Expertenrat

Klassische Naturheilmittel

Kurzbiografie

Andrea Ullius ist eidg. dipl. Drogist und Spezialist im Bereich klassische Naturheilmittel. Dazu zählen die Spagyrik, die Phytotherapie, Spenglersan sowie die Isopathie.

Ihre Frage an Andrea Ullius

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Severin Q. fragt: Ich war heute beim Augenarzt wegen trockener und gereizter Augen. Der Arzt sagte, es sei kein medizinisches Problem. Meine Augen seien einfach überstrapaziert. Ich denke das liegt daran, dass ich zu oft fernsehe. Ich nehme bereits Augentropfen, die auch etwas helfen, aber nicht komplett heilen. Was kann ich tun, damit meine Augen nicht mehr so empfindlich sind und sie nicht mehr ständig tränen?

  • Andrea Ullius antwortet: Nebst den Augentropfen, die Sie bereits anwenden, könnten Sie allenfalls auf etwas speziellere Tropfen als Tränenersatz ausweichen. Diese sind zum Teil etwa höher in der Viskosität (zähflüssiger) und sie haften deshalb besser und länger. Weiter empfehle ich Ihnen Leinölkapseln, die befeuchten von Innen. Das hilft übrigens auch bei trockener Haut und trockener Schleimhaut. Schliesslich sollten Sie ganz bewusst viel Blinzeln. Denn zu wenig Blinzeln ist einer der Gründe für trockene Augen, wenn man oft am Computer oder vor dem Fernseher sitzt.

Oskar M. fragt: Ich bin 73 Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang mit Darmträgheit zu kämpfen. In meinem Berufsleben gab es Zeiten, in denen Verstopfung und unregelmässiger Stuhlgang an der Tagesordnung waren. Mit viel Obst und Ballaststoffen (Vollkornbrot) habe ich bisher aber ein erträgliches Leben führen können. Kürzlich erlitt ich einen Hinterwand-Herzinfarkt. Jetzt, nach Spital und Reha, muss ich täglich acht Tabletten schlucken. Nun ist ist mein Darm noch empfindlicher und unregelmässiger geworden. Gerne möchte ich es mit einer Darmsanierung versuchen. Doch das Angebot ist sehr gross. Was raten Sie mir?

  • Andrea Ullius antwortet: Es könnte sein, dass die Medikamente selber die Darmprobleme hervorrufen. Das müssen Sie mit Ihrem Arzt abklären. Wenn immer möglich sollten Sie auf Abführmittel verzichten.

  • Für eine Darmsanierung empfehle ich Ihnen folgendes Vorgehen:

Präparate

Activomin (Huminsäure)

  • -bildet gesundes Darmschleimhaut und stabilisiert die Darmflora

  • bindet Schadstoffe und Erreger, sie können es also auch bei Durchfall anwenden

  • wirkt gegen Pilze, Bakterien, Viren und Entzündungen

  • ist immunmodulierend, verbessert und stärkt also die körpereigene Abwehrkraft

  • wirkt Verauungsfördernd

Symbiolact (Probiotica)

  • baut die Darmflora auf

  • stärkt das Immunsystem

  • hemmt das Wachstum schädlicher Bakterien

Aminovital (Aminosäuren)

  • bindet Schwermetalle und hilft, sie auszuscheiden

  • reduziert die giftige Wirkung von Medikamenten, bakteriellen Giften, Schwermetallen

  • unterstützt die Fettverdauung (Taurin)

  • liefert Energie für die Zellen der Darmwand und die Immunzellen

  • wirkt antioxidativ auf Darm und Leber

Dosierung Darmsanierung

  • 10 Tage lang 2 x 1 Kapsel Activomin mit Wasser

  • ab dem 10. Tag zusätzlich 1 Beutel Symbiolact mit Wasser

  • bei Müdigkeit zusätzlich 1 Beutel Aminovital

Irmtraud H. fragt: Nach einem Bruch des rechten Oberschenkelhalses vor vier Jahren habe ich immer noch Beschwerden. Könnten pflanzliche Medikamente Linderung verschaffen?

  • Andrea Ullius antwortet: Ich würde Ihnen eine spagyrische Mischung empfehlen. Deren genaue Zusammenstellung müsste eine Drogistin oder ein Drogist vor Ort abklären. Klar ist, dass die Mischung einerseits eine entzündungshemmende Wirkung haben sollte. Anderseits sollte sie nach Möglichkeit die «Stabilität» der Knochen verbessern. Zusätzlich rate ich Ihnen, die Schüssler Salze Nr. 1 und Nr. 2 einzunehmen, denn diese unterstützen den Knochenaufbau ebenfalls.

Denise W. fragt: Ich möchte gern vor dem Einsetzen der ersten Symptome etwas gegen die starke Birkenpollenallergie meines 10-jährigen Sohnes unternehmen. Gibt es Naturheilmittel, um den Allergie-Verlauf zu mildern?

