Kreuzreaktionen

Bei Erwachsenen ist die Nahrungsmittelallergie häufig mit Heuschnupfen oder anderen Atemwegsproblemen gekoppelt. Grund dafür ist eine allergische Kreuzreaktion. Das Immunsystem eines Pollenallergikers wird durch das Einatmen von «fliegenden» Allergenen wie Birkenpollen usw. sensibilisiert. Da die Struktur der in den Lebensmitteln enthaltenen Eiweisse jener der Pollen ähnelt, reagiert der Körper mit den gleichen Symptomen. Folglich macht das Immunsystem keinen Unterschied mehr zwischen allergenen Stoffen in Lebensmitteln und Blütenpollen.

Schätzungen zufolge entwickeln zwischen zwanzig und siebzig Prozent der Pollenallergiker Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln. Die meisten haben allerdings nur harmlose Beschwerden im Bereich des Mundes.

Medizinische Abklärung

Falls Sie den Verdacht hegen, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, sollten Sie sich zuerst an einen Allergiespezialisten wenden. Ist das verursachende Nahrungsmittel erst einmal aufgespürt, besteht die einzig wirksame Massnahme darin, es fortan zu meiden. Manchmal wird das Nahrungsmittel lediglich noch in gekochtem Zustand vertragen. Personen, deren Nahrungsmittelallergie sehr ausgeprägt ist, erhalten einen Notfallausweis sowie ein Notfallset mit den passenden Medikamenten. Hilfe bieten diesbezüglich Produkte, die mit dem Allergie-Gütesiegel ausgezeichnet sind.

Unterschiede zu Intoleranzen

Nahrungsmittelallergien sind nicht zu verwechseln mit Unverträglichkeiten auf gewisse Lebensmittel. Bei diesen sogenannten Intoleranzen spielt das Immunsystem keine Rolle. Hier handelt es sich um Enzymmängel, wie man sie etwa von der Zöliakie oder Milchzucker-Intoleranz her kennt. An Letzterem leiden Menschen, die Milch und Milchprodukte nicht vertragen und demnach auch nicht verarbeiten können. In der Folge stellen sich Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und/oder Blähungen ein.

Obwohl die Ursachen von Allergien und Intoleranzen sehr unterschiedlich sind, äussern sie sich in ähnlichen Beschwerden. Der grösste Unterschied besteht darin, dass Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel nicht lebensgefährlich sind. Eine Allergie hingegen kann bis zu einer lebensgefährlichen Schockreaktion führen.

Quelle: Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma
Autor und Redaktion: Didier Buchmann
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