Wenn das Bäuchlein grummelt

Ob Blähungen, Koliken oder Durchfall. Oft helfen schon sanfte Massagen oder Naturheilmittel gegen Babys Verdauungsprobleme.

Babys haben ab und zu Probleme mit der Verdauung. Kein Wunder: Ihr Verdauungsapparat ist noch nicht vollständig entwickelt.

Dreimonatskoliken

Schreien Babys in den ersten drei Monaten stundenlang, haben Bauchschmerzen, Krämpfe und Blähungen, spricht man von Dreimonatskoliken. Die Ursache ist nicht genau bekannt. «Eine nervenaufreibende Zeit», sagt Drogistin EFZ Nadia Good. In ihrer Drogerie gibt es unter anderem die Hausspezialität «Windpulver» aus Fenchel, Anis und Schüssler-Salzen. «Sehr effizient gegen Blähungen bei Babys ist auch Simeticon in Tropfenform.»

Verstopfung

Wie oft ein Kind Stuhlgang hat, ist sehr verschieden. «Von einmal pro Woche bis dreimal pro Tag ist normal», sagt die Drogistin. Oft ist Flüssigkeitsmangel ein Grund für Verstopfung. Darum auf ausreichend Flüssigkeit achten. «Ab einem gewissen Alter kann man den Brei mit Baby-Hirseflocken zubereiten, das lockert den Stuhl. Bei älteren Kindern hat sich verdünnter Fruchtsaft oder Milchzucker im Schoppen bewährt. Ebenso kann eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn helfen. Lactulose-Sirup ist schon für Säuglinge geeignet und wirkt osmotisch, er bindet Wasser im Darm und macht den Stuhl weich.» In hartnäckigen Fällen zum Arzt.

Durchfall

«Nicht jeder flüssige Stuhl ist Durchfall. Ich würde mich auf Augen und Nase verlassen. Durchfallstühle riechen schlecht, haben oft einen wässrigen Rand und können grünlich sein.» Hat das Kind mehr als fünfmal am Tag sehr flüssigen Stuhl, ist der Gesamteindruck schlecht und das Baby jünger als drei Monate, trinkt nicht, sollte man zum Arzt. Auch wenn es erbricht oder der Stuhl blutig ist. «Bei kurzfristigem Durchfall helfen Produkte, die die Darmflora aufbauen in Kombination mit einer Elektrolytlösung, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ist das Baby älter als sechs Monate, kann man stopfenden Brei etwa aus gekochten Rüebli, Reisschleim oder Bananen versuchen.»

Blähungen

«Gegen Blähungen können Bauchmassagen im Uhrzeigersinn helfen.» In der Drogerie gibt es dafür spezielle Babyöle. «Es nützt auch, wenn ein Kind strampeln kann, das regt die Verdauung an. Das Kind dafür zum Beispiel an ein Kissen lehnen oder unter Aufsicht bäuchlings auf eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen legen.» Stillt die Mutter, kann sie Fenchel- oder Entblähungstee trinken, bekommt das Kind den Schoppen, die Milch mit verdünntem Fencheltee zubereiten.

Erbrechen

Dass Kinder nach dem Trinken Milch spucken, kommt oft vor. «Wenn das Kind gut gedeiht und das Gewicht stimmt, ist das nicht tragisch.» Erbricht das Kind den grössten Teil der Mahlzeit, hat aber kein Fieber, erst einmal abwarten. «Tee geben, das Kind in den Arm nehmen, beruhigen. Erbricht es wiederholt, hat Durchfall, nimmt länger als etwa sechs Stunden nichts zu sich, ist fiebrig, matt oder hat Ohrenweh, sollte man zum Arzt.» Grundsätzlich ist es wichtig, dass das Kind genug trinkt. Hier kann eine Elektrolytlösung helfen, sie ersetzt neben der Flüssigkeit auch verloren gegangene Mineralien. «Leider schmeckt sie nicht sehr gut, mein Tipp ist, die Flüssigkeit möglichst kalt mit einem Teelöffel und in kleinen Portionen einzuflössen.»

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Drogistenstern

  • Drogistin EFZ Nadia Good

  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes