8. Behandlung und Ablauf
Eine Behandlung dauert in der Regel rund eine Stunde. Bei einer Erstkonsultation wird zunächst ein Vorgespräch zu den aktuellen Beschwerden durchgeführt. Diese Befunderhebung erfolgt zudem mit ersten Berührungen, die der Fachperson aufzeigen, wo Defizite oder allfällige Ungleichgewichte herrschen. Während der Therapiesitzung liegt die behandelte Person in bequemen Kleidern auf einer Matratze (Futon) auf dem Boden. Je nach Situation ist das Arbeiten auch im Sitzen oder auf einer Massageliege angezeigt. Zur Berührung setzt der Therapeut seinen ganzen Körper ein. Dabei arbeitet er weniger mit Muskelkraft als mit dem Körpergewicht. Während der Behandlung versucht er eine energetische Beziehung zum Patienten herzustellen (Energie hier im Sinne von Qi). Dies erlaubt ihm eine ganzheitliche Wahrnehmung des Kunden.
Behandelt wird entlang der verbindenden Meridiane. Ausserdem umfasst Shiatsu auch etliche Mobilisierungsübungen für den Körper. Die Behandlung passt sich der Situation des Patienten an und erfolgt in meditativer Stille. Dies erlaubt den Patienten «in sich hineinzuhorchen» und den Fachkräften, in aufmerksamer Verbindung mit dem Geschehen zu sein. Shiatsu wird so zu einer tiefen, vertrauensvollen Kommunikation ohne Worte und die Behandlung zur «berührenden Kunst». Trotz der Behandlung mit den Händen ist die nötige Abgrenzung zwischen dem Therapeuten und seinem Kunden gegeben. Da die Behandlung bekleidet erfolgt und die Berührungen klar und meist druckvoll sind, ist die persönliche Integrität des Patienten jederzeit gewährleistet.
Durch die therapeutische Begleitung verändern sich Energie-, Lebens- und Verhaltensmuster. So gelingt es den Patienten, ihre Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig und selbstverantwortlich zu beeinflussen. Zu Beginn der Therapie ist eine Sitzung pro Woche am effektivsten.
9. Grenzen und Risiken
Nebenwirkungen oder Risiken sind keine bekannt. Bei schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Problemen ist eine schulmedizinische Abklärung angezeigt. Besondere Umstände wie Schwangerschaft, chronische Krankheiten usw. werden vom Therapeuten berücksichtigt und die Therapie diesbezüglich angepasst.
10. Praktische Tipps
Leiden Sie gelegentlich unter Müdigkeit? Diese entsteht unter anderem, wenn die Nierenenergie nicht genügend zirkuliert, was besonders im Winter der Fall ist. Folgende Übungen bringen sie wieder in Fluss:
Die Nierengegend kräftig mit beiden Händen reiben, ebenso die Füsse, Fussgelenke und die Ohren – alle Zonen sind besonders mit der Nierenenergie verbunden.
Auch der erste Punkt des Nierenmeridians «Sprudelnder Quell» kann mit Daumendruck stimuliert werden. Er befindet sich in einer Vertiefung zwischen der zweiten und dritten Zehe auf der Fusssohle und an der Grenze zwischen dem erstem und zweiten Drittel der Fusslänge (ohne Zehen).
11. Zahlt die Krankenkasse?
Viele Krankenkassen leisten einen Beitrag an die Behandlungskosten im Rahmen ihrer Zusatzversicherungen, sofern Therapeuten anerkannt sind. Nähere Informationen erhalten Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse.
Autor und Redaktion: Didier Buchmann
