Schnupfen bei Kindern – was tun?

Säuglinge und Kleinkinder sind besonders anfällig für Schnupfen. Sanfte natürliche Mittel und ein paar einfache Tricks lindern die Beschwerden.

Schnupfen und leichte Erkältungen gehören zum Grosswerden. Das Immunsystem von kleinen Kindern ist gegen viele Krankheitserreger noch nicht gefeit, deshalb werden sie in den ersten Lebensjahren oft krank. Drogist Patrick Buchs: «Mit jedem Infekt wird die Körperabwehr aber stärker und kann Viren künftig besser bekämpfen.»

Viel Schlaf und trinken

In der Regel wird der Körper selber mit den Erkältungserregern fertig. Deshalb sollten Sie die natürlichen Reaktionen des Organismus nicht sofort mit synthetischen Mitteln unterdrücken. «Meistens dauert es nur zwei bis drei Tage, bis die Beschwerden von selbst abklingen», sagt Buchs. Um bald wieder gesund zu werden, benötigen Kinder vor allem viel Schlaf. «Hat der Sprössling keinen Appetit, sollten Eltern ihn nicht zum Essen zwingen. Sobald es ihm besser geht, kehrt der Hunger von alleine zurück.» Viel wichtiger ist, dass das Kind genügend trinkt.

Schnupfen natürlich heilen

Leichte Halsschmerzen, Husten und ein verstopftes Näschen sind oft Begleiter einer Erkältung. Buchs: «Bei Halsschmerzen haben sich spagyrische Mundsprays bewährt. Mischungen aus Arnika, Belladonna und Propolis wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und antibakteriell.» Die Sprays verhindern auch, dass die Schleimhaut zu trocken wird. Bei diversen Schnupfenbeschwerden helfen zudem Wickel.

Besser atmen

Für Säuglinge ist ein Schnupfen besonders lästig. Schwillt die Nasenschleimhaut nur leicht an, hat das Baby Mühe, durch die Nase zu atmen. «Eine etwas erhöhte Haltung des Oberkörpers erleichtert ihm das Atmen», empfiehlt Buchs. Zum Anheben des Babybettchens können Sie ein Kissen unter die Matratze schieben. Vorsicht gilt bei abschwellenden Nasentropfen: Sie sollten Sie bei Säuglingen und Kleinkindern nur bei starker Verstopfung einsetzen. «Sie wirken gefässverengend, und die Nase wird weniger gut durchblutet. Auch können bei zu langer Anwendung die Schleimhäute auszutrocknen», warnt der Drogist.

Nase richtig putzen

Dickflüssiges Nasensekret können Sie mit mit einem zusammengedrehten Wattebausch oder einem Nasenpümpchen vorsichtig entfernen. «Ist die Nasenatmung trotzdem noch eingeschränkt, hilft eine physiologische Kochsalzlösung.» In der Drogerie sind sterile Fertigpräparate erhältlich.

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Wann zum Arzt?

Hat der Säugling nebst Schnupfen auch stark erhöhte Temperatur, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Dasselbe gilt für grössere Kinder, wenn Symptome wie hohes Fieber, heftige Kopfschmerzen, starke Schluckbeschwerden oder Ohrenschmerzen nach zwei Tagen nicht verschwinden.

Immunsystem stärken

Eltern können viel dazu beitragen, die Körperabwehr ihrer Kinder zu unterstützten. Und zwar vor allem mit viel Bewegung bei jedem Wetter und einer gesunden Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen. Bekommt ein Kind dennoch zu häufig einen Schnupfen, ist eine Nahrungsergänzungskur sinnvoll. Es gibt Säfte oder Bonbons, die extra für Kinder sind. Traditionellerweise stärken auch Echinacea-Extrakte das Immunsystem. Doch übertreiben Sie es nicht mit den Vorbeugemassnahmen. Kinderärztin Silke Schmitt: «Damit das Immunsystem eines Kindes sich richtig entwickeln kann, ist es wichtig, dass Babys und Kleinkinder auf Erreger treffen. Ein natürlicher Umgang mit anderen Menschen, Tieren und biologischem Dreck tut der Körperabwehr gut.»

Autoren: Didier Buchmann / Vanessa Naef
Redaktion: Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Dr. med. Heike Kovács: «Sanfte Behandlung von Kinderkrankheiten», Urania Verlag

  • Gisela Sommer: «Kinderkrankheiten», Gondrom Verlag

  • Drogist Patrick Buchs

  • Kinderärztin Silke Schmitt