Bewegungstherapien
Tai-Chi
1. Definition
Tai Chi ist eine gewaltfreie Kampfkunst und bedeutet wörtlich übersetzt, «den obersten Firstbalken boxen». Sie besteht aus fliessenden Bewegungen, die mit der Atmung koordiniert sind und meditativ wirken. Tai Chi hat zum Ziel, die Lebensenergie zu stärken und die Körperkräfte zu harmonisieren.
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2. Philosophie
Über die Ursprünge der auch Tai Chi Chuan oder Schattenboxen genannten Kampfkunst gibt es widersprüchliche Angaben. Sicher ist einzig, dass diese aus China stammende Bewegungslehre zu Beginn vielmehr der Selbstverteidigung als zum Training von Körper und Geist diente. Als «Vater» des Tai Chi wird oft der taoistische Mönch Zhang Sanfeng genannt, der zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert gelebt haben soll. Einer Legende nach beobachtete der Mönch den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange, wonach er die Grundstellungen des Tai Chi ableitete. Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelte sich diese ursprüngliche Kampfkunst zu einer sanften Trainingsmethode, die sich positiv auf Körper und Geist auswirkt.
Im Lauf der Zeit haben sich fünf Hauptstilrichtungen des Tai Chi entwickelt: Chen-, Yang-, Wu-, Wu/Hao- und Sun-Stil. Sie bestehen alle aus Aneinanderreihungen von 24 bis 108 Bewegungen. Die älteste und in China nach wie vor sehr verbreitete Technik ist der Chen-Stil. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat mit den ursprünglichen Kampftechniken am meisten gemein. In Europa hingegen gehört der aus dem Chen-Stil hervorgegangene Yang-Stil zu den beliebtesten Techniken.
3. Plausibilität des Konzepts
Tai Chi ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Der Fluss der Lebensenergie (Qi) und das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang stehen im Vordergrund. Aus erfahrungsmedizinischer Sicht sind die positiven Auswirkungen von Tai Chi auf Körper und Geist unbestritten. Aus diesem Grund wird die Methode auch von vielen Schulmedizinern empfohlen.
Nachdem Tai Chi während der Kulturrevolution in China (1960er-Jahre) verboten war, wird es heute an den dortigen Universitäten gelehrt und gehört sogar zum allgemeinen Turnunterricht. Auch in der Schweiz findet Tai Chi immer mehr Beachtung. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der Internationalen Tai Chi Chuan Vereinigung.
4. Belege für die Wirksamkeit
Mehrer Studien zeigen, dass Tai Chi besonders bei älteren und betagten Menschen positive Auswirkungen mit sich bringt. Das regelmässige Üben trainiert das Gleichgewicht und hilft so, Stürzen vorzubeugen. Auch bei Patienten mit Herzproblemen und rheumatischen Erkrankungen konnte nachgewiesen werden, dass Tai Chi sich günstig auf deren Gesundheit und Lebensqualität auswirkt.
