Erste Hilfe nach Insektenstichen

Mücken-, Wespen- oder Bienenstiche sind unangenehm. Das können Sie zur Linderung tun.

An Grillabenden können Wespen und Bienen ganz schön für Unruhe sorgen. Viele Menschen fuchteln wild um sich, um das Insekt zu verscheuchen. Ganz falsch, sagt René Ledermann, Drogist und Experte für Schädlingsbekämpfung: «Die Tiere interpretieren die hektischen Bewegungen als Angriff und wehren sich, indem sie stechen.» Die erste Regel ist, sich ruhig zu verhalten.

Erste Hilfe nach dem Stich

Sticht eine Biene zu, bleibt der Stachel manchmal samt Unterleib an der Einstichstelle hängen. Um den Giftfluss zu stoppen, sollten Sie beides so rasch wie möglich und ohne zu zerquetschen entfernen. Der Stachel von Wespen dagegen hat keinen Widerhaken, so bleibt dieser auch nicht in der Haut zurück. Es kann jedoch sein, dass die Wespe erneut zusticht. Unabhängig von der Insektenart kann eine Vakuumpumpe nach dem Stich gute Dienste leisten, sagt Ledermann. «Die Pumpe wird auf die Einstichstelle gelegt und das Gift mithilfe eines Vakuums ausgesaugt. Diese Methode ist absolut schmerzfrei und sehr effizient.»

Insektengifte können Schmerzen an der Einstichstelle, eine leichte Schwellung und eine mässige Rötung nach sich ziehen. Für die Behandlung sind spezielle Gels und Tupfer aus der Drogerie hilfreich. Nützlich ist auch das Bienengift Apis. Homöopathisch oder spagyrisch aufbereitet, wirkt es bei Insektenstichen sehr effektiv. Sie können es äusserlich und innerlich anwenden. Diese Hausmittel können zudem zur Linderung der Beschwerden beitragen.

  • Die Einstichstelle unter fliessendes, kaltes Wasser halten.

  • Eiswürfel in einen Waschhandschuh füllen und für mindestens eine halbe Stunde auf die Einstichstelle legen.

  • Gegen Schwellung und Juckreiz eine Zwiebel zerschneiden und in eine Mullbinde einschlagen. Die Kompresse fünfzehn Minuten auf die Einstichstelle legen.

  • Teebaumöl wirkt entzündungshemmend, desinfiziert und mildert Juckreiz und Schwellungen.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen sind Insektenstiche zwar ärgerlich, aber harmlos. Dennoch sollten Sie einen Stich im Auge behalten. Ist die Einstichstelle nach zwei Tagen noch nicht abgeschwollen oder bilden sich rote Streifen, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. In diesem Fall sollten Sie zum Arzt. Wird jemand im Mund- oder Rachenbereich gestochen oder machen sich allergische Reaktionen bemerkbar, sollten Sie sofort nach dem Stich zum Arzt . Allergische Reaktionen können z.B. grosse Schwellungen, Übelkeit, Atemnot oder Ohnmacht sein. Allergiker sollten deshalb immer eine vom Arzt verschriebene Adrenalinspritze und Notfallmedikamente bei sich haben.

Gibt es «süsses» Blut?

Mücken sind zwar kleiner als Bienen oder Wespen, aber nicht weniger lästig. Die Meinung, sie würden hauptsächlich von «süssem» Blut angezogen, ist eine Mär. Vereinfacht ausgedrückt gehen Mücken nämlich der Nase nach. Sie können Lockmittel wie Schweiss, Atemluft sowie den Duft von Körperpflegeprodukten und Kosmetika auch in mehreren Kilometern Entfernung wahrnehmen. Um Mückenstichen vorzubeugen, können Sie Ihre Haut mit mückenabweisenden Tinkturen einreiben. Am effizientesten ist der Schutz mit Kleidung.

Autoren: Francesco Di Potenza, Didier Buchmann
Redaktion: Didier Buchmann / Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»