Gemmotherapeutika werden als Spray abgegeben. Sie werden vor den Mahlzeiten direkt auf die Mundschleimhaut gesprüht, schmecken angenehm süsslich und werden auch von Kindern gut toleriert. Kinder nehmen täglich drei mal ein bis zwei Sprühstösse, Erwachsene täglich drei Mal zwei bis drei Sprühstösse (im akuten Fall halbstündlich oder stündlich ein Sprühstoss). Die Mittel können in Ausnahmen kombiniert werden, es sollte jedoch immer nur ein Mittel auf einmal zur Anwendung kommen, also morgens ein anderes als mittags bzw. abends.

7. Anwender und ihre Ausbildung

Diplomierte Drogistinnen und Drogisten kennen die Wirkung der Gemmotherapeutika und deren therapeutische Anwendung. Sie wissen über Heilpflanzen Bescheid und können Sie bezüglich Inhaltsstoffe, Indikationen und allfälligen Kontraindikationen beraten.

8. Behandlung und Ablauf

In einem Diagnosegespräch ermittelt der Experte bzw. die Expertin, welches Gemmotherapeutikum gute Heilungschancen verspricht oder die gewünschte unterstützende Initialzündung für die Heilung auslösen kann. Der ausgewählte Spray wird, wie in der Spagyrik, während einem bis maximal drei Monaten eingenommen.

9. Grenzen und Risiken

Gemmotherapeutika haben Ähnlichkeit mit spagyrischen Heilmitteln und der traditionellen Phytotherapie. Man geht aber davon aus, dass Gemmotherapeutika auf Körper und Geist wirken. Die Auswahl einer Naturheilmethode basiert oft auf der persönlichen Vorliebe des Ratsuchenden. Um jedoch die Kombination verschiedener Methoden richtig abstimmen zu können, bedarf es fachlicher Beratung, weil phytotherapeutische Mittel Nebenwirkungen haben können. In Studien belegt ist jedoch die erhöhte Phagozytoseaktivität (Aktivität der Fresszellen) dank Gemmotherapeutika und in der Folge eine schnellere Ausscheidung von Beschwerden- und Krankheitserregern. Klinische Studien zeigten zudem, dass die Knospenmazerate die Blutproteinkonzentration beeinflussen können.

10. Praxistipps

Mit der Gemmotherapie erschliesst sich neben der Spagyrik, Phyto- respektive Frischpflanzentherapie und Homöopathie ein weiteres Feld von Hilfestellungen in der Behandlung hartnäckiger Beschwerden. Hilfreiche Knospen (siehe auch unter Punkt 5):

  • Mammutbaumknospe (Sequoia gigantea) als pflanzlicher Tranquilizer bei sämtlichen nervlichen, psychischen Störungen sowie bei Schwäche- und Altersbeschwerden. Wirkt stärkend und stressadaptierend.

  • Lindenblütenknospe (Tilia cordata/platyphyllos) als Ausgleichsmittel bei Schlafstörungen, Angstzuständen und überraschend eintretenden Ereignissen. Ist speziell gut geeignet für Kinder mit Unruhe und Alpträumen.

  • Olivenbaumknospe (Olivae europea) als Blutdruck- und Gefässmittel bei Bluthochdruck, schlechter Durchblutung und schwachen Gefässen. Kann unterstützend zu synthetischen Blutdruckmedikamenten eingenommen werden.

11. Zahlt die Krankenkasse?

Viele Krankenkassen leisten einen Beitrag an die Behandlungskosten im Rahmen ihrer Zusatzversicherungen, sofern die verschreibenden Therapeuten anerkannt sind. Nähere Informationen erhalten Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse.

Quellen: Spagyros AG Gümligen / Hans-Martin Steingassner: «Gemmotherapie-Phytotherapie-Mineralientherapie», Maudrich Verlag, 2005 / Rottal Drogerie Rüegg, Ruswil (LU)
Autor: Jürg Bareiss
Redaktion: Nadja Mühlemann, Katharina Rederer
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