Expertenrat

Klassische Naturheilmittel

Kurzbiografie

Andrea Ullius ist eidg. dipl. Drogist und Spezialist im Bereich klassische Naturheilmittel. Dazu zählen die Spagyrik, die Phytotherapie, Spenglersan sowie die Isopathie.

Ihre Frage an Andrea Ullius

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Naomi T. fragt: Ich bin 23 verhüte mit einem Implantat. Ich vertrage es eigentlich gut, habe aber wochenlange Dauerblutungen. Nun muss es deswegen entfernt werden. Gerne möchte ich die Pille nehmen, habe aber grosse Angst, weil ich gelesen habe, dass sie das Immunsystem schwächt. Ausserdem befürchte ich, dass ich wegen der Pille Herpes-Ausbrüche haben werde. Als ich vor zwei Jahren das letzte Mal die Pille nahm, hatte ich zudem trockene Haut und Depressionen.

  • Andrea Ullius antwortet: Wenn Sie die Pille nehmen müssen Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie Ihrem Körper Hormone verabreichen und damit in den Stoffwechsel eingreifen. Davon kann auch das Immunsystem betroffen sein. Man sagt zum Beispiel, dass die Pille eine «Zinkräuberin» ist und Zink spielt im Immunsystem eine wichtige Rolle. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin darüber, welche Pille Sie nehmen wollen. Sollten Nebenwirkungen auftreten wie trockene Schleimhäute, können Sie diese zum Beispiel mit Leinölkapseln lindern. Bei Herpes können Sie mit L-Lysin supplementieren.

Theo B. fragt: Ich bin 58 Jahre alt und hatte vor ca. zwei Wochen ein sehr starkes Brennen beim Wasser lösen. Mein Arzt hat mir Antibiotika verschrieben und mittlerweile ist alles wieder okay. Vor ein paar Tagen habe ich probiert, mich selber zu befriedigen. Vom Gefühl her hatte ich auch einen Orgasmus, aber es kam kein Sperma. Was könnte das für eine Ursache haben und was raten Sie mir? Ich hatte in meinem Leben immer ein sehr intensives Sexualleben, darum bin sehr beunruhigt.

  • Andrea Ullius antwortet: Theoretisch ist möglich, dass dies noch eine «Nachwirkung» der Infektion und des Antibiotikaeinsatzes ist. Ich empfehle Ihnen, mit Ihrem Problem zum Arzt zu gehen, wenn es in den nächsten Tagen nicht bessert. Speziell sollte eine Prostataprophylaxe gemacht und die entsprechenden Werte auch beim Arzt regelmässig überwacht werden.

Petra P. fragt: Ich habe eine extrem hohe Blei- und Quecksilberbelastung und nehme seit etwa sechs Wochen zur Entgiftung Spagyriktropfen. Kann es durch das Ausleiten zu einem Kribbeln im Fuss und ab und zu auch in der Wade kommen?

  • Andrea Ullius antwortet: Theoretisch ist das sicher möglich, da durch die Ausleitung natürlich einige Stoffwechselvorgänge in Gang geraten. Es ist jedoch atypisch, dass diese Symptome auftreten.

Monika K. fragt: Seit Monaten leide ich unter Durchschlafstörungen. Ich schlafe schnell ein, aber nach ca.4 Stunden erwache wieder und schlafe dann trotz autogenem Training erst nach etwa 1-2 Stunden wieder ein. Ich erwache meistens zwischen 3 und 5 Uhr, wenn nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Lungen arbeiten. Nun habe ich bedenken, dass evtl. mit meinen Lungen etwas nicht stimmen könnte. Ich habe keine seelischen Probleme und daher kann es auch keine psychische Sache sein.

  • Andrea Ullius antwortet: Es könnte auch die Leber sein, die ist nach der TCM zwischen 2 und 3 Uhr aktiv. Versuchen Sie es mit Zeller Schlafdragees und Liv. 52 (Arzneimittel der ayurvedischen Medizin bei funktionellen Störungen im Rahmen von Lebererkrankungen wie Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit). Nehmen Sie davon eine Packung durch.

Uta P. fragt: Ich leide schon lange unter Gallensteinen. Nun habe mir einen spagyrischen Spray mit Mariendistelessenz gekauft, weiss aber nicht, wie ich ihn anwenden muss. Können Sie mir weiterhelfen?

