Eltern werden: So klappt’s!

Die Verhütung abgesetzt, und trotzdem will der Storch nicht kommen. Das ist für Paare mit Kinderwunsch oft sehr belastend. Schulmedizin und Naturheilkunde können helfen.

Nur eine winzige Linie. Doch sie kann für Paare mit Kinderwunsch das grösste Glück bedeuten. Ein positiver Schwangerschaftstest. Allerdings geht der Traum vom eigenen Kind nicht immer in Erfüllung. Experten schätzen, dass in der Schweiz etwa jedes sechste Paar ungewollt kinderlos ist.

Wann zum Arzt?

Meistens steckt hinter dem unerfüllten Kinderwunsch keine komplette Unfruchtbarkeit, sondern eine mehr oder weniger ernsthafte Fruchtbarkeitsstörung. Laut Experten stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft dann häufig nicht schlecht, doch es ist wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Doris Hermann, Drogistin HF: «Wenn ein Paar ein Jahr oder länger ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ohne dass die Frau schwanger wird, sollten sich beide ärztlich untersuchen lassen.»

Fruchtbarkeitsstörung bei der Frau

Bei Frauen können zum Beispiel ein hormonelles Ungleichgewicht, Probleme mit den Eileitern, den Hormonen oder der Gebärmutterschleimhaut einer Schwangerschaft im Wege stehen. Auch das Alter spielt oft eine grosse Rolle. Doris Hermann: «Ab etwa 35 Jahren nimmt die natürliche Fruchtbarkeit einer Frau kontinuierlich ab.» Zudem steigen das Fehlgeburtsrisiko und Risiko für angeborene Gesundheitsprobleme beim Kind an. «Wenn eine Frau jedoch gesund ist und sich auch so fühlt, spricht nichts dagegen, auch noch mit 40 schwanger zu werden

Fruchtbarkeitsstörung beim Mann

Gleich häufig wie die Frau ist der Mann von einer Fruchtbarkeitsstörung betroffen, sagt Hermann. Hier sind die Ursachen zum Beispiel Hormon-, Erektions- oder Ejakulationsstörungen. «Oft ist die Spermaqualität ungenügend», sagt die Drogistin. Der Mann produziert zu wenig Sperma, die Spermien sind zu wenig agil oder die Form ist nicht optimal.

Gründe für eine schlechte Spermaqualität
  • Krankheiten

  • genetische Störungen

  • hormonelle Störungen

  • die Lebensführung: «Eine ungesunde Ernährung, Nikotin-, Alkohol- und Medikamentenkonsum sowie zu wenig Schlaf beeinflussen die Spermaqualität», sagt Drogistin Doris Hermann.

  • Umwelteinflüsse, chemische Stoffe und Schwermetalle. Die gesundheitsschädigende Wirkung dieser Faktoren ab einem bestimmten Mass ist unbestritten. Aber ein eindeutiger Einfluss auf die Fruchtbarkeit für den Einzelnen konnten Forscher noch nicht nachweisen.

  • «Handys in der Hosentasche, die Sitzheizung im Auto oder regelmässige Saunagänge erhöhen die Temperatur der Hoden, was den Spermien schaden kann», sagt Hermann.

Knackpunkt Lebensstil

Bei Männern und Frauen kann ein ungesunder Lebensstil die Fruchtbarkeit senken. Zum Beispiel Rauchen, unausgewogene Ernährung oder Stress. Hermann empfiehlt Paaren mit Kinderwunsch, auf diese Punkte und eine gute Work-Life-Balance zu achten. Wichtig findet die Fachfrau auch, dass Paare offen über Gefühle und Bedürfnisse sprechen – und auch Geduld mit sich selber und dem Partner haben. «Manche Paare benötigen einfach mehr Zeit als andere, bis die Frau schwanger wird.»

Pflanzliche Hilfe

Bei unerfülltem Kinderwunsch helfen zudem schulmedizinische Behandlungen, alternative Therapien oder Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation. Drogistin Hermann hat aber auch mit Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Arzneien gute Erfahrungen bei ihrer Kundschaft gemacht: «Oft kommen Paare in meine Drogerie, die bereits eine schulmedizinische Behandlungs-Odyssee hinter sich haben und schliesslich doch noch mit natürlicher Unterstützung versuchen möchten, schwanger zu werden.»

Drogistin Doris Hermanns Tipps:

Natürliche Präparate für Männer

Nahrungsergänzungsmittel

Für die Fruchtbarkeit ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Vitalstoffpräparate mit Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren können diese sinnvoll ergänzen und den Energiestoffwechsel optimieren sowie die Spermaqualität verbessern.

Spagyrik-Spray

Je nach Beschwerden stellt Hermann eine individuell abgestimmte Spagyrik-Mischung mit fünf Komponenten her. «Essenzen wie Eleutherococcus, Lycopodium, Imperatoria und Yohimbe helfen bei Leistungsdruck und Stress und können Erektionsstörungen beheben.»

Bachblüten

Bachblüten-Essenzen helfen der Seele. «Sie bestätigen den Mann in seiner Rolle, Vater zu werden und in seinen Fähigkeiten», sagt Hermann. Bachblütenfertigmischungen erhalten Sie in den meisten Drogerien.

Entschlackung

«Je nach Lebensstil ist eine Entschlackungskur sinnvoll und kann die Spermaqualität verbessern», sagt Hermann. Sie empfiehlt Löwenzahn- und Mariendistel-Bitterstoffe. Diese sind als Tabletten oder Tropfen erhältlich. Wer entschlackt, sollte zudem massvoll mit Genussmitteln wie Kaffee und Rauchen umgehen, sich ausgewogen ernähren und täglich ein bis zwei Liter Wasser oder ungesüssten Tee trinken.

Natürliche Präparate für Frauen

Entschlackung

Frauen mit Kinderwunsch empfiehlt Drogistin Hermann eine zirka dreimonatige Entschlackungskur mit zum Beispiel Bitterstoffen, Leber-Gallen-Tee oder -Tropfen zu machen. Das spült Abfallstoffe aus dem Körper und säubert das Bindegewebe sowie die Organe.

Nahrungsergänzungsmittel

Ausreichend Vitalstoffe sind bei Kinderwunsch wichtig. Nachtkerzenöl-, Leinöl- und Fischölpräparate spenden Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die für einen gesunden Stoffwechsel sorgen und das Kind in seiner Entwicklung unterstützen. Wichtig: «Sobald eine Frau beschliesst, schwanger zu werden, sollte sie sich folsäurereich ernähren und zusätzlich etwa 400 Mikrogramm Folsäure einnehmen», sagt Hermann. Folsäure gehört zu den Nährstoffen, die beim Baby einen offenen Rücken (Spina bifida) verhindern können. Bei einem positiven Schwangerschaftstest sollten Sie ausserdem mit Ihrem Frauenarzt einen Termin vereinbaren, um den künftigen Folsäurebedarf zu besprechen.

Tee

In der ersten Zyklushälfte kann laut Drogistin Hermann ein Tee mit Rotklee und Himbeerblättern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterstützen.

Bachblüten-Tropfen

Frauen, die sehr traurig sind, weil es mit dem Kinderkriegen noch nicht geklappt hat, können zu einer Bachblütenfertigmischung greifen. Diese unterstützt die Seele. Sie sind in fast allen Drogerien erhältlich.

Spagyrik-Spray

Spagyrische Mischungen können bei Kinderwunsch helfen. Essenzen wie Hydrastis, Marum verum und Thuja setzt Drogistin Hermann zum Beispiel bei Problemen mit der Gebärmutterschleimhaut wie Endometriose oder bei Myomen, Zysten oder Polypen (ungefährliche Gewebeanlagerungen) ein.

Zysten sind Hohlräume in einem Gewebe und von einer Kapsel umgeben. Das Innere ist mit Gewebeflüssigkeit gefüllt. Sie sind häufig, aber meistens harmlos.

Myome sind gutartige, nicht gefährliche Wucherungen. Sie treten in der Muskelschicht der Gebärmutter auf. In Europa ist jede vierte bis sechste Frau im gebärfähigen Alter davon betroffen.

Endometriose ist eine Krankheit, bei der die Gebärmutterschleimhaut nicht nur innerhalb sondern auch ausserhalb der Gebärmutterhöhle wächst. Die Wucherungen können Unwohlsein bis starke Schmerzen verursachen. In der Drogerie gibt es natürliche Schmerzmittel, am besten lassen Sie sich beraten.

Technische Hilfsmittel

Mit Hilfsmitteln wie einem Thermometer, Verhütungscomputer oder Ovulationstest können Frauen die fruchtbaren Tage herausfinden. Frauen, die ein Thermometer anwenden, können rund drei Monate lang jeden Morgen die Aufwachkörpertemperatur messen. Drogistin Hermann: «Steigt diese im Verlaufe des Zyklus’ etwa um ein halbes Grad an, signalisiert das einen Eisprung. Wenn die Temperatur in beiden Zyklushälften gleich bleibt oder gar absinkt, hat wahrscheinlich kein Eisprung stattgefunden.»

Entspannen Sie sich!

Neben Medikamenten können auch Entspannungsmethoden, zum Beispiel Übungen, autogenes Training, progressive Muskelrelaxation oder alternative Therapien die Fruchtbarkeit steigern.

Beratung ist wichtig

Damit eine naturheilkundliche Therapie möglichst erfolgreich und beschwerdefrei verläuft, sollten Betroffene sich professionell beraten lassen. Suchen Sie hier nach der Drogerie in Ihrer Nähe.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen

Drogistin HF, Doris Hermann

hirslanden.ch

Universitätsspital Zürich (USZ)

frauenaerzte-im-netz.de

procrea.ch

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)

Wissenschaftliche Fachstelle des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr phil. nat. Anita Finger Weber