Hormone verändern Geruchssinn

Mit der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln verändert sich auch das Geruchsempfinden.

Durch die Einnahme der Antibabypille kann sich das Geruchsempfinden verändern, das haben Studien bestätigt. Demnach fühlt sich eine Frau anhand des Geruchs normalerweise von Männern angezogen, die sich genetisch von ihr stärker unterscheiden. Das ist gut für die Nachkommen. Durch die Pille aber suche sich eine Frau eher genetisch ähnliche Partner aus. Ausserdem haben Forscher herausgefunden, dass Frauen mit hormoneller Verhütung Gerüche intensiver wahrnehmen als jene, die ohne Hormone verhüten. Und ebenfalls, dass sie selber anders riechen, wenn sie die Pille einnehmen. Auch das hat Auswirkungen auf das andere Geschlecht. Weil die künstlichen Hormone dem Körper eine Schwangerschaft vorgaukeln, fehlt die fruchtbare Zeit um den Eisprung, in der Männer Frauen gut riechen können und sie anziehender wirken.

Miteinander sprechen

Drogistin Dorothea Kunz weiss, dass es sogar vorkommen kann, dass eine Frau aufgrund der Einnahme einer Antibabypille ihren Partner «nicht mehr riechen kann». «Ein Parfüm, das der Partner schon jahrelang benutzt, kann auf einmal penetrant, schwer oder gar erdrückend wirken. Dann lohnt es sich, das Gespräch zu suchen.» Ein Grossteil der Drogerien bietet ein umfassendes Parfümsortiment und die dazugehörige Beratung, damit ein Paar gemeinsam einen Duft finden kann, den beide angenehm empfinden. Sich dezenter zu parfümieren, ist eine weitere Möglichkeit. Auch fein parfümierte Erfrischungs- oder Körpersprays könnten eine gute Alternative sein.

Dragees, Tee & Co.

Wer den Eigengeruch des Partners plötzlich anders beziehungsweise intensiver wahrnimmt, könnte ihm auch Blattgrün-Dragees vorschlagen. «Sie neutralisieren die Ausdünstung aus der Haut, die oftmals auftritt, wenn man stark gewürzte Speisen, Knoblauch oder Zwiebeln gegessen hat.» Auch der japanische Matcha-Tee hilft. Ausserdem gibt es befeuchtende Nasensprays, die auf die Schleimhäute regulierend einwirken,beispielsweise mit der südamerikanischen Pflanze Yerba Santa, zu Deutsch Heiligenkraut. Diese Pflanze kann auch als spagyrischer Spray eingenommen werden.

Riechfläschchen

Wer plötzlich sensibler auf Gerüche reagiert und merkt, dass ihm schneller übel wird, kann mit einer einfachen Massnahme vorsorgen. «In einem überfüllten Zug beispielsweise vermischen sich ja ganz viele Gerüche. Essens- und Körpergerüche, dann sind vielleicht noch Hunde im Abteil. Nach altem Vorbild könnte man sich ein Riechfläschchen vorbereiten. Dazu einfach etwas Meersalz in ein Fläschchen füllen und mit fünf bis zehn Tropfen eines Aromaöls beträufeln, das man gerne mag.» Lavendel, Rosmarin, Minze und Zitronengras sind nur einige mögliche Beispiele. Auch das Riechen an Kaffeebohnen kann helfen, sich in einem stark parfümierten Umfeld wieder besser zurechtzufinden.

Quellen
  • Drogistenstern

  • Drogistin Dorothea Kunz

  • Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper