Heuschnupfen

Gefährliche Ambrosia

Seit einigen Jahren verbreitet sich die Ambrosia auch in der Schweiz. Die Pflanze kann Pollen-Allergikern das Leben zusätzlich schwerer machen kann.

Die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze sieht harmlos aus. Doch die Ambrosia ist wegen ihrer hochallergenen Pollen gefährlich.

Die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze sieht harmlos aus. Doch die Ambrosia ist wegen ihrer hochallergenen Pollen gefährlich.

Ambrosia ist eine Pflanze mit hochallergenen Pollen. Bereits kleinste Mengen können heftige allergische Reaktionen der Augen, der Atemwege oder gar Asthma-Anfälle auslösen. Die Gattung der Ambrosia besteht aus über vierzig Arten, von denen die meisten in Nordamerika heimisch sind.

Ambrosia in der Schweiz

Die weltweit am weitesten verbreitete Pflanzenart dieser Gattung ist die Beifussblättrige Ambrosia artemisiifolia. Hauptsächlich seit Beginn der 1990er Jahre breitete sie sich in Ungarn, auf dem Balkan, in der Poebene und im französischen Rhônetal enorm schnell aus und produziert grosse Mengen an Pollen. Mittlerweile hat die Ambrosia auch in der Schweiz Fuss gefasst. In Genf finden sich landwirtschaftliche Felder mit Millionen von Ambrosiapflanzen, im Südtessin wurden vor allem entlang der Autobahn viele Pflanzen gefunden. Vereinzelt wurde das Vorkommen der Ambrosia auch von der Alpennordseite gemeldet. Dabei handelte es sich mitunter um einzelne Pflanzen in Hausgärten. Ursache dafür war meist Vogelfutter, das mit Ambrosiasamen verunreinigt wurde. Gemäss Auskunft von Christian Bohren von der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW konnte dieses Problem dahingehend gelöst werden, dass sich die Schweizer Produzenten bereiterklärten, die Rohprodukte von Vogelfutter sorgfältig zu reinigen. Zudem wurden die Kunden aufgefordert, nur in der Schweiz hergestelltes Vogelfutter zu kaufen.

Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen Pflanzenvorkommen gemeldet und von den kantonalen Pflanzenschutzstellen von Gesetzes wegen bekämpft werden.

Blühphasen

Die Blütezeit von Ambrosia beginnt Mitte/Ende Juli und dauert bis Oktober. Für Personen, die auf Ambrosia reagieren, bedeutet dies eine Verlängerung der Beschwerdezeit um mehr als zwei Monate. Im Südtessin werden durchschnittlich elf Tage mit starkem Pollenflug gemessen. In Genf sind es deren fünf.

Die Ambrosiabelastung ist im Tessin und Genf so stark, dass die Personen mit Ambrosia-Allergien bekannt sind. Im Mittelland hingegen ist die Pollenmenge noch zu gering, um Allergien auszulösen. Die tagesaktuellen Messwerte finden Sie auf unserer Pollenprognose.

Behandlung und Prävention

Untersuchungen der Allergiestation des Universitätsspitals Zürich zeigen, dass in der Schweiz rund acht Prozent der untersuchten Bevölkerung auf Ambrosiapollen sensibel reagieren. Bei Patienten mit bestehender Pollenallergie sind es sogar 21 Prozent. Sollte sich die Ambrosia weiter ausbreiten, ist anzunehmen, dass ein beträchtlicher Teil dieser Menschen rasch an allergischen Beschwerden leiden wird.

Ob eine Allergie durch Pollen der Ambrosia oder anderer Pflanzen ausgelöst wird, spielt bei der Behandlung keine grosse Rolle. Bei allen Pollenallergien gilt es, sowohl die Symptome zu lindern, als auch vorbeugend eine Desensibilisierung durchzuführen. In der Blühphase gelten die allgemeinen Verhaltensregeln, um sich die lästigen Pollen vom Leib zu halten.

Quellen: aha.ch / Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW / ambrosia.ch
Autor und Redaktion: Didier Buchmann

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