Schutz vor Zeckenstichen

Zecken sind kleiner als ein Streichholzkopf – aber alles andere als harmlos. Richtiges Verhalten schützt vor den gefährlichen Blutsaugern.

Zecken können hauptsächlich zwei heimtückische Krankheiten übertragen: Borreliose, die mehrere Organe befallen kann, und Hirnhautentzündung (Frühsommermeningo-Enzephalitis, kurz FSME). Ein paar Massnahmen reduzieren das Risiko, von den Blutsaugern gestochen und infiziert zu werden.

Zecken aufspüren

Hochsaison haben Zecken im Juni. Aber bereits im März krabbeln sie aus dem Unterholz und sind bis im November oder gar das ganz Jahr lang aktiv. Oft halten sie sich in Wäldern, Gärten und im Unterholz sowie an Wald- und Wegrändern auf. Sie klettern bis maximal einen Meter über Boden und lassen sich von Menschen und Tieren, die vorbeigehen, abstreifen. Gemäss einer Datenanalyse der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) stechen Zecken zu 50 Prozent beim Sport und Spazieren zu (siehe Grafik).

Nach einem Aufenthalt im Grünen sollten Sie Ihren ganzen Körper und den Ihrer Kinder gründlich nach Zecken absuchen. Bei Kindern saugen Zecken sich häufig am Haaransatz, hinter den Ohren und am Hals fest, denn beim Spielen steigen Kinder gerne kopfvoran ins Gebüsch und rennen durchs hohe Gras. Bei Erwachsenen befallen Zecken meistens Ober- und Unterschenkel, Kniekehlen, Leiste sowie Achselhöhlen und Genitalbereich (siehe Grafik).

Kleider

Tragen Sie hohe, geschlossene Schuhe und lange Hosen, Zecken zielen gerne auf die unteren Extremitäten. Am besten ziehen Sie die Socken über die Hosen. Tragen Sie zudem helle Kleider – so sehen Sie Zecken besser und können sie sofort entfernen.

Zeckenschutzmittel

Insekten- und spezielle Zeckenschutzmittel helfen, die Plagegeister fernzuhalten. Einfach auf Haut und Kleider sprayen. Drogistin Susanna Lüthy: «Ein Spray mit den Wirkstoffen Icaridin und Citriodiol hält Zecken während rund acht Stunden fern, ein natürliches Mittel mit ätherischen Ölen während etwa vier Stunden.» Achtung: Die Sprays können die Haut und Schleimhäute reizen. Für Kinder unter zwei Jahren sind sie deshalb nicht geeignet. Weiter sollten die Mittel nicht in Kontakt mit Wunden oder kranker Haut kommen.

Impfung

Gegen das FSME-Virus können Sie sich impfen lassen, gegen Borreliose nicht.

Wann zum Arzt?

Manchmal erwischen Zecken einen doch. Dann sollten Sie das Spinnentier so schnell wie möglich entfernen. Zum Arzt sollten Sie, wenn die Haut sich an der Stichstelle rötet oder nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen auftreten. Solche Symptome können auf Borreliose oder FSME hinweisen.

App schützt vor Zecken

Vor Zecken schützen Präventionsmassnahmen und die kostenlose «Zecken»-App. Letzteres haben Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeinsam entwickelt.

  • Die App gibt Tipps zum Schutz und zur Entfernung der Tiere.

  • Die App zeigt an, ob man sich in einem Zeckengebiet befindet.

  • Mit dem Zeckentagebuch können Sie Ihren Gesundheitszustand überwachen.

  • Bei Infektionsverdacht empfiehlt die App, den Arzt zu konsultieren.

  • Die App vermittelt Grundwissen über Zecken.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen