Tipps gegen lästige Schuppen

Jede zweite Person in Europa hat Schuppen, die aus den Haaren rieseln. Diese Hautpartikel sind aus medizinischer Sicht in aller Regel harmlos, aber sie sind hartnäckig und lästig.

Die Haut durchläuft einen permanenten Erneuerungsprozess. Auf der obersten Hautschicht sitzen verhornte Hautzellen, die laufend abgestossen werden. Lösen sich mehr Hautzellen als üblich, spricht man von Schuppen. Die Haut kann am ganzen Körper schuppen. Besonders häufig kommt dies allerdings in den Haaren, vor.

Ein lästiges Phänomen, von dem Jugendliche und Männer (ab Pubertät bis zirka 40) häufiger betroffen sind als Frauen. Schuppen sind zudem im Winter wegen der trockenen Luft häufiger als im Sommer.

Unschön

Schuppen sind meist harmlos. Sie stellen mehr ein ästhetisches als ein gesundheitliches Problem dar. Denn die kleinen, weisslich-gelblichen oder auch gräulichen Schuppen sind besonders in dunklem Haar gut sichtbar. Wenn sie sich verklumpen und von der Kopfhaut lösen, rieseln sie wie Schnee auf die Schulterpartie und sind auch da unübersehbar. Schuppen vermitteln den Eindruck von Ungepflegtheit, obschon auch zu häufiges und/oder falsches Haarewaschen eine Ursache für Schuppenbildung sein kann.

Worauf Sie achten sollten

  • Je nach Zustand der Kopfhaut ist ein mildes Schuppenshampoo für fettige oder trockene Haare zu wählen.

  • Ein einmal gewähltes Shampoo während mindestens drei Wochen anwenden, Produkte nicht ständig wechseln. Sonst lässt sich nicht feststellen, welches Produkt am besten wirkt.

  • Wer auf natürliche Produkte setzen will, dem sind Shampoos mit Huflattich und Weidenrinde empfohlen. Zusätzlich hilft gegen Rötungen und Juckreiz eine Huflattich-Schuppen-Lotion, die über Nacht aufgetragen wird. Auch Produkte mit Mineralstoffkomplexen aus dem Toten Meer sind empfehlenswert, da sie die Kopfhaut beruhigen.

  • Shampoos bekämpfen die Symptome, sie können an der Ursache nichts ändern. Aber sie verringern die Anzahl der auftretenden Schuppen deutlich.

  • Rund dreimal pro Woche Haare waschen; bei trockener Kopfhaut nach Möglichkeit weniger.

  • Wenig mit Wasser verdünntes Shampoo von der Grösse einer Haselnuss auftragen.

  • Haare sanft waschen, den Kopfboden nicht massieren. Möglichst nur einmal einschäumen.

  • Das Shampoo mit lauwarmem Wasser gründlich ausspülen.

  • Haare mit dem Frottéetuch nicht kräftig trocken rubbeln, nur sanft ausdrücken.

  • Am besten an der Luft trocknen lassen. Wenn Sie das Haar föhnen, dann niemals heiss.

  • Möglichst nicht in den Haaren kratzen, auch nicht zu oft bürsten, weil dadurch die Kopfhaut zusätzlich gereizt wird.

  • Keine Panik: Wenn eine Behandlung mit einem Schuppenshampoo aufgenommen wird, gehen bei stark fettenden Schuppen anfänglich mehr Haare verloren. Grund: Dank des Shampoos lösen sich die verklumpten Zellverbände auf. Mit ihnen fallen auch die in den Schuppen verhafteten Haare ab, die sich eigentlich längst von der Kopfhaut gelöst haben sollten.

  • Der Einfluss von bestimmten Lebensmitteln wie Käse oder Schokolade auf eine vermehrte Schuppenbildung ist nicht belegt.

Zu trockene oder zu fettige Kopfhaut

Eine gereizte, juckende Kopfhaut ist die Ursache von Schuppenbildung. Aus dem Gleichgewicht kann die Kopfhaut geraten, weil sie zu trocken oder zu fett ist. Die Folge einer leicht entzündeten Kopfhaut ist eine beschleunigte Zellteilung der Oberhaut. Beziehungsweise eine Beschleunigung des Verhornungsvorgangs von ganzen Zellverbänden, die sich dann als Schuppen lösen. Entsprechend werden zur Behandlung Wirkstoffe eingesetzt, die die Zellteilung hemmen (keratostatische Wirkstoffe) oder die Zellverbände auflösen (keratolytische Wirkstoffe).

Zudem kann vor allem bei fettiger Kopfhaut ein hefepilzartiger Mikroorganismus (Pityrosporum ovale) verantwortlich für die Bildung von Haarschuppen sein. Der Pilz ernährt sich von Fetten aus den Talgdrüsen der Kopfhaut. Bei Erkrankungen wie Schuppenflechten oder Kopfekzemen sind Schuppen Begleiterscheinungen der Grunderkrankung, die vom Dermatologen, von der Dermatologin behandelt werden müssen.

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Quelle: «Meine Gesundheit», Documed-Verlag, 1999 / Ralph M. Trüeb, Doris Lier: «Hauptsache Haar – Das Haar im Spiegel von Medizin und Psychologie», Rüffer&Rub, 2002 / Sabine Bender: «Körperpflegekunde», Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009 / Carina Diodà: «Schön sein, gesund bleiben», Puls Media, 2004.
Foto: © Jörg Brinckheger / pixelio.de
Autorin und Redaktion: Katharina Rederer