Bärlauch oder Herbstzeitlose?

Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Eine Verwechslung kann fatale Folgen haben.

Im Frühling zieht es viele Menschen in den Wald, um Bärlauch für ein feines selbstgemachtes Pesto oder für einen Frühlingssalat zu sammeln. Bärlauch erkennen Sie am charakteristischen Knoblauchgeruch. Doch in unmittelbarer Umgebung wachsen oft auch Giftpflanzen, die dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich sind, vor allem, weil sie im Frühling noch keine Blüten tragen. Eine besondere Gefahr stellt die Herbstzeitlose dar. Sie enthält ein hochwirksames Zellgift, das Colchicin, von dem schon weniger als 1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht lebensgefährlich ist. Die Herbstzeitlose ist vor allem daran zu erkennen, dass sie geruchlos ist. Auch nicht blühende Maiglöcken werden leicht mit Bärlauch verwechselt.

Dem Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum Tox Info Suisse sind in den letzten Jahren jährlich durchschnittlich 15 bis 16 Unfälle mit Herbstzeitlosen gemeldet worden. Eine solche Vergiftung kann tödlich enden.

Bärlauch

Blätter des Bärlauchs: gestielt, elliptisch, charakteristischer Knoblauchgeruch. (Foto: © Tox-Zentrum)

Herbstzeitlose

Blätter der Herbstzeitlosen: ungestielt, lanzettenförmig, ohne Geruch. (Foto: © Tox-Zentrum)

Maiglöckchen

Blätter des Maiglöckchens: ähnlich Herbstzeitlose, Blätter weiter gefächert, etwas intensiverer Farbton. (Foto: © Tox-Zentrum)

Woran erkennt man eine Vergiftung?

Wenn einige Stunden nach dem Konsum eines vermeintlichen Bärlauchgerichts Übelkeit, Erbrechen und heftiger Durchfall auftritt, muss unverzüglich Tox Info Suisse (Notfall-Nr. 145; Ausland +41 44 251 51 51 oder E-Mail: info@toxinfo.ch) angerufen oder ein Arzt oder Spital aufgesucht werden. Bei einer allfälligen Colchicinvergiftung (das Gift der Herbstzeitlosen) darf keine Zeit verloren gehen.

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Foto: © angieconscious / pixelio.de
Autorin und Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum