Sie haben die Ernährung angesprochen. Was für eine Rolle wird ihr diesbezüglich zugemessen?

«Eine sehr grosse! Supplemente können eine qualitativ hochwertige Ernährung mit Gemüse, Fleisch, Früchten usw. nur ergänzen. Wer also denkt, in Quantität und Qualität ungesundes Essen liesse sich mit der Einnahme von Vitamintabletten usw. ausgleichen, ist auf dem Holzweg.»

Folglich haben Banane, Apfel und Co. als Energiespender nicht ausgedient?

«Auf keinen Fall. Sie liefern dem Körper wichtige Stoffe, wie zum Beispiel Pflanzeninhaltsstoffe. Es stellt sich aber die Qualitätsfrage von Frischprodukten. Die Herkunft, Lagerung usw. spielen diesbezüglich eine grosse Rolle.»

Pharmariesen wie auch Discounter bieten Nahrungsergänzungsmittel an. Wo sind die qualitativen Unterschiede?

«Bezüglich Inhaltsstoffmenge bieten der Fachmarkt und der Discounter oft ähnliche Produkte an. Bei genauerer Betrachtung schneiden die Produkte der Pharmaindustrie, was die Inhaltsstoffqualität betrifft, meist besser ab. Es kann also qualitative Unterschiede geben, welche die höheren Preise der Pharmaindustrie durchaus rechtfertigen.»

Kann eine Supplementierung gesundheitsschädigend wirken?

«Wenn man sich an die verordneten Dosierungen hält, geht man sehr geringe Risiken ein. Wer jedoch nach der Devise «je mehr, desto besser» agiert, bei dem können unerwünschte Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden. Bei den Nahrungsmittelergänzungen ist es wie bei vielen anderen Sachen auch: Allzu viel ist ungesund!»

Wie fliessend sind diesbezüglich die Übergänge zwischen Nahrungsmittelergänzungen und Doping?

«Dort lässt sich anhand der Dopingliste eine klare Linie ziehen. Sie gibt darüber Auskunft, welche Substanzen und Methoden verboten sind. Zusätzlich gibt es auch ethische Aspekte im Umgang mit leistungsfördernden Supplementen. Teilweise werden bereits Zwölfjährige von übereifrigen Eltern mit Kreatin-Präparaten versorgt. Dies obwohl man noch nicht genau weiss, wie sich dieses Supplement auf die langfristige Gesundheit der Kinder auswirkt. Zudem stellt sich die Frage, wie die Jugendlichen, die in frühen Jahren mit Nahrungsmittelergänzungen experimentierten, später mit Medikamenten und verbotenen Substanzen umgehen.»

Hand aufs Herz: Greifen Sie als Ernährungswissenschaftler auch zu Supplementen?

«Als begeisterter Bergsportler gibt es Situationen, in denen auch ich spezielle Getränke zur Regeneration einnehme. Neben dem Konsum qualitativ hochwertiger Lebensmittel wie Früchte, Gemüse, Salat, Nüsse ergänze ich meine Basisernährung mit einem ausgewogenen Multivitaminpräparat.»

Quelle: «WB extra»
Autor und Redaktion: Didier Buchmann

Nehmen Sie zur Leistungssteigerung Nahrungsmittelrgänzungen zu sich?

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