Richtige Wundversorgung

Beim Herumtoben auf dem Kinderspielplatz kann es schnell zu kleineren Verletzungen kommen. Dann braucht Ihr Kind vor allem Trost, ein grosses Pflaster und Globuli.

– Eine kurze Unaufmerksamkeit und schon sind Knie oder Ellbogen geschürft. Kinder sind phasenweise nie ohne ein Pflaster am Bein, Arm oder am Kopf unterwegs. Bei dieser Schürfwunden wird die oberste Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen. Da diese sehr viele Nervenzellen besitzt, ist eine Schürfwunde vor allem bei Berührungen schmerzhaft. Versuchen Sie, nicht allzu besorgt zu reagieren, wenn Ihnen Ihr Kind weinend und mit aufgeschlagenen Knien entgegenrennt. Meist sieht die Verletzung schlimmer aus, als sie tatsächlich ist.

Eine verschmutzte Wunde reinigt sie sich ein Stück weit von selbst: Lassen Sie sie ruhig etwas bluten. Reicht das nicht, kann sie mit sauberem Leitungswasser ausgewaschen und anschliessend mit einer sterilen Kompresse abgetupft werden. Um Infektionen vorzubeugen, sollten selbst kleine Schürfungen mit einem Desinfektionsmittel gesäubert werden. Nässende Wunden können mit speziellen Schürfwundenpflastern mit Hydrokolloiden oder nicht klebenden Kompressen behandelt werden. Verzichten Sie hingegen auf die Anwendung von Puder. Er bildet zusammen mit dem Wundwasser einen idealen Bakterienherd.

Heilen mit farbigen Pflastern

Kleinere Schnittwunden und Schrammen heilen in der Regel genauso problemlos ab wie Schürfwunden – vorausgesetzt, Sie haben das richtige Erste-Hilfe-Material zur Hand. Um Infektionen vorzubeugen, sollten Sie auch in diesem Fall zuerst zum Desinfektionsmittel greifen. Die Palette der Wundverbände reicht vom klassischen Textilpflaster über Hydrokolloid- bis hin zu Sprühpflastern. Michael Moser, diplomierter Drogist, hält die «unsichtbaren» Pflaster für Kinder für eher ungeeignet. «Sie brauchen etwas zum Vorzeigen.» Eltern, die also stets ein buntes Pflaster in Griffnähe haben, zaubern ihren Kindern schon bald wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Achten Sie darauf, dass ein Verband immer luftdurchlässig und sauber ist. Ein regelmässiger Verbandswechsel hilft, Entzündungen vorzubeugen. Zur Nachbehandlung sind zum Beispiel Arnika-, Ringelblumen- oder Malven(Chäslichrut)-Extrakt sehr empfehlenswert. Verdünnen Sie das Extrakt im Verhältnis 1:5 mit Wasser und tupfen Sie die Wunde mit nicht fusselnden Wattepads sorgfältig ab

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Innerliche Wundheilung

Nebst der äusserlichen Wundversorgung können die Selbstheilungskräfte auch mit spagyrischen Sprays und homöopathischen Globuli unterstützt werden. Der diplomierte Drogist Thomas Roth: «Bei Schock oder Verletzungen erweist sich Arnika als sehr wirksam.» Zur Behandlung von Nervengewebe empfiehlt er Johanniskraut und für Knochengewebe Raute oder Wallwurz. «Die besten Erfolge erzielen wir mit kombinierten homöopathischen Mitteln.»

Wo der Arzt helfen muss

Tiefe und stark blutende Wunden (Schnitte, Platz- und Quetschwunden), Verletzungen im Gesicht, Tierbisse oder starke Verbrennungen gehören in ärztliche Behandlung. Um eine starke Blutung zu stillen, hilft als erste Massnahme ein Druckverband. Dazu wird die Wunde mit einer sterilen Kompresse abgedeckt, darüber wird ein Druckpolster aus einem zusammengefalteten Tuch (oder mehreren Stofftaschentüchern) angelegt und das Ganze mit etwas Druck durch eine Mullbinde fixiert. Wunden, die vom Arzt behandelt werden müssen, sollten sauber abgedeckt, aber nicht mit Salben und dergleichen vorbehandelt werden.

Foto: © Alexandra H. / pixelio.de
Autoren: Didier Buchmann, Michel Schmid
Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • Dr. med. Martin Lang und Kathrin Ruf: «Die Gesundheit Ihres Kindes», Urania Verlag, 2007

  • Gisela Sommer: «Kinderkrankheiten», Gondrom Verlag, 2005

  • «Drogistenstern»