Mund auf – ohne Angst

Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Die Reaktionen der Patienten reichen von Unwohlsein bis zu Panikattacken. Ein Gespräch mit Ihrem Zahnarzt und kleine Tricks helfen gegen die Angst.

– Pfeifende Bohrgeräusche, steriler Geruch und drohende Spritzen lassen so manchen Patienten beim Betreten der Zahnarztpraxis am liebsten wieder Rechtsumkehrt machen. Trotz des flauen Gefühls in der Magengrube schaffen es die meisten zum Glück dennoch auf den Behandlungsstuhl. Denn, je später eine Zahnbehandlung erfolgt, desto grösser sind der Schaden und die Kosten. Obwohl die Zahnmedizin mittlerweile sehr fortgeschritten und schmerzarm ist, haben noch immer viele Menschen Angst vor dem Bohrer. Auch Zahnarzt Markus Burri kennt die Sorgen seiner Patientinnen und Patienten. Er setzt auf Information: «Ich nehme mir viel Zeit und erkläre den Eingriff ausführlich, bis der Patient die Furcht verliert.»

So bleiben Sie ruhig

Gelassenheit auf dem Zahnarztstuhl? Ja, das ist möglich. Wir geben Ihnen einige Tipps, wie Sie selber zu einer entspannten Behandlung beitragen können.

  • Bachblütentropfen oder leichte Beruhigungsmittel auf homöopathischer Basis helfen gegen Nervosität.

  • Verschiedene Therapiemethoden wie Atemtherapie, Autogenes Training oder Qi-Gong lassen Ihre Atmung ruhiger werden und lösen so allfällige Verkrampfungen.

  • Die Lieblingsmusik sorgt für die nötige Ablenkung.

  • Denken Sie positiv: Die Zahnbehandlung dient Ihrer Gesundheit.

Dentalphobie – was ist das?

Ein ausführliches Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt reicht in der Regel aus, um die Angst vor dem Bohrer in Grenzen zu halten. Ganz anders verhält es sich jedoch bei Menschen, die an einer Dentalphobie leiden. Diese Angststörung kann mit einer krankhaften Flugangst verglichen werden und gehört in die Hände eines Psychologen oder eines Zahnarztes mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung. Bereits der Gedanke an Spritze und Zange treibt betroffenen nicht nur Schweissperlen auf die Stirn. Starkes Herzklopfen, Schwindelgefühle und Atemnot sind weitere Symptome. Es wird angenommen, dass über zehn Prozent der Bevölkerung an dieser Phobie leiden. Oft ist der Ursprung des Problems in Kindertagen zu finden. Burri: «Viele Zahnarztphobiker haben schlechte Erfahrungen gemacht und lassen sich deswegen jahrelang nicht behandeln.» Wer jedoch lange nicht beim Zahnarzt war, geht aus Furcht vor der Diagnose erst recht nicht hin. Dieses Verhalten wird zum Teufelskreis und schlägt sich immer negativer auf die Gesundheit der Zähne nieder. Es drohen Kariesherde, Parodonthose (bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates) und im schlimmsten Fall muss der Zahnarzt mit der Zange ran.

Betroffene die in ihrer Not nur auf starke Schmerzmittel setzten, tun sich keinen Gefallen. Medikamente bewirken lediglich, dass man länger ausharrt, ohne sich behandeln zu lassen. Akute Schmerzen drohen chronisch zu werden und spätestens wenn Fieber und Schwellungen hinzukommen, wird es allerhöchste Zeit, einen Zahnarzt aufzusuchen. Auch blutendes Zahnfleisch ist keineswegs normal. Es deutet vielmehr auf zu viele Bakterien und Belag hin.

Machen Sie den ersten Schritt

Menschen die an einer Dentalphobie leiden, haben das Gefühl in einer Sackgasse zu stecken. Doch so unüberwindbar die Angst vor einer Zahnbehandlung auch scheinen mag, es gibt Hilfe. Der wichtigste Schritt zu gesunden Zähnen ist das Gespräch zwischen Arzt und Patient. Gemeinsam kann die geeignete Lösungsstrategie erarbeitet und durchgeführt werden. Die Bandbreite reicht von Hypnosebehandlungen, über psychologische Beratungsangebote bis hin zu alternativen Narkoseverfahren. In ganz schwierigen Fällen kann auch eine Behandlung unter Vollnarkose erfolgen. Diese sollte jedoch erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum gewünschten Erfolg führten. Nehmen Sie unabhängig vom Ergebnis all Ihren Mut zusammen und sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Ängste – Ihre Zähne werden es Ihnen danken.

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Autoren: Didier Buchmann, Salome Lang
Redaktion: Didier Buchmann
Quelle
  • «Drogistenstern»