Schwanger: Wichtige Vitaminpillen

Während der Schwangerschaft ist der Vitalstoffbedarf höher denn je. Was Mutter und Kind wirklich brauchen und welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind.

– Schwangere machen sich besonders viel Gedanken über die Ernährung: Bekommt das ungeborene Kind alle wichtigen Nährstoffe? Sind ergänzende Pillen nötig, um Mangelerscheinungen vorzubeugen? Oder schaden diese womöglich sogar?

Gesund essen reicht nicht

Fakt ist: Während der Schwangerschaft ist der Vitalstoffbedarf sehr hoch. Manchmal bis doppelt so hoch als der einer gesunden nicht schwangeren Frau. Zu den Vitalstoffen gehören Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente sowie Fett- und Aminosäuren. Doch genug und ausgewogen essen allein reicht nicht, um das Baby im Bauch ideal zu versorgen. Drogistin Irene Zysset: «Viele Nahrungsmittel enthalten nicht mehr so viele Mikronährstoffe wie früher.» Mögliche Gründe dafür sind lange Transportwege, nährstoffarme Böden, Lagerung und industrielle Verarbeitung. «Sogar wenn Schwangere von der Produktewahl bis zur Zubereitung alles richtig machen, können sie nicht sicher sein, alle wichtigen Nährstoffe zu bekommen.» Viele Experten empfehlen deshalb, zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel speziell für Schwangere einzunehmen.

Diese Supplemente sind sinnvoll

Gesunden Schwangeren empfiehlt Drogistin Zysset, in der Regel Folgendes einzunehmen:

Multivitaminpräparate

Spezielle Multivitaminpräparate für Schwangere und Stillende aus der Drogerie enthalten alle Vitalstoffe, die für die werdende Mutter und ihr Kind wichtig sind: unter anderem Folsäure, Eisen und Zink sowie Kalzium und Magnesium.

Einnahmebeginn: Ab Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit.

Einnahmezeitpunkt: Frauen sollten das Präparat während oder unmittelbar nach dem Essen schlucken, denn auf leeren Magen eingenommen, können das enthaltene Zink und Eisen Übelkeit verursachen.

Achtung: Die meisten Frauen starten zu spät mit der Einnahme von Folsäure – also meistens erst, wenn sie bereits schwanger sind. Experten empfehlen hingegen: Sobald der Kinderwunsch da ist, sollte eine Frau täglich zusätzlich mindestens 400 Mikrogramm des Vitamins schlucken. Eventuell in Form eines Monopräparats. Folsäure ist enorm wichtig für das gesunde Wachstum des Babys. Bei einem Mangel steigt das Risiko, dass das Kind mit einem «offenen Rücken» (Spina bifida) zur Welt kommt. Zudem senkt ausreichend Folsäure das Risiko von Früh- und Fehlgeburten.

Fettsäurenpräparate

Neben den Multivitaminpräparaten sollten Schwangere Fischölkapseln einnehmen. Die darin enthaltene Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) sorgt für eine normale Entwicklung der Hirn-, Nervenzellen und der Sehfunktion des Kindes. Zudem wird auch die werdende Mutter mental gestärkt.

Einnahmebeginn: Ab Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit.

Einnahmezeitpunk: Weil der Körper Omega-3-Fettsäuren nur in Kombination mit Fett aufnehmen kann, sollte man die Präparate zur Mahlzeit einnehmen.

Nahrungsergänzungsmittel für Sportlerinnen

Frauen, die viel Sport treiben, empfiehlt Zysset ab dem fünften Schwangerschaftsmonat zusätzlich zu den Multivitaminpräparaten und den Fischölkapseln täglich ein Basenpräparat mit Mineralstoffen zu sich zu nehmen. Beim Training verbraucht der Körper mehr Energie, und auch durch Schwitzen verliert er Magnesium, Kalium, Zink und Jod.

Vitalstoffräuber Pille, Alkohol und Co.

Frauen, die vor der Schwangerschaft geraucht, übermässig Alkohol konsumiert oder die Antibabypille eingenommen haben, empfiehlt Zysset ausserdem schon vor der Schwangerschaft eine gezielte Nahrungsergänzungsmittelkur zu machen. «Das stockt die Reserven auf, denn Medikamente und Genussmittel entziehen dem Körper Vitalstoffe.» Frauen, die untergewichtig oder krank sind oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben, sollten sich von ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen beraten lassen.

Risiken und Nebenwirkungen

Ein Gespräch mit einer Fachperson ist grundsätzlich sehr wichtig, wenn jemand Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte. Das Falsche oder auch zu viel des Guten kann schädlich sein. Zum Beispiel warnen Experten vor zu viel Vitamin A während der Schwangerschaft. Sehr hohe Dosen davon können beim Kind zu Missbildungen führen. Weiter können bestimmte Mikronährstoffe die Wirkung anderer Medikamente abschwächen oder verändern. Drogistin Zysset rät, besonders beim Einkauf von Präparaten im Ausland vorsichtig zu sein: «Manchmal sind diese anders zusammengesetzt oder höher dosiert als in der Schweiz.»

Gezielt essen

Hier erfahren Sie, welche Nahrungsmittel wichtige Vitalstoffe enthalten. Machen Sie sich schlau!

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen