Heuschnupfen

Es (f)liegt was in der Luft

Der Frühling sorgt nicht bei allen Menschen für eitel Sonnenschein. Mit dem Erwachen der Natur meldet sich auch eine weitverbreitete Allergie zurück – der Heuschnupfen.

Birken-, Gräser- und andere Pollen sind vollkommen harmlos. Es sei denn, der Körper stuft sie als Fremdkörper ein.

Birken-, Gräser- und andere Pollen sind vollkommen harmlos. Es sei denn, der Körper stuft sie als Fremdkörper ein.

Sie sehen aus, als hätten sie die Nacht durchzecht, obwohl sie zeitig zu Bett gegangen sind: Heuschnupfen-Allergiker. Gerötete, juckende Augen, Fliessschnupfen, verstopfte Nase und Niesanfälle sind die hartnäckigen Begleiter einer Pollenallergie. In den letzten Jahrzehnten avancierte der Heuschnupfen zur Volkskrankheit. In der Schweiz sind rund 1,4 Millionen Menschen betroffen. Gehören Sie dazu? Das ist kein Grund zum Resignieren. Mit der nötigen Information und der richtigen Behandlung können Sie der Pollenplage einiges entgegen setzen.

Wie Heuschnupfen entsteht

Der Begriff Heuschnupfen hat mit Heu wenig zu tun. Es ist lediglich die umgangssprachliche Bezeichnung für einen allergischen Schnupfen, dessen Veranlagung meist vererbt wird. Der Organismus reagiert auf einen eigentlich harmlosen Stoff wie Blütenpollen. Pollenkörner (oder Blütenstaub) dienen zur natürlichen Befruchtung der Pflanzen. Man unterscheidet zwischen insekten- und windbestäubten Pflanzen, wovon Letztere für die Pollenallergie verantwortlich sind.

Nützliche Links

Download: Allergie Glossar (pdf)

In den Pollen stecken Proteine, die der menschliche Organismus als Fremdkörper identifiziert – und sie entsprechend bekämpft. Beim ersten Kontakt mit den an sich harmlosen Proteinen bilden manche Personen Abwehrmoleküle, sogenannte Antikörper. Von diesem Augenblick an betrachtet der Organismus die Pollen (Allergene) als gefährliche Substanzen. Er ist sensibilisiert und produziert immer mehr Antikörper. Das führt mit der Zeit zu allergischen Reaktionen: Schon beim geringsten Kontakt mit den Pollen reagiert der Körper, als müsse er sich gegen einen Krankheitserreger verteidigen. Die überzogene Reaktion ist wahrscheinlich genetisch bedingt, dürfte aber durch Umwelteinflüsse verstärkt auftreten.

Umweltverschmutzung als Mitursache

Viele Wissenschaftler sind sich einig, dass die Verbreitung von Pollenallergien mit der Luftverschmutzung zusammenhängt. Unsere Vorfahren waren genauso Pollen ausgesetzt wie wir, doch sie reagierten nicht allergisch darauf. Im Gegensatz zu uns lebten sie in einer ökologisch intakten Umwelt. Ihr Immunsystem musste nicht gegen eine Flut von synthetischen Substanzen und Schadstoffen aus Wasser, Luft und Nahrung ankämpfen. Unser Körper hat noch kein genetisches Programm «entwickelt», um diesen Substanzen trotzen zu können. Wie eine Reihe von Studien bestätigen, fördert die Umweltverschmutzung effektiv die Anfälligkeit für Heuschnupfen.

Etagenwechsel: allergisches Asthma

Ohne angemessene Behandlung kann eine Pollenallergie mit der Zeit zu einer ernsthaften Atemwegserkrankung mutieren. Falls Sie bereits unter Atembeschwerden leiden, sollten Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Im Fachjargon wird dieses Phänomen «Etagenwechsel» genannt. Es bedeutet, dass ein Heuschnupfen, also eine allergische Rhinitis, unbehandelt eine «Etage» tiefer ansetzen und in den Atemwegen ein allergisches Asthma verursachen kann.

Quellen: www.pollenundallergie.ch / «Drogistenstern»
Autorinnen: Petra Gutmann, Katharina Rederer
Redaktion: Antoinette Prince

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