Kopfweh hat viele Ursachen

Kopfweh kann dumpf, stechend, pochend oder klopfend sein, über den ganzen Kopf verteilt oder nur partiell am Hinterkopf, an der Stirn oder den Schläfen.

Kopfweh äussert sich in dumpfen, stechenden, pochenden oder klopfenden Schmerzen über den ganzen Kopf verteilt oder nur partiell am Hinterkopf, an der Stirn oder den Schläfen. 1988 hat die International Headache Society über 200 verschiedenen Formen von Kopfschmerzen klassifiziert. Eine Grobunterteilung in primäre und sekundäre Kopfschmerzen ist aber in der Praxis üblich.

Ursachen von Kopfschmerzen

Bei der Gruppe der primären Kopfschmerzen definiert man die Schmerzen als die eigentliche Erkrankung. Dazu gehören:

Dumpfer Spannungskopfschmerz

Dumpfer Spannungskopfschmerz wird meistens beidseitig empfunden. Er ist die weitaus häufigste Kopfwehart. Spannungskopfschmerzen haben in der Regel keine eindeutig erkennbare Ursache und sind harmlos, sofern sie selten auftreten. Termindruck, Stress, hohe Ansprüche an sich und andere – das sind Umstände, die zu Spannungskopfschmerzen führen können. Andere mögliche Ursachen sind körperliche Belastungen, Muskelverspannungen, Genussmittel und Fehlsichtigkeiten. Bei Frauen treten Spannungskopfschmerzen häufig im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden auf.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen kommt sehr selten vor und betrifft vor allem Männer ab dem mittleren Lebensalter. Die Schmerzen treten ausnahmslos auf der gleichen Kopfseite auf, setzen rasch ein, schwellen innerhalb von 20 Minuten auf ihre maximale Intensität an und klingen nach ein bis zwei Stunden wieder ab. Oft machen sich die Schmerzen immer zur gleichen Tages- oder Nachtzeit bemerkbar. Meistens treten die Anfälle während Tagen bis Wochen gehäuft auf und lassen die Betroffenen danach wieder für einige Monate in Ruhe. Der Grund für Cluster-Kopfschmerzen ist medizinisch noch ungeklärt. Sie müssen aber auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden.

Migräne

Migräne ist ein bohrender und pulsierender Kopfschmerz, der anfallartig auftritt. Der Schmerz wird meist einseitig im Bereich von Stirn, Schläfe und Auge empfunden. Ein solcher Migräneanfall kündigt sich meistens an. Betroffene sind nervös, haben Stimmungsschwankungen, keinen Appetit oder Heisshunger. Bei etwa 20 Prozent der Patienten kommt es zu neurologischen Funktionsstörungen wie Sehproblemen, Gesichtsfeldausfällen, motorischen Schwächen oder Wahrnehmungsveränderungen bis hin zu Übelkeit und Erbrechen. Viele Patienten sind zudem ausgesprochen lichtscheu. Laut Schweizerischer Kopfwehgesellschaft leben in der Schweiz rund eine Million Migränepatienten, die mehrheitlich weiblich und zwischen 25 und 45 Jahre alt sind. Eine genetische Disposition zu Migräne wird seit längerer Zeit vermutet. Eine Migränebehandlung gehört in die Hände einer Ärztin, eines Arztes.

Bei der Gruppe der sekundären Kopfschmerzen sind die Schmerzen die Folge einer Erkrankung oder einer Verletzung (= symptomatische Kopfschmerzen). Den Kopfschmerzen voraus gehen:

  • Ein Schädel-Hirn-Trauma (Sturz oder Schlag auf den Kopf)

  • Arterieller Bluthochdruck

  • Infektionen

  • Erkrankungen im Bereich des Schädels, Nackens, der Augen, Ohren, Nase, Nebenhöhlen, Zähne, Kiefergelenke

Was man selbst tun kann

  • Flüssigkeitsmangel ist eine häufige Ursache von Kopfschmerzen. Rund 1,5 Liter sollte jeder Erwachsene täglich trinken. Bei Hitze oder körperlicher Anstrengung steigt die Trinkmenge entsprechend. Ist der Körper nicht ausreichend mit Wasser versorgt, kann das einen Einfluss auf die Nervenleitfunktionen und das Gehirn haben und zu Kopfweh führen.

  • Ausreichend schlafen: Schlafmangel oder eine gestörte Schlafhygiene können Kopfweh begünstigen.

  • Verspannungen der Rücken- und Nackenmuskulatur möglichst vermeiden oder bei sitzender Tätigkeit durch regelmässiges Aufstehen, Dehnen und Strecken lösen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet ist. Längerfristig helfen etwa Yoga oder autogenes Training.

  • Lärm meiden.

  • Chemikalien wie Lackfarben oder Lösungsmittel nur bei geöffnetem Fenster anwenden.

  • Übermässigen Genuss von Alkohol, Nikotin oder Koffein vermeiden.

  • Vielen Menschen wiederum hilft es, bei einsetzenden Kopfschmerzen einen Espresso zu trinken, da Koffein die Blutgefässe weitet. Wer dazu noch 0,5 bis 1 Liter Leitungswasser trinkt, kann die Schmerzattacke mildern oder rascher abklingen lassen.

  • Nächtliches Zähneknirschen kann ein Kopfwehauslöser sein. Besprechen Sie geeignete Massnahmen mit Ihrem Zahnarzt.

  • Wer die Kopfschmerzen ärztlich abklären muss, tut gut daran, ein Schmerztagebuch zu führen. Die Daten können die Diagnose erleichtern, mögliche Auslöser aufdecken und bei der Therapiekontrolle hilfreich sein.

Kopfschmerzen vorbeugen

  • Essen Sie regelmässig und reichlich Lebensmittel, die Magnesium enthalten. Der Mineralstoff sorgt für entspannte Muskeln und ruhige Nerven und steckt in Vollkorn, grünem Gemüse und Nüssen. Noch wichtiger ist allerdings, regelmässig zu essen. Denn Hunger bzw. der absinkende Blutzuckerspiegel kann ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.

  • Einige Nahrungsmittel wirken auf bestimmte Menschen als Kopfschmerzauslöser. Schuld sind die darin enthaltenen sogenannten biogenen Amine, die beim Ab- oder Umbau eiweisshaltiger Lebensmittel entstehen. Man findet sie etwa in reifem Käse, Schokolade, Weizen oder Schweinefleisch. Auch Pökelsalz oder der Geschmacksverstärker Glutamat gelten als Risikosubstanzen.

  • Setzen Sie auf Sport: Walken, Velofahren, Schwimmen – Ausdauersport, am besten draussen, beugen Kopfschmerzen vor.

  • Menschen, die anfällig für Kopfschmerzen sind, reagieren oft empfindlich auf helles Licht. Eine Sonnenbrille, ein Hut oder ein Platz im Schatten kann Kopfweh verhindern.

  • Leisten Sie sich eine gute Matratze und probieren Sie ein Nackenkissen aus.

Hilfe aus der Drogerie

  • Schüssler-Salze: Die «Heisse Sieben» hat sich bei akuten Kopfschmerzen bewährt. 10 Tabletten Magnesium phosphoricum D6 (Schüssler-Salz Nr. 7) in einem halben Glas abgekochtem Wasser auflösen und trinken. Bei Bedarf alle 15 Minuten wiederholen.

  • Phytotherapie: 3-mal 1 Tablette Ginkgo als Kur während ein bis drei Monaten verbessert die Durchblutung und somit auch die Sauerstoffzufuhr im Kopf, was sich auf Kopfschmerzen positiv auswirken kann. Weitere schmerzlindernde, entspannende Pflanzen sind Weidenrinde, Pestwurz und Melisse.

  • Spagyrik: Essenzen aus der Schwertlilie, Tollkirsche, wildem Jasmin oder Pestwurz wirken stark krampflösend und entspannend.

  • Ein homöopathisches Komplexmittel mit beispielsweise Wildem Jasmin (D12) kann bei Kopfschmerzen durch nervliche Anspannung Linderung bringen. Ein klassisches Kopfschmerzmittel ist Hepar sulfuris D12. Es passt zu Menschen, die sehr kälteempfindlich sind und deren Kopfschmerz durch kalten Wind ausgelöst wird.

  • Aromatherapie: Massageöl mit Lavendel, Römischer Kamille, Muskatellersalbei, Pfefferminze zur Nacken- und Schläfenmassage. Auch als kühlende Kompressen geeignet.

  • Viele Kopfschmerzpatienten sprechen sehr gut auf eine Leber-Galle-Therapie an. Ist die Leber als «Entgiftungsorgan» längere Zeit überlastet, kann sich dies in Kopfschmerzen äussern. Pflanzliche Tabletten (mit Bitterstoffen von Mariendistel, Artischocke oder Löwenzahn), Tropfen oder Leber-Galle-Tee unterstützen die Funktion der Leber.

  • Wirkstoffe wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen eignen sich für den gelegentlichen Einsatz, wenn die Schmerzen rasch verschwinden sollen. Möchte man deren Wirkung verstärken, kann auf ein mit Koffein kombiniertes Schmerzmittel zurückgegriffen werden. Schmerzmittel sollten jedoch immer nur gezielt und für kurze Zeit eingesetzt werden. Ein übermässiger Konsum von Schmerzmitteln kann wiederum zu Kopfschmerzen führen.

Guter Rat aus der Drogerie

Falls jemand regelmässig unter Kopfschmerzen leidet, empfiehlt es sich, eine Haarmineralanalyse zu machen. Dadurch erkennt man, ob etwaige Schwermetallbelastungen vorliegen, der Körper übersäuert ist, oder ob eine Über- bzw. eine Unterversorgung durch verschiedene Mineralien und Spurenelemente die mögliche Ursache ist. Diese kann man mit orthomolekularen Vitalstoffen wieder ins Gleichgewicht bringen und so oft die Kopfschmerzhäufigkeit verringern.

Autorinnen: Katharina Rederer und Julia Burgener
Redaktion: Katharina Rederer