Manuelle Therapien

Cranio-Sacral-Therapie

1. Definition

Bei der Craniosacral-Therapie werden kaum wahrnehmbare Handgriffe im Bereich des Schädels und des Kreuzbeins ausgeführt. Diese wirken sich auf Gewebe und Körperflüssigkeiten aus und beheben dadurch vorhandene Funktionsstörungen des Organismus. Die Bedeutung des Begriffs «Craniosacral» wird fälschlicherweise oft mit dem Wort «heilig» in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich um eine Ableitung von der griechischen Bezeichnung «cranion» (Schädel) und dem lateinischen «os sacrum» (Kreuzbein) ab.

2. Philosophie

Die Craniosacral-Therapie ist eine von der Osteopathie abgeleitete Behandlungsform. Sie wurde vom Osteopathen William Garner Sutherland entwickelt (1873-1954). Er stellte die These auf, dass Gehirn, Rückenmark und die darin enthaltene Gehirn-, und Rückenmarksflüssigkeit eine Eigenbewegung haben. Sutherland gab dieser von Atem- und Herzrhythmus unabhängigen Bewegung den Namen «Primärrhythmus». Er ging davon aus, dass die einzelnen Knochen vom Schädel bis zum Kreuzbein aufgrund dieses Rhythmus harmonisch bewegt werden können. Eine wichtige Rolle spielte zudem die Annahme, dass die Schädelknochen nicht starr miteinander verbunden sind. Krankheiten, funktionelle Störungen und Störungen des Wohlbefindens führte Sutherland auf die Beeinträchtigung dieses craniosacralen Rhythmus zurück.

3. Plausibilität des Konzepts

Die Theorie der losen Verbindungen der Schädelknochen und dem Pulsieren der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit widerspricht medizinischem Wissen. Aus Sicht der Erfahrungsmedizin ist die Wirksamkeit der Craniosacral-Therapie jedoch unbestritten. Im Speziellen bei Kindern mit schweren Geburtsverläufen und bei Erwachsenen mit Schädelprellungen konnten sehr gute Resultate erzielt werden. Dies trotz der Tatsache, dass es selbst erfahrenen Therapeuten nicht möglich ist, erfolgreiche Behandlungen rational zu erklären.

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