  • Andrea Ullius antwortet: Nehmen Sie bei akuten Beschwerden stündlich 3 Sprühstösse in den Mund und lassen sie es vor dem Schlucken einwirken. Bei chronischen Beschwerden und Kuren nehmen Sie 3 Mal täglich 3-5 Sprühstösse in den Mund und lassen es vor dem Schlucken einwirken.

Fränzi T. fragt: Welche spagyrischen Essenzen soll ich zur Vorbeugung von Gallenkoliken nehmen?

  • Andrea Ullius antwortet: Ich empfehle Ihnen, Mentha, Chelidonium, Cardus marianus, Taraxacum, Petasites und Colocynthis zusammenzumischen.

Franziska E. fragt: Unser Sohn ist 6 Jahre alt. Mit 9 Monaten wurde bei ihm Neurodermitis festgestellt und er bekam Kortisoncreme, was half. Als er in den Chindsgi kam, hatte er von Oktober bis April 6x Bronchitis. Er inhalierte ein kortisonfreies Mittel, was ihm anfänglich half, doch langzeitlich keinen grossen Erfolg brachte. Wir gingen zu einer Naturärztin, die mit Homöopathie und Osteopathie begann. Ausserdem suchten wir einen Kinderpneumologen auf. Nun ist klar: unser Sohn steht am Anfang eines Kinderasthmas. Er inhaliert nun ein Medikament mit Kortison. Was könnte ihm sonst noch helfen? Mein Mann hatte auch als Kind Neurodermitis und allerlei Allergien und wir sind beide Heuschnupfen-Allergiker.

  • Andrea Ullius antwortet: Sie sollten mit Ihrem Kind unbedingt zu einem Therapeuten, idealerweise zu einem Homöopathen, aber auch andere Heilmethoden sind denkbar. Das Krankheitsbild ist sehr komplex, z.T. mit erblicher Veranlagung und mehrschichtig. Mit Selbstmedikation können Sie das nicht in den Griff bekommen. Sicher wird ein Konstitutionsmittel nötig sein für die Verarbeitung des bisherigen Einsatzes von Kortison und Antibiotika.

Gertrud W. fragt: Ich bin 65 und nehme seit einem Jahr Medikamente wegen Schilddrüsenüberfunktion. Im Februar letzten Jahres bekam ich Herzflimmern mit hohem unregelmässigem Puls (ca. 130) und ich hatte einen Schlaganfall, glücklicherweise ohne bleibende Schäden. Mein Blutdruck war und ist jetzt normal und der Puls hat sich auch wieder normalisiert. Irgendwann muss ich das Medikament absetzen, möchte aber nicht, dass die Schilddrüse zerstört oder operiert werden muss. Gibt es eine alternative Möglichkeit, die Schilddrüsenfunktion zu normalisieren, da es nicht sicher ist, dass nach Absetzen des Medikaments die Überfunktion wieder auftritt?

  • Andrea Ullius antwortet: Ganz wichtig ist: Schilddrüsenprobleme gehören immer in die Hand des Arztes. Es ist auf jede Fall nötig, die Werte im Auge zu behalten. Es gibt aber Mineralstoffe und zum Teil auch homöopathische oder spagyrische Mittel, die auf den Hormonhaushalt und die Schilddrüse einen Einfluss haben. In der Phytotherapie wäre Lycopodium ev. ein Thema. Ich empfehle Ihnen, einen Therapeuten aufzusuchen, der Ihre Situation genauer anschauen kann.

Bettina T. fragt: Ich hatte eine Bindehautentzündung und wollte ein Augenbad mit Hamameliswasser machen. Ich habe mir jeweils einen Tropfen davon ins Auge getropft und zwar so, dass es vom Augenrand Richtung Nase lief. Dies hat sehr gebrannt. Jetzt weiss ich nicht, ob das normal ist, da mein Auge ja gereizt ist oder ob das daran lag, dass es sich bei dem Hamameliswasser um ein Destillat handelt und es vielleicht nur zu äusserlichen Anwendung gedacht ist.

  • Andrea Ullius antwortet: Wenn das Hamameliswasser Alkohol enthält ist klar, warum es brennt. Ich empfehle Ihnen in diesem Fall, mit Ihrem Hamameliswasser äusserliche Kompressen zu machen. Für die Anwendung direkt auf dem Auge eignen sich Augentropfen mit Augentrost sehr gut.

Severin Q. fragt: Ich war heute beim Augenarzt wegen trockener und gereizter Augen. Der Arzt sagte, es sei kein medizinisches Problem. Meine Augen seien einfach überstrapaziert. Ich denke das liegt daran, dass ich zu oft fernsehe. Ich nehme bereits Augentropfen, die auch etwas helfen, aber nicht komplett heilen. Was kann ich tun, damit meine Augen nicht mehr so empfindlich sind und sie nicht mehr ständig tränen?

  • Andrea Ullius antwortet: Nebst den Augentropfen, die Sie bereits anwenden, könnten Sie allenfalls auf etwas speziellere Tropfen als Tränenersatz ausweichen. Diese sind zum Teil etwa höher in der Viskosität (zähflüssiger) und sie haften deshalb besser und länger. Weiter empfehle ich Ihnen Leinölkapseln, die befeuchten von Innen. Das hilft übrigens auch bei trockener Haut und trockener Schleimhaut. Schliesslich sollten Sie ganz bewusst viel Blinzeln. Denn zu wenig Blinzeln ist einer der Gründe für trockene Augen, wenn man oft am Computer oder vor dem Fernseher sitzt.

Oskar M. fragt: Ich bin 73 Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang mit Darmträgheit zu kämpfen. In meinem Berufsleben gab es Zeiten, in denen Verstopfung und unregelmässiger Stuhlgang an der Tagesordnung waren. Mit viel Obst und Ballaststoffen (Vollkornbrot) habe ich bisher aber ein erträgliches Leben führen können. Kürzlich erlitt ich einen Hinterwand-Herzinfarkt. Jetzt, nach Spital und Reha, muss ich täglich acht Tabletten schlucken. Nun ist ist mein Darm noch empfindlicher und unregelmässiger geworden. Gerne möchte ich es mit einer Darmsanierung versuchen. Doch das Angebot ist sehr gross. Was raten Sie mir?

  • Andrea Ullius antwortet: Es könnte sein, dass die Medikamente selber die Darmprobleme hervorrufen. Das müssen Sie mit Ihrem Arzt abklären. Wenn immer möglich sollten Sie auf Abführmittel verzichten.

  • Für eine Darmsanierung empfehle ich Ihnen folgendes Vorgehen:

Präparate

Activomin (Huminsäure)

  • -bildet gesundes Darmschleimhaut und stabilisiert die Darmflora

  • bindet Schadstoffe und Erreger, sie können es also auch bei Durchfall anwenden

  • wirkt gegen Pilze, Bakterien, Viren und Entzündungen

  • ist immunmodulierend, verbessert und stärkt also die körpereigene Abwehrkraft

  • wirkt Verauungsfördernd

Symbiolact (Probiotica)

  • baut die Darmflora auf

  • stärkt das Immunsystem

  • hemmt das Wachstum schädlicher Bakterien

Aminovital (Aminosäuren)

  • bindet Schwermetalle und hilft, sie auszuscheiden

  • reduziert die giftige Wirkung von Medikamenten, bakteriellen Giften, Schwermetallen

  • unterstützt die Fettverdauung (Taurin)

  • liefert Energie für die Zellen der Darmwand und die Immunzellen

  • wirkt antioxidativ auf Darm und Leber

Dosierung Darmsanierung

  • 10 Tage lang 2 x 1 Kapsel Activomin mit Wasser

  • ab dem 10. Tag zusätzlich 1 Beutel Symbiolact mit Wasser

  • bei Müdigkeit zusätzlich 1 Beutel Aminovital

Irmtraud H. fragt: Nach einem Bruch des rechten Oberschenkelhalses vor vier Jahren habe ich immer noch Beschwerden. Könnten pflanzliche Medikamente Linderung verschaffen?

  • Andrea Ullius antwortet: Ich würde Ihnen eine spagyrische Mischung empfehlen. Deren genaue Zusammenstellung müsste eine Drogistin oder ein Drogist vor Ort abklären. Klar ist, dass die Mischung einerseits eine entzündungshemmende Wirkung haben sollte. Anderseits sollte sie nach Möglichkeit die «Stabilität» der Knochen verbessern. Zusätzlich rate ich Ihnen, die Schüssler Salze Nr. 1 und Nr. 2 einzunehmen, denn diese unterstützen den Knochenaufbau ebenfalls.

Denise W. fragt: Ich möchte gern vor dem Einsetzen der ersten Symptome etwas gegen die starke Birkenpollenallergie meines 10-jährigen Sohnes unternehmen. Gibt es Naturheilmittel, um den Allergie-Verlauf zu mildern?

