Zecken: So attackieren und leben sie

Zecken sind winzig klein und von Auge schwer zu erkennen. Doch wenn sie anfangen, sich vollzusaugen, schwellen sie mehr und mehr an.

– Wenige Tiere sind so unbeliebt wie Zecken. Kein Wunder, denn sie ernähren sich von tierischem oder menschlichem Blut. Die Attacke geschieht meistens unbemerkt. Dabei verankern die Spinnentiere sich bis zu zehn Tage auf der Haut. Sie graben mit ihrem Mundwerkzeug einen Pool in die Haut, der sich mit Blut füllt. In diese Wunde injizieren sie mit dem Speichel gerinnungshemmende und betäubende Substanzen, damit sie nicht bemerkt werden. Am Ende einer Blutmalzeit sind Zecken rund 200-mal schwerer als zu Beginn.

Übertragbare Krankheiten

Im Speichel der Zecke befinden sich für den Menschen manchmal gefährliche Krankheitserreger wie für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die sogenannte Zecken-Hirnhautentzündung, oder Lyme-Borreliose. Die Borreliose kann Organe wie Haut, Gelenke und Nerven befallen.

In der Schweiz sind etwa 1 Prozent aller Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt beim Menschen auch zum Ausbruch der Krankheit. 2015 wurden 121 FSME-Erkrankungen gemeldet. Deutlich häufiger sind Borreliose-Erkrankungen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet jährlich mit 9000 bis 12'000 Fällen.

Zecken mögen es feucht

Zecken gibt es in der Schweiz fast überall – in tieferen Lagen häufiger als in höheren. Sie mögen Feuchtigkeit und leben deshalb vor allem im Unterholz, in Wäldern, Gärten und auch an Wald- und Wegrändern. Auf Ästen, Blättern und Gräsern in Bodennähe warten sie auf ihre Beute.

Die Anzahl der Zecken pro Quadratkilometer schwankt von Jahr zu Jahr je nach Wetter. Mit den wärmeren Temperaturen des Frühlings kommen die Plagegeister aus ihren Löchern, schon ab acht Grad Celsius. Wer sich dann längere Zeit im Grünen aufhält, kann sich mit ein paar einfachen Massnahmen vor den Plagegeistern schützen.

Tipp aus der Drogerie

Wichtig ist die Prophylaxe: Mit einem Zeckenschutzspray wird der «Geruchsapparat» der Zecken gestört, und sie «nisten» sich gar nicht erst auf der Haut ein. Ein Stich kann, muss aber keinesfalls jucken und kann längere Zeit unbemerkt bleiben. Deshalb sollten Sie gleich nach dem Aufenthalt in der Natur den ganzen Körper nach Zecken absuchen und gegebenenfalls mit einer Pinzette, nahe an der Haut, herausziehen. Rasches Handeln kann eine gefährliche Infektion vorbeugen. Falls sich ein rötlicher Ring um die Einstichstelle bildet oder grippeähnliche Symptome auftreten, sollten Sie zum Arzt.

Foto: © sassi / pixelio.de
Autorinnen: Katharina Rederer / Julia Burgener / Vanessa Naef
Redaktion: Katharina Rederer / Vanessa Naef
Quellen