Sekundäre Pflanzenstoffe

Was die Wissenschaft lange vermutet hat, ist heute teilweise bestätigt: Der Genuss bestimmter Lebensmittel kann gewissen Krankheiten vorbeugen. Sekundäre Pflanzenstoffe spielen dabei ein grosse Rolle.

Während Vitamine in der Ernährung schon lange eine wichtige Rolle spielten, galten sekundäre Pflanzenstoffe bis vor einigen Jahren als nutzlose pflanzliche Recyclingprodukte. Inzwischen werden diese auch Phytamine genannten Stoffe in Gemüse und Früchten eine ganze Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeschrieben. So soll der Verzehr von Broccoli beispielsweise bestimmten Krebserkrankungen vorbeugen, und der mässige Genuss von rotem Wein Arterien und Gefässe gesund erhalten.

Phytamine kurz erklärt

Hinter dem Oberbegriff «sekundäre Pflanzenstoffe» verbergen sich mehr als 100 000 verschiedene Substanzen, die ausschliesslich von Pflanzen gebildet werden. Dabei handelt es sich um chemische Verbindungen, die den Pflanzen als Abwehr-, Duft-, Farb- und Aromastoffe sowie als Wachstumsfaktoren dienen. Im Gegensatz zu den primären Pflanzeninhaltsstoffen wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse liefern die sekundären Pflanzenstoffe dem Menschen keine Nährstoffe. Dennoch haben sie Auswirkungen auf unseren Organismus. Mehr zu Vorkommen und Wirkung von sekundären Pflanzenstofen.

Wissenschaftliche Belege

Obwohl ein positiver Einfluss von sekundären Pflanzenstoffen auf die Gesundheit schon längere Zeit vermutet wird, resultieren die heutigen Erkenntnisse vor allem aus Labor- und Tierexperimenten. Studien an Menschen hingegen wurden bisher kaum durchgeführt. Nur vereinzelte Wirkungen gelten als «naturwissenschaftlich belegt». Dazu zählen die Wirkung von Phytoöstrogenen bei Osteoporose, Betacarotin bei Krebserkrankungen und Lutein bei altersbedingter Makuladegeneration.

Obwohl noch viele Eigenschaften von sekundären Pflanzenstoffen unbekannt sind und nicht abschliessend geklärt ist, wie hoch der Bedarf an einzelnen Stoffen ist, gilt eines als sicher: Die Grundregel «5 am Tag» wird auch bei jenen Studien nicht angezweifelt, bei denen eindeutige Beweise für eine gesundheitsfördernde Wirkung von sekundären Pflanzenstoffe fehlen.

Autorinnen: Silvia Stähli-Schönthaler, Petra Gutmann
Redaktor: Didier Buchmann
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • «d-Inside»