Entschlacken – so geht’s

Eine Entschlackungskur hilft dem Körper, Gift- und Abfallstoffe loszuwerden. Das befreit, macht munter und verhindert Beschwerden und Krankheiten.

Ständig müde, lustlos, Kopfweh, Verdauungsprobleme... Stecken dahinter keine ernsthaften Ursachen, hilft oft eine Entgiftungs- oder Entschlackungskur. Das heisst: Für ein paar Wochen auf Kaffee, Alkohol und Rauchen verzichten, viel Wasser und Tee trinken und hauptsächlich Gemüse und Früchte essen.

Schlacken

Entschlacken befreit den Körper von sogenannten Schlacken. Das sind körpereigene Abfallstoffe wie Harnsäure und Salzsäure, aber auch Giftstoffe aus beispielsweise Medikamenten, der Luft oder der Nahrung. Laut Naturheilkundlern lagern sich die schädlichen Stoffe im Gewebe, der Muskulatur, den Organen, den Blutgefässen und den Gelenken ab. Sie sollen müde und antriebslos machen oder Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzinfarkt, Rheuma, Gicht und Diabetes begünstigen.

Drogistin Pascale Robinson: «Mit regelmässigen Entschlackungskuren lassen sich solche Beschwerden und Krankheiten möglicherweise vorbeugen. Entgiften hilft aber auch unmittelbar. Danach fühle ich mich jedenfalls immer voller Energie.»

Überlastete Organe

Eigentlich scheidet ein gesunder Körper schädliche Stoffe natürlich aus. Über den Urin, den Stuhl und mit dem Schweiss. «Doch wir nehmen so viele Gifte auf, dass der Organismus nicht mehr Herr darüber wird», sagt Robinson. Allein schon die Ernährung sorge für haufenweise Schlackenstoffe im Körper. «Unsere Lebensmittel sind voll von Umweltgiften wie Pestiziden und Schwermetallen oder Zusatzstoffen wie Konservierungs- und Aromastoffen. Ausserdem essen die meisten zu viel Fett, Zucker, tierische und Weissmehlprodukte.» Das übersäuert den Körper (siehe Kasten Säure-Basen-Haushalt) und Stoffwechselvorgänge funktionieren nicht mehr einwandfrei.

Hinzu kommen oft Bewegungsmangel, Stress, Rauchen oder Alkohol. «Die Ausscheidungsorgane Leber, Nieren, Galle, Darm, Haut und Schleimhäute sind völlig überfordert.» Regelmässig entschlacken hilft dem Körper, Altlasten des modernen Lebens loszuwerden.

Säure-Basen-Haushalt

Körperflüssigleiten haben je nach Funktion einen unterschiedlich hohen Säuregehalt, also pH-Wert (potentia Hydrogenii). Beim Säure-Basen-Haushalt steht der pH-Wert des Blutes im Zentrum. Dieser sollte idealerweise konstant um rund 7,4 sein. Sinkt er, ist der Körper übersäuert. Steigt er an, sind zu viele Basenstoffe im Körper.

In der Regel scheidet der Mensch übermässig Säuren oder Basen über die Nieren und die Atmung aus. Bei vielen Menschen sind die Ausscheidungsorgane aber aufgrund von Krankheiten und der heutigen Ernährung überlastet – und sie übersäuern.

Übersäuerte essen oft zu viele säurebildende und zu wenig basenbildende Lebensmittel. Zu welcher Gruppe ein Lebensmittel gehört, hängt davon ab, in welche Stoffe der Körper es umwandelt. Ob er mehr saure oder basische Bestandteile daraus gewinnt. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen oder Grapefruits schmecken zwar sauer, sind aber Basenbildner. Die meisten Früchte und Gemüse gehören zu den basischen Lebensmitteln. Fleisch, Fisch, Eier, Käse und Weissmehlprodukte hingegen zu den Säurebildnern. In der Drogerie können Sie die Werte ihres Säure-Basen-Haushalts überprüfen.

Richtig entschlacken

Entschlackungskuren dauern zwischen einem Tag und mehreren Wochen. Drogistin Robinson rät zu einer Kur

  • von mindestens 2–3 Wochen, ohne Darmreinigung

oder

Beim Entschlacken sollten Sie folgende Regeln beachten:

Essen

Geniessen Sie leichte Kost und verzichten Sie auf Fertigprodukte. Wichtig ist viel frisches, saisonales, regionales Gemüse und Obst, das biologisch angebaut wurde. Es enthält weniger bis keine Pestizide und mehr wichtige Nährstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe als herkömmlich angebaute Produkte. Diese Vitalstoffe sorgen für einen gut funktionierenden Stoffwechsel und helfen beim Abtransport von Schlacken.

Keine Diät
Die Kur verlangt nicht, weniger zu essen als sonst. Aber das richtige. Deshalb verlieren manche ein paar Kilos. Achtung: Wer danach zu seiner gewohnten Ernährung zurückkehrt, nimmt meistens auch schnell wieder zu. Idealerweise behalten Sie nach der Kur eine gesunde Ernährung bei. Das wirkt sich nebenbei positiv auf die Figur aus.

Trinken

Trinken Sie mindestens 2 Liter stilles Wasser oder ungesüssten Tee. Viel Flüssigkeit hilft dem Körper, Schlacken loszuwerden. Als Tee eignet sich ein Stoffwechseltee mit Goldrute, Artischocke und Mate. Morgens 1 Tasse auf nüchternen Magen, tagsüber 2 – 3 Tassen und vor dem Schlafengehen 1 Tasse. Verzichten Sie auf Kaffee und Alkohol.

