Prostata
Beckenbodentraining für den Mann
Häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, abgeschwächter Harnstrahl. Viele Männer ab 60 kennen diese Probleme. Mit gezieltem Beckenbodentraining können Sie etwas dagegen tun.
Beckenbodentraining ist ein probates Mittel, um Prostatat-Beschwerden zu begegnen.
Die Erklärung ist einfach: Im Alter nimmt die Muskelkraft stetig ab, wenn sie nicht trainiert wird. Erschlafft die Beckenbodenmuskulatur, können bei Männern Prostatitis, Inkontinenz und Erektionsstörungen entstehen. Neben Heilpflanzenkuren ist ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur beim Mann ein probates Mittel, um solchen Prostata-Beschwerden zu begegnen.
Viele Männer lernen das Beckenbodentraining erst nach einer Prostataoperation kennen. Es wird danach oft zur Rehabilitation des Beckenbodens eingesetzt, um das Behalten des Urins wieder zu trainieren. Die Übungen lohnen sich aber bereits zur Vorbeugung allfälliger Beschwerden. Das Training wird zum Beispiel auch bei Verstopfung, Kreuzschmerzen und chronischen Fehlhaltungen empfohlen und auch die Manneskraft dürfte vom Beckenbodentraining profitieren.
Unbekannte Region
Der Beckenboden besteht aus Muskeln und Bindegewebe, ist etwa so gross wie eine Hand und schliesst, wie der Name sagt, das Becken nach unten ab. Wird der Beckenboden angespannt, unterstützt dies die Schliessmuskeln von Blase und Anus. Beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang ist der Beckenboden entspannt. Beim Husten, Niesen oder beim Tragen von schweren Lasten lässt sich mit der Beckenbodenmuskulatur gegenhalten, damit es nicht zum ungewünschten Abgang von Urin kommt.
Wie Ute Michaelis in ihrem Buch «Beckenbodentraining für Männer. Harninkontinenz und Erektionsstörungen mindern und überwinden» festhält, haben Frauen eine «bessere Antenne» zu ihrem Beckenboden als Männer. Deshalb geht es für Männer vorab darum, ein Gefühl für diese Körperregion zu entwickeln, und nicht primär vollen Krafteinsatz zu leisten. Wichtig ist es, die Nuancen von Spannung zu spüren und Unterschiede in den verschiedenen Bereichen des Beckenbodens zu registrieren. Das heisst: Beckenbodentraining braucht volle Konzentration – auch wenn dies von aussen kaum sichtbar ist. «Damit wird auch klar, dass es letztlich der Kopf ist, der fühlen lernen muss, um die richtigen Signale auszusenden und zu empfangen», so Ute Michaelis.