  • Andrea Ullius antwortet: Zur Desensibilisierung der Heuschnupfenbeschwerden Ihres Sohnes empfehle ich folgende Massnahmen:

  • _ Schwarzkümmelölkapseln oder

  • _ Spenglersan Staphylococcus comp.-K D13

  • Beide Produkte sollten möglichst früh vor Einsetzen der ersten Allergiesymptome (im Fall von Birken also bereits im Januar) eingenommen werden. Eine Desensibilisierung kann bis zu drei Jahren dauern, die Beschwerden werden jedoch schon im ersten Jahr gemildert.

  • Als weitere Therapie empfehle ich einen Spagyrik-Spray, der aus folgenden Komponenten zusammengesetzt ist:

  • _ 10ml Petasites

  • _ 10ml Cardiospermum

  • _ 10ml Aralia

  • _ 10ml Ephedra

  • _ 10ml Euphrasia

  • Als Begleitung können Nasenspülungen sowie andere begleitende Massnahmen Erleichterung bringen.

Victoria Z. fragt: Ich habe Bisse bzw. Stiche von einer Spinne oder einer Riesenmücke! Die Stiche sind etwa 0,7 cm dick und etwa so gross wie ein Tischtennisball! Welche Arzneimittel könnten helfen?

  • Andrea Ullius antwortet: Wenn nach einem Insektenstich eine schmerzhafte und juckende Hautschwellung auftritt, die mehr als zehn Zentimeter im Durchmesser umfasst und länger als 24 Stunden zu sehen ist, spricht dies für eine leichte Insektengift-Allergie. Was Sie selbst gegen die Beschwerden tun können: Kratzen verstärkt den Juckreiz! Kalte Umschläge (z.B. mit «Essigsaurer Tonerde») beruhigen die Haut. Verwenden Sie zusätzlich ein kühlendes Gel oder Spray (z.B. von Similasan, Parapic oder Euceta). Mit Hilfe von homöopathischen Medikamenten kann die Heilung unterstützt werden: Nehmen Sie Similasan Instektenstich-Globuli ein. Zur Dosierung empfehle ich einen halben Tag viertel- bis halbstündlich etwa sieben Globulis, danach eine stündliche Einnahme für den Rest des Tages. Künftig können Sie bei Stichen die Aspivenin Minipumpe anwenden, damit lässt sich das Gift gleich nach dem Stich heraussaugen. Wann Sie zum Arzt gehen sollten: Wenn Unwohlsein, Atembeschwerden, Erbrechen, Schwindel, rote Striche, Fieber oder starker Hautausschlag auftreten.

Sonja W. fragt: Ich habe gelesen, man kann Zucker und Salz mit Orangensaft und Wasser mischen, um die Leistung beim Sport aufrecht zu erhalten. Bringt das ebensoviel wie ein gekauftes isotonisches Getränk?

  • Antwort: Die Frage ist, wie häufig und intensiv man Sport treibt. Als Freizeitsportlerin (ca. 3-4h pro Woche) benötigt man für gewöhnlich keine isotonische Getränke oder leistungssteigernde Power-Gels. Diese sind primär für Leistungssportler konzipiert, oft stark gezuckert und teilweise mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert – der Bedarf an Vitalstoffen kann bei Hobbysportlern über die gesunde Ernährung ausreichend gedeckt werden. Hilfreich ist es, den Körperstoffwechsel zu kennen: Wenn wir uns intensiv bewegen, verbrennt der Körper viel Kohlenhydrate. Ist der Speicher leer, werden wir schlapp. Ein Hungerast entsteht. In einem solchen Fall ist eine Pause angezeigt und es sollten rasch verfügbare Kohlenhydrate zugeführt werden. Als Zwischenverpflegung eignen sich Bananen oder Reiswaffeln. Trinken ist ebenfalls wichtig. Warten Sie nicht, bis der Durst kommt! Nehmen Sie bei moderatem Sport in Etappen etwa ein Liter Flüssigkeit (pro 1,5h Trainingseinheit) zu sich. Trainiert man weniger als eine Stunde am Stück, so genügt es meistens reines Wasser zu trinken. Anstelle von isotonischen Getränken kann mit Wasser verdünnter Orangensaft oder Apfelschorle (4dl Saft auf 6dl Mineralwasser) getrunken werden. Wer viel schwitzt oder intensiver trainiert, kann dieser Mischung eine Prise Salz hinzufügen. Wer ein etwas süsseres Getränk wünscht, gibt einen Esslöffel Akazienhonig oder Birnendicksaft aus der Drogerie hinzu.

Wir stellen Ihnen über 70 bekannte und bewährte alternativmedizinische Therapien vor.

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