Schlafapnoe – wenn der Atem stockt

Schnarchen ist meist harmlos. Kommt es jedoch zu Atemaussetzern, kann es sich um das Schlafapnoe-Syndrom handeln.

Sind Sie tagsüber oft extrem müde und Ihr Bettnachbar beklagt sich über Ihr lautes Schnarchen in der Nacht? Das könnten erste Hinweise auf eine Schlafapnoe sein. Das Wort «apnoia» stammt aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt Atemstillstand. Atemaussetzer und lautes, unregelmässiges Schnarchen sind die Hauptmerkmale einer Schlafapnoe. Die Lungenliga Schweiz geht davon aus, dass in der Schweiz rund 150'000 Menschen an diesem Syndrom leiden, die meisten, ohne es zu wissen. Im Vergleich zum «normalen» Schnarchen haben Betroffene in der Nacht zwischen fünfzig und mehrere hundert Atempausen. Das Stocken des Atems setzt Stresshormone im Körper frei, die den Blutdruck in die Höhe treiben und den Atem wieder einsetzen lassen. Der Schnarcher bekommt davon in der Regel nichts mit. Er wacht zwar kurz auf, die Zeit reicht jedoch nicht aus, damit das Gedächtnis es registrieren könnte.

Hinweise auf eine allfällige Schlafapnoe machen sich in der Regel erst tagsüber in Form von extremer Müdigkeit, Kopfschmerzen oder verminderter geistiger Leistungsfähigkeit bemerkbar. Gemäss der Lungenliga kann dies auch im Strassenverkehr fatale Folgen nach sich ziehen. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 10-20 Prozent aller Verkehrsunfälle durch Einschlafen am Steuer verursacht werden. Zudem steigt mit Schlafapnoe das Risiko von Herzkreislauf-Erkrankungen, Männer ab 40 sind etwa doppelt so häufig davon betroffen wie Frauen.

Die Risikofaktoren

Für die Entwicklung einer Schlafapnoe kann eine vererbte Schwäche der Rachenmuskulatur verantwortlich sein. Im Schlaf verschliessen die schlaffen Rachenmuskeln und Weichteile die Atemwege und es kommt zu den typischen Atempausen. Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören Übergewicht, übermässiger Alkoholkonsum, Rauchen sowie die regelmässige Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Weiter können enge Stellen im Nasen-Rachen-Raum sowie vergrösserte Mandeln zu einer Schlafapnoe führen.

Machen Sie den Test

Mit dem Risikotest der Lungenliga Schweiz können Interessierte ganz einfach online herausfinden, ob ein erhöhtes Apnoe-Risiko vorliegt und ob ein Besuch beim Hausarzt oder der Hausärztin empfehlenswert ist. Nach einer ausführlichen Anamnese zu Beschwerden und Schlafgewohnheiten folgen erste Untersuchungen, die Betroffene mithilfe tragbarer Geräten zu Hause durchführen können. Technisch aufwendigere Abklärungen erfolgen im Schlaflabor. Erhärtet die Diagnose den Verdacht an Schlafapnoe zu leiden, wird eine individuelle Therapie eingeleitet.

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Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • Lungenliga Schweiz

  • Studie «Therapy of Snoring and Obstructive Sleep Apnea Using the Velumount Palatal Device» von Prof. Kurt Tschopp.