Zecken
Zeckenstiche und mögliche Folgen
Zecken können zwei Krankheitserreger in sich tragen: Das Bakterium Borrelia burgdorferi und das Zeckenenzephalitis-Virus. Gegen Letzteres gibt es einen Impfschutz.
Boreliose-Bakterium
Fünf bis dreissig Prozent der Zecken sind mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi infiziert. Schätzungsweise 3000 Personen erkranken in der Schweiz jedes Jahr an der Lyme-Borreliose. Die Krankheit ist schwer zu diagnostizieren und verursacht grippeähnliche Symptome. In der Regel verschwinden diese nach einigen Tagen oder Wochen wieder von selbst. Bei einigen Patienten kann es jedoch nach einiger Zeit erneut zu Beschwerden an Gelenken, Haut oder Nervensystem kommen. Werden diese Erkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt, können chronische Schädigungen zurückbleiben. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist die Lyme-Borreliose mit der bisherigen Labordiagnostik nur beschränkt erfassbar. Eine britisch-amerikanische Expertengruppe ist gar der Meinung, dass die meisten Menschen, die scheinbar unter chronischer Borreliose leiden, eine ganz andere Krankheit haben. Dies geht aus einem Artikel im Fachmagazin «New England Journal of Medicine» hervor. Gegen Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung.
FSME-Virus
Auch die Zeckenezephalitis (FSME) beginnt häufig mit grippeähnlichen Beschwerden. Die FSME-Risikogebiete sind auf der Gefahrenkarte des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) markiert. Für Personen, die sich oft in Risikogebieten aufhalten, empfiehlt das BAG eine Impfung.
Zecken, die das FSME-Virus in sich tragen, kommen nur in eng umschriebenen Gebieten vor. Da nur 0,5 bis 2 Prozent der Parasiten infiziert sind, kommt es auch beim Menschen selten zu einer Infektion. In einer ersten Phase treten bei den Betroffenen grippeartige Beschwerden auf, die aber rasch wieder verschwinden. Bei fünf bis fünfzehn Prozent kommt es zu einer Hirnhaut- oder Hirnentzündung. In der Mehrzahl der Fälle heilt die Krankheit in einigen Wochen folgenlos aus. Bleibende, schwerwiegende Schädigungen werden eher selten beobachtet. Gegen das FSME-Virus kann man sich impfen. Gemäss jüngsten Empfehlungen des BAG sollten sich möglichst viele Personen in den Endemiegebieten vor einer Erkrankung schützen. Damit bereits bei Beginn der Zeckensaison ein Schutz besteht, soll die Impfung vorzugsweise schon im Winter vorgenommen werden. Die anfallenden Kosten werden über die Grundversicherung der Krankenkassen gedeckt. Nicht empfohlen wird die Impfung bei Kindern unter sechs Jahren. Das Risiko, in diesem Alter an Zeckenenzephalitis zu erkranken, ist verschwindend klein.
Gezielte Vorsichtsmassnahmen helfen, sich gar nicht erst von einer Zecke stechen zu lassen. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zeckenstich, ist das rechtzeitige Entfernen des Parasiten angezeigt.
Autor und Redaktion: Didier Buchmann


