Hilfe bei Bauchschmerzen

Bauchschmerzen kommen sehr häufig vor. Weil sie ganz unterschiedliche Gründe haben können sollten Sie besonders aufmerksam sein, wenn es um die Ursachenforschung geht.

– Wenn der Bauch schmerzt tut er das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Ursachen können in verschiedenen Organsystemen des Bauches oder sogar im Brustraum liegen. Deshalb klärt Oberarzt Federico Moriconi von der Gastroenterologie am Universitätsspital Basel gründlich ab, woher die Schmerzen kommen, wie stark sie sind, wie sie verlaufen.

Stress als Ursache

«Bauchschmerzen sind oftmals auch stressbedingt. Häufige Ursachen sind ausserdem falsches Essen, wie der Verzehr von verdorbenen Nahrungsmitteln. Verstopfung und Durchfall sind die Folgen. Wenn die Schmerzen immer wieder kommen und mehrere Tage anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen», sagt Moriconi. Dieser kann mittels Blutentnahme prüfen, ob die Entzündungsparameter erhöht sind oder die Leukozytenwerte auf eine Infektion im Bauch hinweisen. Eine ausführliche körperliche Untersuchung klärt ab, ob andere Organe mitbeteiligt und ob alle Organsysteme voll funktionstätig sind. «Je nach Diagnose und Ursache wird der Bauch noch mit Ultraschall oder mittels Computertomografie untersucht.» Erst danach kann der Gastroenterologe entscheiden, welche therapeutischen und medikamentösen Massnahmen angebracht sind, oder ob sogar ein operativer Eingriff notwendig ist, um die Schmerzen im Bauch zu lindern.

Handelt es sich hingegen um Bauchschmerzen, die durch einseitige Diäten oder Lebensmittelunverträglichkeiten ausgelöst werden, werden die Patienten in eine Sprechstunde übermittelt und beispielsweise von einer Ernährungsberaterin begleitet. «Bei stressbedingten Bauchschmerzen ziehen wir unsere psychologische Abteilung hinzu, die mit den Patienten auf Ursachenforschung geht.»

Hilfe aus der Drogerie

Auch in der Drogerie finden Sie Hilfe bei Bauchschmerzen. Roman Buchs, diplomierter Drogist HF, nimmt sich Zeit, um in einem persönlichen Beratungsgespräch mögliche Ursachen zu finden. «Ich frage bei den Kunden, ob sie mir den Ort der Schmerzen anzeigen können, wo sie liegen, ob eher im Magen, im Oberbauch oder im Darmbereich. Dann müssen wir auch wissen, ob es sich um Blähungen, ein saures Aufstossen, Verdauungskrämpfe, Durchfall oder Verstopfung handelt und wie oft die Schmerzen auftreten.»

Bei regelmässigen, wiederkehrenden Bauchschmerzen spreche er eine mögliche Unverträglichkeit an. Auch wer immer auswärts und unausgewogen isst, kann von chronischen Bauchschmerzen betroffen sein. Buchs rät dann zu Bitterstoffen in Form von Tropfen, Kapseln, Tabletten oder Tees. Diese brächten neue Kraft in den Verdauungstrakt. «Dazu viel trinken und auf Bewegung achten.»

Wenn jemand hingegen nachts oft Beschwerden hat und nach einem reichhaltigen Essen keinen Schlaf findet, empfiehlt Buchs Mariendistel- und Artischockenpräparate oder auch einen Pfefferminztee. Ersteres regeneriert die Leber, Artischocken fördern die Fettverdauung, und der Tee lässt die Galle fliessen. Bei regelmässigem Durchfall eignen sich als erste Wahl diverse Probiotika.

Bei nervösem Magen ist nicht eigentlich der Magen krank, sondern der Mensch gestresst. «Dementsprechend sollte etwas zur Beruhigung der Nerven getan oder Stress abgebaut werden.» Bei unregelmässigem Stuhlgang, mal eher verstopft und dann wieder Durchfall, habe sich eine Darmsanierung mit spagyrischen Essenzen bewährt: «In einem Dreistufenprogramm wird der Darm zuerst mit Bittersalz gereinigt und dann mit Tee und Tinkturen die Ausleitung unterstützt, und zum Schluss mit Probiotika neu aufgebaut.» Bei Verstopfung helfen Flohsamenschalen, Glyzerinzäpfchen oder auch mal Bittersalz. Bei Magenbrennen neutralisieren Präparate mit Magnesium- und Kalziumverbindungen: Sie wirken säurebindend. Generell immer gut bei Bauchbeschwerden sind Pfefferminz- oder Kamillentee. Buchs schwört letztlich aber auf die richtige Ernährung.

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»