur Gewichts- und Blutdruckregulierung sowie zur Unterstützung von Leber, Galle und Knochen.

Reishi / Glänzende Lackporling

Die Chinesen nennen den Reishi-Pilz (Ganoderma lucidum) «ling zhi» oder «ling chih». Das bedeutet so viel wie «Pflanze der Unsterblichkeit». Er wächst auch in Europa, in Auenwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern, in trocken warmen Eichenwäldern, in Parks und Gärten sowie an Sümpfen. Der Lackporling ist als Speisepilz ungeeignet, sein Fleisch ist holzig hart. Da er aber weltweit als die Nummer eins unter den Vitalpilzen gilt, hat sich seine Kultivierung und Vermarktung in Ostasien zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Der Reishi fördert nach Ärzten und Therapeuten das Wohlbefinden begleitend bei der Krebstherapie und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ausserdem kann er gemäss der asiatischen Heilkunde Heuschnupfensymptome lindern und hilft bei Einschlafstörungen und allergiebedingten Hautproblemen.

Shiitake

Der Shiitake (Lentinula edodes) kommt aus Ostasien. Er ist, neben dem Kulturchampignon und dem Austernpilz, weltweit einer der wichtigsten Speisepilze. In Deutschland wird der Pilz in der Grössenordnung von einigen Hundert Tonnen pro Jahr kultiviert, und auch in der Schweiz gibt es namhafte Produzenten. Die meisten Shiitake werden allerdings aus China importiert. Ärzte und Therapeuten setzen den Pilz zur Unterstützung bei Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zur begleitenden Behandlung bei Krebspatienten sowie zur Abschwächung der Nebenwirkungen von Chemotherapie ein. Nach der asiatischen Heilkunde hilft der Pilz bei Erkältung, Stoffwechselproblemen und rheumatischen Erkrankungen. Gegen diese Beschwerden gibt es allerdings eine Vielzahl anderer, sehr wirksamer Arzneimittel in Ihrer Drogerie.

Autorin: Vanessa Naef
Redaktion: Bettina Epper
Quelle
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