Expertenrat

Anti-Aging-Medizin

Kurzbiografie

Wolfgang Kallabis ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und führt eine Praxis in Thierachern (BE). Seit Jahren beschäftigt sich der vitagate.ch-Experte mit Teilaspekten der Anti-Aging- und Präventivmedizin. Er ist Mitautor des Titels «Das Anti-Aging-Lexikon – Alles Wissenswerte von A bis Z».

Ihre Frage an Wolfgang Kallabis

Alle Expertinnen und Experten im Überblick

Lisa S. fragt: Ich bin 54-jährig und meine Periodenblutungen sind noch regelmässig, ich mache mir aber Gedanken, wie ich verhüten soll. Nun habe ich von Wild yam Tabletten gehört, die gegen Wechseljahrbeschwerden helfen sollen. Höher dosiert soll das Präparat verhütend wirken. Stimmt das?

  • Wolfgang Kallabis antwortet: Mit dem Beginn der Wechseljahre werdem die Periodenblutungen und die Eisprünge unregelmässiger. In ihrem Alter ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden sehr niedrig, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Erst wenn Sie mindestens 12 Monate keine Blutung mehr hatten, kann man davon ausgehen, dass kein Eisprung mehr stattfinden wird und somit keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Das Kondom, die Spirale oder die Sterilisation von einem Partner sind Möglichkeiten der Verhütung. Wild yam ist kein zugelassenes Medikament, sondern gilt als Nahrungsergänzungsmittel. Die wilde Yamswurzel enthält in grossen Mengen Diosgenin, ein sogenanntes Phytoöstrogen. Diese Substanz ist dem Gelbkörperhormon ähnlich. Das Gelbkörperhormon hält die Schwangerschaft in den ersten Wochen aufrecht. Der menschliche Körper selbst kann Diosgenin aber nicht in ein Östrogen (Sexualhormon der Frau) oder Progesteron (Gelbkörperhormon) umwandeln. Nur durch mehrere chemische Umwandlungsschritte wird wild yams als Grundsubstanz für die Hormonherstellung genutzt. Wild yams wird häufig als natürliche Quelle für Östrogen angepriesen, und in der Pflanzenheilkunde bei Periodenschmerzen, Übelkeit, Entzündungen, Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Wissenschaftliche Studien konnten aber nur eine geringe Wirkung u.a. gegen Wechseljahrsbeschwerden nachweisen. Die wild yams Wurzel kann nicht als sicheres Verhütungsmittel bezeichnet werden.

Gabi E. fragt: Ich habe seit einem Jahr ein «Burnout». Nun habe ich bemerkt, dass ich keine Periode mehr habe und meine Haut zusehends erschlafft. Ich nehme Omega-Fettsäuren und Sojadragees. Was kann ich sonst noch tun?

  • Wolfgang Kallabis antwortet: In den Wechseljahren, in der Regel zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, sinken die weiblichen Hormone, die Östrogene ab. Hierbei können Beschwerden wie Hitzewallungen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und später auch degenerative Veränderungen an Organsystemen wie schlaffe Haut, Knochenschwund und Trockenheit der Schleimhäute auftreten. Das «Burnout» im Sinne einer emotionalen Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit könnte auch hier eine Ursache haben. Aber auch das berufliche, soziale, partnerschaftliche Leben und Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Sport haben auf das «Burnout» einen Einfluss. Neben einer Hormonersatztherapie können auch pflanzliche Heilmittel wie Traubensilberkerze, Sojabohne, Yams, Rotklee oder Johanneskraut gegen Wechseljahrbeschwerden eine Hilfe sein. Die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren und Sojadragees auf die Haut ist allerdings sehr begrenzt. Bei der Hormonersatztherapie hingegen ist eine positive Wirkung auf die Haut nachgewiesen. So nimmt deren Kollagengehalt zu und die Haut wird dicker und enthält mehr Feuchtigkeit. Die für Sie passende Therapie orientiert sich aber an Ihrem genauen Beschwerdebild, Alter, Lebensstil und auch an allfälligen Risikofaktoren. Sie benötigen sicher eine Gesamtstrategie, die ein Arzt mit Ihnen festlegen sollte.

Carola B. fragt: Ich habe seit einiger Zeit Störungen der Libido. Gibt es eine Therapie, die dieses Problem lösen könnte?

  • Wolfgang Kallabis antwortet: Der Begriff Libido steht für sexuelle Lust und Begehren. Körperliche, emotionale und umgebungsbedingte Faktoren müssen bei Frauen im Einklang sein, damit sie Lust verspüren, sexuell aktiv zu werden. Da bei Libidostörungen meist mehrere Dinge zusammenkommen, ist die Suche nach deren Ursache nicht immer einfach. Neben Hormonabfall, können die Schilddrüse, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes sowie auch Medikamente den Spass verderben. Ebenso wichtig für die Libido sind die Psyche und die Beziehung zum Partner. Die Therapie mit einem Testosteronpflaster ist derzeit nur für Frauen zugelassen, bei denen es nach beidseitiger Eierstocksentfernung zu einer Menopause gekommen ist. Im Übrigen scheint gemäss einer neuen Studie nur eine hohe Dosis an Testosteron die Libido zu steigern – dies hat jedoch oft Nebenwirkungen wie männlicher Haarwuchs zur Folge. Für eine genauere Abklärung rate ich Ihnen, das Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Hausärztin zu suchen.

Die Drogerie in Ihrer Nähe

DrogoSearch
   
vitagate.ch interaktiv
Google Werbung