Mit gesundem Essen gegen Blutfett

Der Gründe für erhöhte Blutfettwerte gibt es viele. Doch resignieren ist nicht angesagt. Mit gesunder Ernährung und Bewegung können Sie die Werte positiv beeinflussen.

Was gibt es an einem lauen Sommerabend besseres als eine Bratwurst vom Grill mit Kartoffelsalat? Doch was der Gaumen liebt, ist der Gesundheit oft nicht zuträglich. Gerade tierische Fette stehen im Verdacht, den Cholesterinspiegel in die Höhe zu treiben und zum Gesundheitsrisiko zu werden.

Die tierischen Fette, vor allem gesättigte Fettsäuren, lassen das gesundheitsschädigende LDL-Cholesterin im Blut ansteigen. Pflanzliche Fette dagegen sind reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und cholesterinfrei. Herzspezialist Christian Röthlisberger vom Spitalzentrum in Biel: «Zudem haben sie die Eigenschaft, erhöhtes LDL-Cholesterin günstig zu beeinflussen.»

Auf Fette achten

Der Arzt rät daher, im Kampf gegen das «schlechte» Cholesterin vor allem tierische Fette zu reduzieren. Dabei gilt es, die verschiedenen Fette zu kennen und zu wissen, welche der Gesundheit schaden und welche die Gefässe schützen können.

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren sind vor allem in tierischen Lebensmitteln, Snacks und Bratfetten enthalten. Sie können das LDL-Cholesterin erhöhen und gelten daher als ungünstig.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren kommen vor allem in Oliven-, Raps-, Walnuss-, Sesam- und Erdnussöl vor und sind in der Lage, LDL-Cholesterin zu senken.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Da der Körper sie nicht selbst herstellen kann, müssen mehrfach ungesättigte Fettsäuren der Nahrung aufgenommen werden, sie sind hauptsächlich in pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumen- oder Distelöl.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind eine Untereinheit der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie kommen vorwiegend in fetten Fischen wie Lachs oder Makrelen vor, aber auch in Leinöl, Rapsöl und in Nüssen.

Obwohl ungünstige Cholesterinwerte zu einem grossen Teil erblich bedingt sind, spielt laut Röthlisberger der Lebensstil eine entscheidende Rolle, vor allem in Bezug auf das «gute» HDL-Cholesterin: «Wenn ein Patient raucht, übergewichtig ist und sich zudem wenig bis gar nicht bewegt, sinkt der HDL-Cholesterinspiegel im Blut. Damit fällt ein wichtiger Schutzfaktor für die Gefässe weg.»

Umgekehrt kann das HDL-Cholesterin um 10 bis 20 Prozent erhöhen, wer aufs Rauchen verzichtet und mehr Bewegung in den Alltag integriert. Empfehlenswert sind Sporteinheiten von etwa 45 Minuten dreimal pro Woche.

Gutes aus dem Mittelmeerraum

Die cholesterinbewusste Ernährung orientiert sich an der Küche aus dem Mittelmeerraum. Diese zählt auf eine faserreiche Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Kohlenhydraten in Form von Brot, Teigwaren sowie ungesättigten Fettsäuren, wie sie im Olivenöl enthalten sind. Eine Ernährungsumstellung kann längerfristig erhöhte Werte des Gesamtcholesterins und des «schlechten» LDL-Cholesterins günstig beeinflussen.

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Mediterrane Kost enthält ausserdem entzündungshemmende Substanzen. Die berühmte Lyoner Herz-Diät-Studie, die 1985 bei Herzinfarktpatienten durchgeführt wurde, fand Belege für die Wirksamkeit einer solchen Ernährung. So traten bei der Gruppe, die sich an Mittelmeerkost gütlich tat, 70 Prozent weniger weitere Herzinfarkte auf als bei der Gruppe, die ihre Essgewohnheiten nicht geändert hatte.

Foto: © Helene Souza / pixelio.de
Autorin: Silvia Stähli-Schönthaler
Redaktion: Franziska Linder
Quelle
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