Wohlbefinden

Tanken Sie neue Energie, zum Beispiel mit Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und wohltuenden Aktivitäten. Verzichten Sie aufs Rauchen.

Fasten

Wer möchte, kann zusätzlich fasten. Auf feste Nahrung verzichten sollten aber nur Personen, die gesund sind. Nicht geeignet ist Fasten für Menschen mit:

  • Essstörungen

  • Tuberkulose

  • Krebs

  • Überfunktion der Schilddrüsen

  • chronischen Entzündungen

  • Nierenproblemen

  • Herzproblemen

  • Kreislaufbeschwerden

sowie für

  • Schwangere

  • Stillende

  • Kinder und Jugendliche im Wachstum

  • Personen, die frisch operiert wurden

  • Personen die eine Infektionskrankheit hinter sich haben

  • ältere Menschen

Personen, die Medikamente einnehmen, sollten vor der Fastenkur mit ihrem Arzt darüber sprechen.

Fastenzeit
Die beste Zeit, um auf Messer und Gabel zu verzichten, ist im Frühling und Herbst. Drogistin Robinson: «Im Winter ist der Körper bereits genug gefordert. Er muss sich auf die Kälte einstellen, Fettreserven zulegen und sich gegen Krankheitserreger wehren.» Ausserdem empfiehlt sie Fastenwilligen, sich dafür eine ruhige Lebensphase auszusuchen. «Ich finde es wichtig, währenddessen herunterzufahren und sich viel Gutes tun zu können.»

Mehr über Fastenmethoden erfahren Sie hier.

Verschiedene Mittel aus der Drogerie unterstützen die Entgiftung. Es gibt äusserliche und innerliche Behandlungsmöglichkeiten. Allerdings hat jede Drogerie ihre eigenen Hauspezialitäten. Folgende Tipps stammen von Drogistin Robinson.

Innerlich
  • Die Schüssler-Salze 6, 8, 9 und 10 unterstützen die Funktion der Leber, regulieren den Wasserhaushalt, binden Säure und helfen, Stoffwechselendprodukte auszuscheiden. Sie sind in der Drogerie als Tabletten oder Brausetabletten erhältlich. Die Dosierung ist je nach Art des Präparats unterschiedlich.

  • Ein spagyrischer Mundspray mit Brechnuss, Löwenzahn, Thuja, Brennnessel, Goldrute und Artischocke reinigt den Organismus, hilft ihm, zu entgiften und verbessert die Verdauung. Sprühen Sie sich stündlich 3 Sprühstösse in den Mund.

  • Leber-Galle-Tropfen mit Artischocke, Mariendistel, Enzian, Kümmel, Melisse und Löwenzahn unterstützen die Funktion von Leber und Galle. Nehmen Sie dreimal täglich 30 Tropfen.

  • Eine Darmsanierung sorgt für ein gesundes Gleichgewicht von guten und schlechten Bakterien im Darm. Das stärkt das Immunsystem und verbessert die Nähstoffaufnahme. Für die Kur nehmen Sie 6–12 Wochen Kapseln oder Pulver mit Huminsäure, Milchsäurebakterien und L-Glutamin ein. Das verursacht weder Bauchschmerzen noch Durchfall.

Äusserlich

Die Haut ist ein Ausscheidungsorgan. Über sie kann der Körper Gifte und Schlacken loswerden. Lagern sich die schädlichen Stoffe aber im Bindegewebe ab, können sie laut Robinson Hautprobleme und Cellulite verursachen.

  • Gegen Cellulite und Dehnungsstreifen hilft eine Schüssler-Salz-Lotion. Die darin enthalten Nummern 1 und 11 befeuchten die Haut und stärken das Bindegewebe. Cremen Sie Ihre Haut täglich damit ein. Eine gute Alternative zur Lotion ist ein Öl, das Birkenblätter, Stechender Mäusedorn und Rosmarin enthält.

  • Ein warmes Basen-Bad oder ein Basen-Duschgel mit Salzen und Mineralien entsäuert die Haut. Das mildert Cellulite und beseitigt Hautprobleme und schlechten Körpergeruch. Wärme regt zudem die Durchblutung an. Das hilft, Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden. Baden Sie einmal pro Woche in 36–38 Grad warmem Wasser. Vorsicht: Für Menschen mit Kreislaufproblemen sind heisse Vollbäder nicht geeignet.

  • Duschen Sie einmal pro Woche mit einem Birken-Peeling. Es massiert und stimuliert die Haut und entfernt abgestorbene Hautzellen.

Beratung ist wichtig

Wer sich für eine Entschlackungskur interessiert, lässt sich am besten zuerst in der Drogerie beraten. Drogistinnen und Drogisten helfen, die passenden Mittel zu finden oder stellen individuelle Mischungen her. Sie weisen Sie ausserdem darauf hin, wenn Sie sich aufgrund von bestimmten Beschwerden ärztlich untersuchen zu lassen sollten. Schwangeren, schwachen, älteren Personen und Kranken rät Drogistin Pascale Robinson in der Regel vom Entschlacken ab.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen
  • Drogistin HF Pascale Robinson

  • Broschüre «Wie entschlacke ich erfolgreich?» von den Naturheilpraktikern Ute und Roland Jentschura, Verlag Peter Jentschura

  • Buch «Richtig Fasten – für mehr Gesundheit, Vitalität, Balance und Schönheit» von Dr. med. Jutta Reiss und Thorsten Dargatz, BLV Buchverlag in München, 2007

  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes