Magen-Darm-Beschwerden

Magen-Darm-Beschwerden können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Suchen Sie zuerst nach den harmlosen: Haben Sie etwas Ungewöhnliches oder mehr als üblich gegessen?

Bauchschmerzen können sich unterschiedlich anfühlen: als ziehender Schmerz, als Blähungsschmerz, als Druck- und Völlegefühl, kolikartig, heftig oder als anhaltender Schmerz im Ober-, Mittel- oder Unterbauch. Bauchschmerzen können von Schweissausbrüchen, Übelkeit oder Durchfall begleitet sein. Grundsätzlich wird zwischen akuten, anfallsartigen und länger anhaltenden Schmerzen unterschieden.

Ursachen und Hintergründe von Magen-Darm-Beschwerden

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, die Schmerzen im Magen-Darm-Trakt verursachen können: Verdauungsprobleme, Infektionen, Blasenentzündung, Menstruationsbeschwerden oder auch schwerere Erkrankungen wie Gallen- oder Nierensteine, Leistenbruch, Entzündungen der Blase, Bauchspeicheldrüse, Eileiter sowie Magen- oder Darmtumore.

Suchen Sie zuerst nach den harmlosen Ursachen: Haben Sie etwas Ungewöhnliches gegessen? Mehr als üblich gegessen? In den meisten Fällen ist nämlich ein überlasteter Magen-Darm-Trakt die Hauptursache für Bauchschmerzen. Falls Sie unsicher sind, weshalb Sie Schmerzen haben, suchen Sie einen Arzt auf. Hilfreich ist es, wenn Sie dem Arzt beschreiben können, wo (Oberbauch, Unterbauch), wann (immer morgens, nach dem Essen), in welcher Art (aufflammender und verebbender Schmerz) und wie lange der Schmerz auftritt. Auf jeden Fall zum Arzt gehen sollte man, wenn die Bauchdecke hart ist, der Bauch berührungsempfindlich ist, wenn man heftig erbricht, wenn Fieber dazukommt, Blut im Urin oder Stuhl auftaucht und wenn die Bauchschmerzen länger als drei Tage anhalten. Bei Kindern ist generell erhöhte Vorsicht geboten. (Link zu Elternwissen.de)

Was Sie selbst tun können

Bei leichten Beschwerden:

  • Schonen Sie den Verdauungsapparat und essen Sie wenig und vor allem nicht zu fettreich. Hilfreich sind leichte Suppen sowie Fenchel- und Kamillentee oder Wasser trinken.

  • Warme «Chriesistein-Säckli», eine warme Bettflasche oder ein warm-feuchter Wickel können helfen. Achtung: Entzündliche Erkrankungen verstärken sich unter Wärmeeinfluss!

  • Bei Blähungen kann ein simpler Verdauungsspaziergang die Beschwerden lindern. Alternativ helfen Kümmel-, Kamillen- oder Fencheltees oder spagyrische Sprays auf der Basis von Chinarinde. Pflanzliche Tropfen mit Anis, Basilikumkraut, Fenchel, Kamillenblüten, Koriander, Kümmel, Melissenblättern, Pfefferminze, Pomeranzenschalen und Wermutkraut. Magnesium-carbonicum-Globuli helfen ebenfalls bei Blähungen.

  • Bei Krämpfen helfen pflanzliche Präparate mit Anis, Artischocke, Blättern des Boldostrauchs, Gelbwurz, Kamille, Kümmel, Löwenzahn, Mariendistel, Melisse, Pfefferminze, Salbei, Schafgarbe oder Schöllkraut. Bei Menstruationskrämpfen ist Mönchspfeffer hilfreich.

  • Homöopathische Globuli wie Carbo vegetabilis eignen sich speziell für Kinder mit Bauchweh.

  • Bei Bauchschmerzen aufgrund von Durchfall: siehe Empfehlungen zu Durchfall.

  • Bei Sodbrennen verspürt man ein brennendes Gefühl im Magen und unteren Bereich der Speiseröhre. Dann helfen warme Milch, Tee aus Eibischwurzel-, Spitzwegerich-, Melissenblätter- oder Taigawurzel oder auch eine Mischung aus Kamille und Melisse (zu gleichen Teilen) sowie andere pflanzliche Präparate mit Kamille, Leinsamen, Pfefferminze, Schafgarbe oder Süssholz. Es gibt auch rezeptfreie allopathische oder pflanzliche Mittel, die die Magensäure neutralisieren. Nach dem Essen nicht liegen, sondern einen leichten Spaziergang machen. Die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen einnehmen. Als langfristige Massnahme: Übergewicht reduzieren. Bei anhaltenden Beschwerden den Arzt aufsuchen.

  • Bei Verdauungsbeschwerden sollte man seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten überprüfen. Wer zu fett, zu scharf, zu opulent oder zu viele Süssigkeiten isst, kann unter Verdauungsproblemen leiden. Auch unregelmässiges Essen, übermässiger Alkohol- oder Zigarettenkonsum und lang anhaltender Stress sind der Verdauung nicht zuträglich.

Magen-Darm-Beschwerden vorbeugen

  • Blähungen: Es lohnt sich, zu beobachten, welche Nahrungsmittel Blähungen verursachen. So stehen beispielsweise Kohl, Zwiebeln, Bohnen, Linsen, Lauch, Aprikosen, künstliche Süssstoffe gerne in Verbindung mit Blähungen. Diese Lebensmittel möglichst meiden. Langsam und gründlich kauen. Sich beim Essen Zeit lassen. Vor dem Essen einen halben Teelöffel Kümmelsamen gut kauen und schlucken.

  • Durchfall: Siehe Empfehlungen zum Thema Durchfall.

  • Sodbrennen/Magenbrennen: Möglichst auf Alkohol, Kaffee, Rauchen, saure Nahrungsmittel (z. B. Zitrusfrüchte) und saure Getränke, auf sehr fette oder scharfe Speisen verzichten. Auch Süssigkeiten können Magenbrennen begünstigen. Pro Tag mehrere kleine Mahlzeiten einnehmen, nach dem Essen einen kleinen Spaziergang unternehmen, mit leicht angehobenem Oberkörper schlafen.

  • Verdauungsbeschwerden: Verzicht auf Kaffee und Alkohol, langsam essen, regelmässige, kleine Mahlzeiten, möglichst viele Vollkornprodukte, Gemüse und Früchte zu sich nehmen.

Guter Rat aus der Drogerie

Pflanzliche Tropfen mit Bitterstoffen wirken bei verschiedenen Arten von Bauchschmerzen ausgezeichnet. Bei einer Einnahme vor den Mahlzeiten helfen sie bei Appetitlosigkeit, indem sie die Speichel- und Magensaftsekretion anregen. Nach einer Mahlzeit haben sie einen unterstützenden Effekt auf die Verdauung. Aber auch Völlegefühle, Blähungen und Sodbrennen können mit pflanzlichen Tropfen wirksam und auf milde Art bekämpft werden. Wenn die Beschwerden andauern oder nach einer Antibiotikabehandlung auftreten, setzt man am besten ein Präparat mit Laktobakterien ein, um die Darmflora aufzubauen. Damit kann auch einem Resorptionsverlust von Nährstoffen entgegengewirkt werden.

Autorinnen: Katharina Rederer und Julia Burgener
Redaktion: Katharina Rederer