Ernährungstherapien

Apitherapie

1. Definition

Apitherapie ist eine natürliche Heilmethode aus Bienenprodukten. Sie wird zur Prävention, Heilung und Genesung von Krankheiten eingesetzt. Die individuelle Therapie erfolgt vor allem mit den sechs Bienenerzeugnissen: Honig, Propolis, Gelée Royale, Blütenpollen, Bienengift und Bienenwachs.

2. Philosophie

Bereits vor hundert Millionen Jahren war die Erde von Bienen bevölkert. Ihre natürlichen Widerstandskräfte machten sie zu Überlebenskünstlern. Genau diese Kräfte sind es, auf die sich die Apitherapie stützt. Der Begriff Apitherapie wird vom lateinischen «apis» hergeleitet, welcher frei übersetzt «Biene» bedeutet. Überlieferungen zufolge haben bereits Völker wie etwa die Ägypter oder die Griechen Honig verwendet, um Wunden zu heilen oder Darmkrankheiten zu kurieren. Hier ist auch der sogenannte Met (Honigwein) erwähnenswert. Dieser wurde schon von den Germanen als Heilmittel eingesetzt. Selbst Hippokrates verfasste über siebzig Rezepturen unter Berücksichtigung von Bienenprodukten. Auch die traditionelle chinesische Medizin macht sich die Erzeugnisse aus dem Bienenstock zunutze.

Methodik: Bienenprodukte werden äusserlich wie auch innerlich angewendet. Honig ist das bekannteste Bienenerzeugnis. Es dient nicht nur als gesunder Brotaufstrich, sondern kann auch als Wickel, für Honigmassagen oder zur Wundbehandlung eingesetzt werden. Honig, Gelée Royale und Blütenpollen werden zu den Nahrungsmitteln gezählt und können eingenommen werden. Propolis hingegen darf in der Schweiz nur in spagyrischer und homöopathischer Form verkauft werden.

3. Plausibilität des Konzepts

Bei zahlreichen Alltagsbeschwerden und -erkrankungen angewandt, ist die Apitherapie eine unbedenkliche Alternative zu chemischen Arzneimitteln, die oft Nebenwirkungen haben. Von Allergien über Erkältungen bis hin zu Kopfschmerzen gibt es kaum eine Beschwerde, bei der Bienenprodukte nicht unterstützend oder alternativ eingesetzt werden können.

4. Belege für die Wirksamkeit

Produkte aus dem Bienenstock sind keine Wundermittel. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch deren positive Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Unter anderem machte eine Studie zur Behandlung von Reizhusten mit Honig von sich reden:

In dieser wurden die Wirkung von Honig und einem nach Honig schmeckenden Hustenmittel mit Dextromethorphan verglichen. Kinder zwischen zwei und achtzehn Jahren mit einem Infekt der oberen Luftwege bekamen vor dem Schlafengehen entweder Buchweizenhonig oder eine Portion Hustenmittel. Danach wurden Dauer und Stärke des Hustens sowie die Schlafqualität der Kinder geprüft. Selteneres nächtliches Husten sowie besserer Schlaf bestätigten die Effizienz des Honigs. Die Wirkung des Hustenmittels war jedoch sehr gering.

Propolis wird eine Wirkung zugeschrieben. So nutzte man das Kittharz im Zweiten Weltkrieg zur Behandlung eitriger Wunden. Jüngst soll es in ersten Laboruntersuchungen bereits gelungen sein, mit CLU-502 Krebszellen abzutöten. CLU-502 stammt aus dem Bienenharz des subtropischen Balsamapfels.

Im Jahr 2006 erschien unter dem Titel «Bienenprodukte und Gesundheit» eine ausführliche Publikation zur Apitherapie. Diese wurde von der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, EVD, erstellt.

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