Hilfe bei akutem Heuschnupfen

Von Nasensprays über Augentropfen bis Tabletten. Gegen akute Pollenallergie gibt es in der Drogerie viele Medikamente.

Pollenallergiker haben es schwer: Ständig tränen die Augen, die Nase läuft und immer wieder Niesanfälle. Das muss nicht sein, denn akute Beschwerden können Sie natürlich behandeln. Drogist HF Lukas Zogg liefert Tipps:

Natürliche Arzneimittel

Hömöopathie und Spagyrik
  • Gut für die Augen
    Homöopathische Augentropfen oder ein spagyrischer Mundspray mit Augentrost beruhigt die Schleimhäute und hilft somit gegen Juckreiz und tränende Augen. Tipp: Die Augen ab und zu mit Produkten, die Lipide enthalten, reinigen. So entfernen Sie Fremdkörper und spenden dem Tränenfilm gleichzeitig Lipide. Diese sind wichtig für die fettige Schicht des Tränenfilms.

  • Bei Fliessschnupfen und Niesanfällen helfen spagyrische oder homöopathische Heuschnupfensprays für die Nase. Sie hemmen den Juckreiz und wirken beruhigend auf die Schleimhäute. Zudem bilden die Sprays auf der Nasenschleimhaut einen dünnen, elastischen Schutzfilm. Dieser verhindert, dass reizenden Substanzen eindringen.

Schüssler-Salze

Schüssler-Salze können allerlei akute Heuschnupfen-Symptome lindern. Ideal ist die Kombination Nr. 8 (Natrium chloratum) und Nr. 3 (Ferrum phosphoricum). Sind die Beschwerden stark, dürfen Sie viertelstündlich je eine Tablette einnehmen. Wer ausserdem ein Kratzen im Hals verspürt, kann zusätzlich Nr. 6 (Kalium sulfuricum) anwenden. Je nach Beschwerden variiert die Kombination der Mineralsalze.

Tipp: Schüssler-Salze können Sie auch vorbeugend einnehmen.

Gemmotherapie

Gegen juckende und tränende Augen sowie ein Kribbeln in der Nase hilft ein Mundspray mit Schwarzen Johannisbeeren. Dieser wirkt antiallergisch und gegen Entzündungen. Sie können den Pflanzenspray mehrmals täglich anwenden.

Kochsalzlösungen
  • Bei Fliessschnupfen und Niesanfällen helfen pflegende Nasenspülungen mit Salzwasser. Das spült Pollen, Dreck und Krankheitserreger, die auf den Schleimhäuten sind, weg.

  • Hypertone Nasensprays enthalten mehr Meersalz als gewöhnliche Kochsalzlösungen. Sie wirken abschwellend und können eine verstopfte Nase befreien. «Meistens muss man nach der Anwendung einmal richtig die Nase schnäuzen. Danach hat man eine Zeitlang Ruhe», sagt Drogist Zogg.

Kompressen

Kühlende Kompressen lindern brennende Augen. Einfach einen Lumpen mit Wasser oder Schwarztee befeuchten und 15 bis 20 Minuten lang auf die geschlossenen Augen legen.

Achtung: Kamille gilt zwar als entzündungshemmend, aber verwenden Sie für die Kompressen bloss nicht Kamillentee. Dieser besteht aus Kamillenblüten und enthält Pollen, die die Augen reizen können. Besser sind Kamillenextrakte aus der Drogerie. Diese sind frei von Blütenpartikeln.

«Diese natürlichen Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen. Deshalb sind sie auch für Kinder und betagte Menschen geeignet», sagt Drogist Zogg.

Antihistaminika

Für jene, die Schulmedizin bevorzugen, gibt es Tabletten, Augentropfen und Nasensprays mit Antihistaminika. Der körpereigene Botenstoff Histamin spielt bei Allergien und im Immunsystem eine wichtige Rolle. Histamin löst letztlich die Beschwerden aus. Antihistaminika können die Wirkung des Histamins reduzieren oder gar unterbinden. «Sie lindern akute Heuschnupfen-Symptome sehr rasch. Doch sie können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen und müde machen», sagt Zogg.

Mittlerweile existieren Antihistaminika der zweiten Generation, die weniger Nebenwirkungen haben sollen. Diese sind in der Drogerie nicht erhältlich. Wer sich dafür interessiert, sollte sich von einem Arzt beraten lassen.

Schluss mit der Pollenallergie

Gegen Pollenallergie gibt es zudem Therapien, die dafür sorgen, dass die Beschwerden bestenfalls sogar ganz verschwinden. Man nennt diese spezifische Immuntherapie, Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung. Dabei lernt das Immunsystem, die eigentlich harmlosen Eindringlinge, die Pollen, zu tolerieren. Eine Hyposensibilisierung können Betroffene naturheilkundlich oder beim Arzt durchführen, zum Beispiel mit Tropfen, Tabletten oder Spritzen.

Erste Anlaufstelle bei Heuschnupfen

Bei Verdacht auf eine Pollenallergie ist die Drogerie eine geeignete erste Anlaufstelle. Drogistinnen und Drogisten suchen gemeinsam mit Ihnen das richtige Heilmittel oder schicken Sie zum Arzt, falls nötig. «Personen, die unter allergischem Asthma leiden oder plötzlich Atemnot haben, sollten direkt zum Arzt», sagt Zogg.

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Foto: © S. Hofschlaeger / pixelio.de
Autorin und Redaktion: Vanessa Naef