  • Andrea Ullius antwortet: Zur Desensibilisierung der Heuschnupfenbeschwerden Ihres Sohnes empfehle ich folgende Massnahmen:

  • _ Schwarzkümmelölkapseln oder

  • _ Spenglersan Staphylococcus comp.-K D13

  • Beide Produkte sollten möglichst früh vor Einsetzen der ersten Allergiesymptome (im Fall von Birken also bereits im Januar) eingenommen werden. Eine Desensibilisierung kann bis zu drei Jahren dauern, die Beschwerden werden jedoch schon im ersten Jahr gemildert.

  • Als weitere Therapie empfehle ich einen Spagyrik-Spray, der aus folgenden Komponenten zusammengesetzt ist:

  • _ 10ml Petasites

  • _ 10ml Cardiospermum

  • _ 10ml Aralia

  • _ 10ml Ephedra

  • _ 10ml Euphrasia

  • Als Begleitung können Nasenspülungen sowie andere begleitende Massnahmen Erleichterung bringen.

Victoria Z. fragt: Ich habe Bisse bzw. Stiche von einer Spinne oder einer Riesenmücke! Die Stiche sind etwa 0,7 cm dick und etwa so gross wie ein Tischtennisball! Welche Arzneimittel könnten helfen?

  • Andrea Ullius antwortet: Wenn nach einem Insektenstich eine schmerzhafte und juckende Hautschwellung auftritt, die mehr als zehn Zentimeter im Durchmesser umfasst und länger als 24 Stunden zu sehen ist, spricht dies für eine leichte Insektengift-Allergie. Was Sie selbst gegen die Beschwerden tun können: Kratzen verstärkt den Juckreiz! Kalte Umschläge (z.B. mit «Essigsaurer Tonerde») beruhigen die Haut. Verwenden Sie zusätzlich ein kühlendes Gel oder Spray (z.B. von Similasan, Parapic oder Euceta). Mit Hilfe von homöopathischen Medikamenten kann die Heilung unterstützt werden: Nehmen Sie Similasan Instektenstich-Globuli ein. Zur Dosierung empfehle ich einen halben Tag viertel- bis halbstündlich etwa sieben Globulis, danach eine stündliche Einnahme für den Rest des Tages. Künftig können Sie bei Stichen die Aspivenin Minipumpe anwenden, damit lässt sich das Gift gleich nach dem Stich heraussaugen. Wann Sie zum Arzt gehen sollten: Wenn Unwohlsein, Atembeschwerden, Erbrechen, Schwindel, rote Striche, Fieber oder starker Hautausschlag auftreten.

Sonja W. fragt: Ich habe gelesen, man kann Zucker und Salz mit Orangensaft und Wasser mischen, um die Leistung beim Sport aufrecht zu erhalten. Bringt das ebensoviel wie ein gekauftes isotonisches Getränk?

  • Antwort: Die Frage ist, wie häufig und intensiv man Sport treibt. Als Freizeitsportlerin (ca. 3-4h pro Woche) benötigt man für gewöhnlich keine isotonische Getränke oder leistungssteigernde Power-Gels. Diese sind primär für Leistungssportler konzipiert, oft stark gezuckert und teilweise mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert – der Bedarf an Vitalstoffen kann bei Hobbysportlern über die gesunde Ernährung ausreichend gedeckt werden. Hilfreich ist es, den Körperstoffwechsel zu kennen: Wenn wir uns intensiv bewegen, verbrennt der Körper viel Kohlenhydrate. Ist der Speicher leer, werden wir schlapp. Ein Hungerast entsteht. In einem solchen Fall ist eine Pause angezeigt und es sollten rasch verfügbare Kohlenhydrate zugeführt werden. Als Zwischenverpflegung eignen sich Bananen oder Reiswaffeln. Trinken ist ebenfalls wichtig. Warten Sie nicht, bis der Durst kommt! Nehmen Sie bei moderatem Sport in Etappen etwa ein Liter Flüssigkeit (pro 1,5h Trainingseinheit) zu sich. Trainiert man weniger als eine Stunde am Stück, so genügt es meistens reines Wasser zu trinken. Anstelle von isotonischen Getränken kann mit Wasser verdünnter Orangensaft oder Apfelschorle (4dl Saft auf 6dl Mineralwasser) getrunken werden. Wer viel schwitzt oder intensiver trainiert, kann dieser Mischung eine Prise Salz hinzufügen. Wer ein etwas süsseres Getränk wünscht, gibt einen Esslöffel Akazienhonig oder Birnendicksaft aus der Drogerie hinzu.

Wir stellen Ihnen über 70 bekannte und bewährte alternativmedizinische Therapien vor.

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